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"Das kann nicht Gottes Wille sein"

Weiter innerkirchliche Kritik an Segnungs-Verbot

Trotz des Machtworts aus dem Vatikan wollen viele Würdenträger in der katholischen Kirche Paaren nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung den Segen verweigern.


Dompropst Tobias Schäfer hält nichts davon, homo­sexuelle Gläubige schlechter zu behandeln als heterosexuelle (Bild: Facebook / Tobias Schäfer)

  • 17. März 2021, 12:54h 9 2 Min.

Trotz der Verweigerungshaltung der vatikanischen Glaubenskongregation will der Wormser Dompropst Tobias Schäfer homosexuellen Paaren auch weiterhin den Segen erteilen. "Wenn die Kirche keine Vollmacht mehr hat zu segnen, wer immer sich nach dem Segen Gottes sehnt: Hat sie da nicht ihre ureigenste Aufgabe aufgegeben?" Er segne allerdings die beiden Menschen, nicht die gleichgeschlechtliche Partnerschaft als solche, sagte Schäfer am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Am Montag hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass die katholische Kirche aus ihrer Sicht nicht befugt sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei, hieß es. "Diese Stellungnahme macht mich fassungslos", meinte Schäfer. Wo die Kirche glaube, sich zur Wächterin über den Segen Gottes machen zu müssen, sei sie nicht länger ein Segen für die Welt.

Keine Vollmacht, Schwule zu segnen? Mein Statement… Keine Vollmacht zu segnen? Die Kirche habe nicht die Vollmacht,...

Posted by Tobias Schaefer on Monday, March 15, 2021
Facebook / Tobias | Schäfer hatte die Entscheidung des Vatikans bereits am Montag kritisiert
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Generalvikar Andreas Sturm vom Bistum Speyer teilte mit, er sei "schockiert und fassungslos" von der Stellungnahme. "Ich habe im Jahr 2000 im Anschluss an mein Studium in Mainz eine Ausbildung in klinischer Seelsorge in New York gemacht. Das Krankenhaus hatte ein großes Aids-Hospiz. Ich habe dort so viele schwule Paare erlebt, die in Liebe und Treue durch eine richtig harte Zeit gemeinsam gegangen sind – füreinander da waren", erklärte Sturm. Auch danach habe er immer wieder schwule und lesbische Paare kennengelernt, die ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam gestaltet hätten.

Warum darf der Pfarrer Autos und Fahrstühle segnen, aber keine Homo-Paare?

"Ich habe Wohnungen, Autos, Fahrstühle, unzählige Rosenkränze und so weiter gesegnet und soll zwei Menschen nicht segnen können, die sich lieben? Das kann nicht Gottes Wille sein", meinte Sturm. Er werde als Priester auch künftig jeden Menschen segnen, der sich danach sehne.

Bereits zuvor hatten 300 liberale Priester aus Österreich angekündigt, sie würden sich nicht an das homosexuellenfeindliche Segnungs-Verbot halten (queer.de berichtete). Dieses verneble und diskreditiere "die befreiende Botschaft Jesu".

Auch mehrere deutsche Priester protestieren offen gegen das Verbot aus dem Vatikan. In Köln ließen etwa die die innerstädtische Pfarrgemeinde St. Agnes in Mitte und die Gemeinde St. Theodor im rechtsrheinischen Höhenberg Regenbogenfahnen an den Kirchen hissen. (dpa/dk)

+++ unsere große regenbogenfahne aus dem anyway hing an der kirche st. agnes in köln. ein tolles zeichen für eine...

Posted by anyway köln on Tuesday, March 16, 2021
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#1 PhrasendrescherInnenAnonym
#2 GargamelAnonym
  • 17.03.2021, 14:37h
  • was ist den der Plan Gottes? Können die Fummeltrinen denn mit 100% sicher sagen was Gottes Plan ist? Haben die den einen Zweiwegekanal zu ihm? Oder ist es immer nur der altbekannte One-Way-mit-Ungewissem-Ankunfts-Gesprächs-Kanal?

    Vielleicht ist ja gerade der Plan Gottes dass Menschen, die ehrlich zueinander stehen das auch Leben und zeigen sollen, anstelle so zu tun, als ob sie so empfinden würden wie es die Ki(würg)che vorgibt.
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#3 Korinthen KKAnonym
  • 17.03.2021, 15:46h
  • Bei den Katholiban empört man sich über diese Forderung, aber jammert zugleich darüber, dass man aufgrund der Corona-Bedingungen nicht kirchlich heiraten kann und man den angehenden (traditionellen) Ehepaaren etwas verweigert. Sowas aber auch. Eine Runde Mitleid dafür, dass man die eigene Medizin schmecken muss.
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