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Katholische Kirche

Aachener Bischof: Vatikan "hat großen Schaden angerichtet"

Mit Helmut Dieser stellt sich ein weiterer Bischof gegen das vom Vatikan erlassene Verbot der Segnung homosexueller Paare. Der 58-Jährige sieht einen "Blattschuss" auf den Synodalen Weg.


Helmut Dieser wurde 2016 von Papst Franziskus zum Bischof von Aachen ernannt (Bild: Bistum Aachen / Andreas Steindl)

Der Aachener Bischof Helmut Dieser hat das vom Vatikan erlassene Verbot der Segnung lesbischer und schwuler Paare scharf kritisiert. "Es kann nur misslingen, eine Diskussion beenden zu wollen", sagte der Bischof am Freitagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in Aachen. "Das ist naiv und hat großen Schaden angerichtet. Wir müssen das als Bischöfe nach Rom tragen."

Die römische Glaubenskongregation hatte am Montag klargestellt, dass die Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Paare zu segnen (queer.de berichtete). Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft anerkenne.

Er verstehe nicht, "wie man in diesem Synodalen Prozess so einen Blattschuss setzen" könne, sagte Dieser. Damit bezog er sich auf den derzeitigen Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg. Dort geht es unter anderem um eine Erneuerung der kirchlichen Sexualmoral. Der Aachener Bischof ist Co-Vorsitzender des Synodalforums "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft".

Vor Dieser nahm Ruhrbischof Overbeck Stelling

Zuvor hatte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in einem Brief an alle Pfarreien im Bistum Essen eine "ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität" durch die katholische Kirche verlangt (queer.de berichtete). Die kirchliche Lehre erfordere "dringend eine erweiterte Sichtweise auf die menschliche Sexualität", so Overbeck. Die Erklärung der Glaubenskongregation habe viele Menschen mit einer homosexuellen Orientierung gekränkt und verletzt. Eine solche Position werde in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptiert. Die Haltung der Gläubigen dürfe vom Vatikan nicht ignoriert werden.

Das Bistum Limburg solidarisierte sich auf Facebook und Instagram mit Schwulen und Lesben (queer.de berichtete).

Kritik auch von zwei Diözesanräten

Auch die Diözesanräte von Aachen und Köln – die Vertretungen der katholischen Laien – verurteilten die Entscheidung Roms. "Gott liebt und segnet alle Menschen", schrieb der Diözesanrat Aachen in einer Stellungnahme. "Wenn Menschen ihre von Liebe und Verantwortung getragene Partnerschaft unter Gottes Segen stellen wollen, kann die Kirche den Segen nicht verweigern." Deshalb wende sich der Diözesanrat entschieden gegen das Verbot der Glaubenskongregation. "Wir ermutigen alle Seelsorger*innen im Bistum Aachen, öffentlich zu ihrer Segnungspraxis zu stehen. Sie haben dafür die volle Rückendeckung einer großen Mehrheit der Katholik*innen."

Der Diözesanrat im Erzbistum Köln erinnerte daran, dass die Kirche im vergangenen Jahr noch ein Gitter um eines der Portale des Kölner Doms gesegnet habe. Nun behaupte sie, die Liebe von zwei gleichgeschlechtlichen Menschen könne man nicht segnen. "Das ist nicht die Zusage Gottes an die Menschen, wie wir sie verstehen", schrieb der Vorsitzende Tim Kurzbach in einer Stellungnahme. (cw/dpa)



#1 AblenkerAnonym
  • 20.03.2021, 09:19h
  • Ich frage mich ja, wovon der Verein ablenken möchte?
    Das ist doch einfach nur eine erbärmliches Laienschauspiel, was da gerade veranstaltet wird.

    Guter Pfaffe, Böse Pfaffe.

    "Squirrel, Squirrel" war wohl zu offensichtlich.

    Der Chef hat entschieden. Aus die Maus. Chefe ist unfehlbar.

    Das wird nicht ausdisktuiert. Das ist eine entschiedene Vorgabe der Zentrale.

    Sobald Gras über die Sache (Köln anybody?) gewachsen ist, hat sich der Fall.
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#2 LegatProfil
#3 Homonklin_NZAnonym
  • 20.03.2021, 13:22h
  • Antwort auf #1 von Ablenker
  • Ausschweifend und theatralisch so tun, als würden sie uns plötzlich wertschätzen.

    Queere Menschen bringen viel Geld in deren Tochtergesellschaften. Es gibt immer mehr homosexuelle Paare, die Kinder haben, und wenn die Kinder zusehends kirchenfrei, tauffrei aufwachsen, sehen die Verluste am Horizont. Da fressen sie Kreide. Einige sind sicher auch selbst Schwule, die vor einem Jahr oder länger zurück noch gegen Homosexuelle wetterten.

    Wer traut denen überhaupt noch übern Weg?
    www.kirchenaustritt.de ist ein möglicher Weg in die Freiheit vor diesem Glaubenskonzern.
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#4 Taemin
  • 20.03.2021, 13:55h
  • Schön, dass zwei Dinge gleichzeitig geschehen:

    1. Der Papst verteufelt aufs Neue die Liebe zwischen Mann und Mann / Frau und Frau; er verbietet zum x-ten Mal und endgültig, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.

