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Hass-Freeware
Homophobes Computerspiel "Heimat Defender" indiziert
Mit diesem Jump-'n'-Run-Game sollen bereits Kinder das Hassen lernen. Die Story: Europa wird in düsterer Zukunft von der Firma Globohomo kontrolliert, doch der Widerstandsheld kann sich wehren, u.a. indem er Gegner mit Regenbogenfahnen aus dem Verkehr zieht.

Mit abwertenden Kommentaren werden bei "Heimat Defender: Rebellion" insbesondere queere Menschen als Feindbild aufgebaut
- 19. März 2021, 12:44h 2 Min.
Das homophobe und rassistische Computerspiel "Heimat Defender: Rebellion" ist laut der "Jungen Freiheit" von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden. Hintergrund sei, dass das als Freeware von der rechtsextremen Kampagne "Ein Prozent für unser Land" entwickelte Spiel gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit fördere, insbesondere gegen die queere Community. Die Indizierung führt dazu, dass das Spiel in Deutschland nicht mehr öffentlich beworben und nur noch an Erwachsene abgegeben werden darf.
In dem 2D-Jump-'n'-Run-Spiel mit Achtzigerjahre-Grafik geht es um die Welt des Jahres 2084, in der Großstädte Antifa-Zonen seien und Europa von der "Globohomo Corp." regiert wird. Zu überwindende Gegner*innen sind unter anderem Figuren, die eine Regenbogenfahne tragen – sie können in dem Spiel vernichtet werden.
Zudem gibt es rassistische Elemente – so wird die Tötung des Schwarzen George Floyd durch einen Polizisten verhöhnt. Ein Bösewicht erinnert außerdem an den Investor George Soros, der von Rechtsradikalen wegen seiner jüdischen Herkunft gerne als Feind dargestellt wird. Außerdem können weitere an reale Personen angelegte "böse" Figuren im Spiel getötet werden – darunter etwa die ZDF-Satiriker Oliver Welke und Jan Böhmermann oder Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf der anderen Seite werden Rechtsextremisten – darunter etwa der Identitäre Martin Sellner oder der führende AfD-Politiker Björn Höcke – als Helden dargestellt.
Das Spiel war bereits bei seinem Erscheinen im September 2020 als rechtsextrem kritisiert worden. Laut "Frankfurter Rundschau" handele es sich etwa um "Propaganda mit Gewaltfantasien". Die Frankfurter Extremismus-Expertin Linda Schlegel kritisierte, dass das Spiel auf den ersten Blick als nicht ideologisch motiviert erkennbar sei: "Es ist ein spaßiges, kostenloses, cool aussehendes Retro-Spiel, aber es kann Menschen anziehen und ein möglicher erster Schritt dahin sein, sich mit der 'Identitären Bewegung' einzulassen."

Szene aus "Heimat Defender"
"Ein Prozent für unser Land" nutzt die Indizierung, um sich als Opfer des Staates darzustellen ("Kritiker sollen kriminalisiert werden") und um Spenden zu betteln. So behauptet die rechtsextreme Kampagne etwa: "Der offensive Kampf gegen alle nicht-linken Anschauungen, den die 'Elite' dieses Staates gegen seine Bürger führt, ist mit den Grundsätzen eines demokratischen Rechtsstaates nicht vereinbar." Wer "die Propagierung von 'alternativen Lebensformen'" kritisiere, habe seine Grundrechte verwirkt. Man wolle daher gegen den Entschluss der Bundesprüfstelle Klage einlegen. (dk)














ist mir gerade nur eingefallen als ich die headline gelesen hab und ich finds krass dass ich als kind mit soetwas damals so leicht in berührung kam.