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Noch ein Pride

Berlin: Sternmarsch-CSD im Juni geplant

Mit mehreren Einzeldemos hin zum Alexanderplatz und vier Tagen Livestream-Programm will ein Team um Nasser EL-Ahmad seinen Erfolg aus dem letzten Jahr fortsetzen.


Logo des neuen CSD. Nicht nur in Berlin wird auch die zweite Corona-CSD-Saison chaotisch werden (Bild: csdberlinpride / facebook)

  • 18. März 2021, 19:20h, noch kein Kommentar

Eine weitere Initiative hat am Donnerstag ihre Pläne für einen diesjährigen CSD in Berlin konkrekt gemacht: Die Plattform "CSD Berlin Pride" plant am Samstag, den 26. Juni erstmals eine "hybride Stern-Demo der LGBTIQ*-Community". Unter Einhaltung der geltenden Corona-Maßnahmen sollen sich Einzeldemos mit verschiedenen Themenschwerpunkten aus verschiedenen Berliner Bezirken gemeinsam in Richtung Alexanderplatz bewegen.

Die Stern-Demo soll der Auftakt sein für eine viertägige CSD-Pride-Week vom 26. bis 29. Juni, in der sowohl die Demonstrationen als auch Talks und Diskussionsrunden live übertragen werden. Mit dem Konzept wolle man sich "von dem Gedanken verabschieden, dass eine Institution das Monopol auf Ausrichtung einer CSD-Pride-Demonstration hat."

Der ursprüngliche Berliner CSD hatte im letzten Jahr digital stattgefunden und ist in diesem Jahr zunächst für den 24. Juli geplant – allerdings gibt es in dem Verein eine Führungskrise und der Termin gilt als unsicher und ist von der Webseite verschwunden. Zugleich hatte der CSD Anfang der Woche mit anderen wichtigen Veranstaltungsorganisationen der Community eine Initiative rund um die Macher der "Christmas Avenue" kritisiert, als Aktionsgemeinschaft LGBTIQ einen eigenen CSD am 11. September zu starten (queer.de berichtete).

"Politische Demos" aus Prenzlauer Berg, Schöneberg und Kreuzberg

Die neu angekündigte Sternmarsch-CSD-Version einer weiteren Initiative geht auf einen Vorläufer im letzten Jahr zurück, als das Team um Christian Pulz, Anette Detering, Wolfgang Beyer, Nasser EL-Ahmad und Stefan Kuschner eine Pride-Demonstration zum Alexanderplatz organisierten (queer.de berichtete). Zu dieser geschichtlich bedeutenden "Mitte Berlins" soll auch der Sternmarsch mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Strecken führen.

Derzeit sind drei Demos geplant, so die Organisator*innen in einer Pressemitteilung: "Der EASTPRIDE startet an der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg, beginnt mit einem evangelischen Gottesdienst und beschäftigt sich mit der Lesben- und Schwulenbewegung, die u.a. von Christian Pulz u.v.a. Aktivist*innen wie Marina Krug, Bettina Dziggel, Eduard Stapel, Peter Birmele, Volker Gasser in der DDR mitgegründet wurde. Die desolate Situation der kulturellen queeren Infrastruktur, u.a. der Club-, Gastro- und Eventbranche, der Kulturschaffenden und LGBTIQ*-Tourismusbranche stehen im Mittelpunkt der in Schöneberg startenden Demo von Nasser EL-Ahmad. Eine weitere Demo ab Kreuzberg thematisiert antirassistische und queerfemnistische Schwerpunkte und wird von Akteur*innen der QTBIPOC*-Community gestaltet."

Das Konzept versteht sich dabei als offen, so könnten Interessierte in Kürze auf der CSD-Berlin-Pride-Webseite weitere Demonstrationen anmelden oder sich für das Liveprogramm einbringen. "Themen, Talks und Gäst*innen werden in Eigenverantwortung der Community geplant", heißt es zur bisherigen Planung. "Unter anderem wird Achan Malonda einen Thementag entwickeln. Die Musikerin, Moderatorin und Aktivistin setzt sich in ihrer Arbeit speziell mit Antirassismus und intersektionaler Awareness auseinander und kuratiert mit ihrem Team ein Programm zu den Schwerpunkten Antirassismus und Diversität. Konstantin Sherstyuk von Quarteera aus der russischsprachigen LGBTIQ*-Community thematisiert mit seinen Gäst*innen unter anderem die Asylpolitik Deutschlands. Ria Cybill Geyer, erweiterter Vorstand des dgti e.V., setzt in ihrem Livestream den Schwerpunkt auf Trans- und Intersexualität. Die Darstellung der Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in der DDR, die als Widerstandsgeschichte erzählt wird, planen Aktivisten wie Christian Pulz, Marina Krug, Peter Rausch, Michael Eggert und Bettina Dziggel."

Bereits vor der Pandemie habe die Community um Sichtbarkeit kämpfen müssen, so die neue CSD-Inititive. "Heute, ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie, sind wir mit einer bedrohlichen Lage für LGBTIQ* in Europa konfrontiert. Unsere Bedürfnisse und Problemlagen sind fast völlig aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden und die von der Community mühsam in Jahrzehnten aufgebaute Infrastruktur für queere, sichere Räume ist so gut wie nicht mehr existent. Wir brauchen Sichtbarkeit. Dass diese corona-konform mit einer politischen Demo möglich ist, wurde bewiesen und daran knüpfen wir in diesem Jahr an." (cw/pm)