    2. In Deutschland werden drei amtierende Bischöfe (der Erzbischof von Hamburg und zwei Weihbischöfe in Köln) sowie zwei frühere Erzbischöfe von Köln als Verantwortliche für sexuellen Missbrauch bzw. für den Schutz von Tätern entlarvt; und diese fünf Bischöfe waren/sind nur in der Diözese Köln tätig - sollen wir in den anderen Diözesen andere Zustände vermuten?

    Liebe ist böse, sexueller Missbrauch von Kindern/Schutzbefohlenen/Untergebenen ist gut - das ist das Credo der kath. Kirche.
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#5 JadugharProfil
  • 20.03.2021, 15:50hHamburg
  • Je mehr Eigentore die katholische Kirche schießt, je mehr sie die Menschen bis in die Intimsphäre hinein gängelt, umso mehr werden frei denkende Menschen aus der Kirche austreten. Wenn die Kirche sich neuen Erkenntnissen nicht beugt, werden steinzeitliche Verhältnisse bei der Kirche überleben. Der Rest der Welt wäre dann der Steinzeit längst entwachsen. Nur weiter so Herr Ratzinger und Bergoglio! Schaufelt heftig euer eigenes Grab weiter! Auf eie katholikenfreie Zukunft!
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#6 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.03.2021, 22:50hFrankfurt
  • Ich finde es großartig, wie sich da einige Priester bewegen.

    Das von außen als unzureichend zu kritisieren ist wohlfeil. Aber gegen Missstände in der EIGENEN Organisation vorzugehen, das erfordert viel Mut. Weiter so !
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#7 Carsten ACAnonym
  • 21.03.2021, 09:20h
  • Antwort auf #6 von Dont_talk_about
  • Nein, mutig wäre es, wenn die gleichgeschlechtliche Paare trauen würden.

    Aber angesichts rapide sinkender Mitgliedszahlen und Gefährdung des eigenen Luxus-Lebens für Schwule und Lesben eine "Segnung" anzubieten, so wie man auch Fahrzeuge, Gebäude, Spielsachen, Tiere, Waffen, etc. "segnet" ist nicht mutig, sondern der verzweifelte Versuch, sich ein liberales Image zu geben, um wenigstens noch ein bisschen was zu retten.

    Und gerade der Aachener Bischof spricht auch mit gespaltener Zunge. Man weiß heute, dass viele seiner Vorgänger massenhaften Kindesmissbrauch im Bistum Aachen gedeckt haben. Dennoch wird einer seiner Vorgänger, Bischof Hemmerle, immer noch mit einer Straße geehrt und das Bistum hat nach wie vor ein "Bischof-Hemmerle-Haus". Wäre es diesem Bischof ernst, würde er sich für die Umbenennung einsetzen.
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#8 WahresGesichtAnonym
  • 21.03.2021, 14:58h
  • ... im Gegensatz zu Europa hat die Kirche in Afrika Zulauf. Dort fordern die Bischöfe die Verfolgung der Homosexualität mit schrecklichen Folgen. Die katholische Kirche zeigt ihr wahres Gesicht. Da kommt mir die Diskussion hier geradezu lächerlich vor. Meine Empfehlung ... kirchenaustritt
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#9 LegatProfil
  • 21.03.2021, 16:44hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #8 von WahresGesicht
  • Tatsächlich ist es so wie du schreibst, Zulauf haben in Afrika und Südamerika jedoch vor allem evangelikale Freikirchen. Oftmals haben diese Freikirchen tatsächlich noch viel üblere Moralvorstellungen als die katholische Kirche auf diesen Kontinenten.
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#10 zundermxeAnonym
  • 21.03.2021, 17:03h
  • Persönlich glaube und weiß ich, dass einige Geistliche und zumindest eine nicht allzu kleine Minderheit von Kirchenmitglieder*innen in Deutschland es durchaus ernst meinen Rom zu widersprechen.

    Doch sie sind einerseits zu weit weg von der klaren Mehrheit und andererseits, was mMn viel entscheidender und schwerwiegender ist, ist die Bilanz der katholischen Kirche insbesondere über Deutschland hinaus betrachtet derart katastrophal aktiv menschenverachtend, dass alle Würdenträger und Mitglieder*innen sich von der Verantwortung hierfür eindeutig nicht ausnehmen können.
    Ob Afrika, Südamerika oder Polen -
    Hass, Hetze, Gewalt und daraus resultierende Menschenverfolgung wird von Rom auch in 2021 unterstützt, gefördert und betrieben.
    Das ist der brutale Krieg gegen anders liebende, anders glaubende und anders lebende Menschen einer zutiefst korrupten Organisation, die sich mit blankstem Zynismus auch noch traut sich auf das Gebot der Nächstenliebe zu berufen.
    Tiefstes, dunkelstes Mittelalter in der Tradition der Hexenverfolgung und ganz primitiv gnadenlose Machtpolitik.

    Wir bieten in Deutschland, zumindest theoretisch, verfolgten Menschen Asyl und Schutz an. Gleichzeitig tut dieser Staat mit Hilfe der Mehrheit der demokratischen Parteien alles diese Kirche zu schützen, zu unterstützen und zu finanzieren. Die tatsächlich nicht vorhandene Trennung von Staat und Kirche auch in Deutschland ist der Kern und die Ursache für Verfolgung, Flucht und Tod.
    Wer aus der Kirche austritt, müsste konsequenterweise auch aus cdU/csU bzw spD austreten und dürfte sie auch nicht mehr wählen.
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