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Diebstähle häufen sich

Homo-Hasser*­innen klauen Regenbogen­flaggen von katholischen Kirchen

Viele katholische Kirchengemeinden in Deutschland und Österreich protestieren mit Regenbogenfahnen gegen die Homophobie des Vatikans. Nicht jedem gefällt das.


Auf Dächern sind die Regenbogenfahnen in der Regel sicherer (Bild: Facebook / Pfarre Schwechat)
  • 22. März 2021, 12:48h 9 4 Min.

Die Protestaktion vieler Kirchengemeinden gegen das vatikanische Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare hat eine Gegenreaktion ausgelöst: Am Wochenende sind mehrere an katholischen Gebäuden angebrachte Regenbogenfahnen gestohlen und teilweise verbrannt worden. Mehrere Gemeinden machen ihre Empörung über diese Aktionen in sozialen Medien publik. Außerdem betonen sie, dass die Kirche nicht Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verurteilen dürfe.

Die Laurentiuskirche im münsterländischen Warendorf meldete am Sonntag, dass eine angebrachte Fahne am Vortag "gewaltsam abgerissen" worden sei. "Da dies schon einigen Aufwand voraussetzt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich nicht einfach um beliebigen Vandalismus gehandelt hat, sondern um einen gezielten Protest gegen die Aktion", heißt es auf der Facebook-Seite der Kirchengemeinde. "Es ist kein neues Phänomen, dass sich bestimmte Kreise in Gesellschaft und Kirche mit der Vielfältigkeit von Lebensformen schwertun und keine andere Form der Auseinandersetzung kennen als Ausschluss und Aggression."

Auf das römische Dekret ?zur Unzeit? hin bezüglich des Verbotes der Segnung homosexueller Paare hat sich viel Protest...

Posted by Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf on Sunday, March 21, 2021
Facebook / Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
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Auch aus dem schwäbischen Böblingen wird ein Regenbogen-Diebstahl gemeldet: Nach einem Bericht der "Kreiszeitung" (Bezahlartikel) ist eine Flagge vom Geländer des Gemeindezentrums im Stadtteil Diezenhalde abgerissen und verbrannt worden. Laut Diakon Martin Rebmann sei eine neue Flagge aber nur wenige Stunden später angebracht worden – dieses Mal einen Stock höher, damit Vandalismus erschwert wird. Pfarrer Karl Kaufmann erklärte am Sonntag in einer Predigt, dass er trotz des Verbots aus dem Vatikan weiter homosexuelle Paare segnen werde. "Das kann ich nicht verweigern", so Rebmann. Auch auf der Facebook-Seite der katholischen Kirche Böblingen prangt die Regenbogenfahne: "Wir in Böblingen setzen uns weiterhin für eine offene, liebende und bunte Kirche ein!", heißt es.

Die Glaubenskongregation der katholischen Kirche in Rom hat mit ihrer Aussage am 15.03.2021 den zahlreichen...

Posted by Katholische Kirche Böblingen on Saturday, March 20, 2021
Facebook / Katholische Kirche Böblingen
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Ähnliche Szenen spielen sich auch im tiefkatholischen Österreich ab. In Feldkirch, der zweitgrößten Stadt des westlichsten Bundeslandes Vorarlberg, beklagte etwa die Pfarrgemeinde Altenstadt, dass ebenfalls in der Nacht zum Sonntag eine Regenbogenflagge vom Fahnenmast vor der Kirche geklaut worden sei. In Richtung des Diebes oder der Diebin hieß es auf der Facebook-Seite der Gemeinde: "Also, liebeR Irgendjemand, man macht nicht Dinge kaputt, die einem nicht gehören. Wenn dir etwas nicht passt, kannst du es uns gerne auch sagen!" Man werde trotz des Diebstahls weiter auf Homosexuelle zugehen: "Die Willkommen-An-Alle-Einladung steht natürlich immer noch!" Außerdem sei bereits eine neue Regenbogenfahne bestellt worden.

Natürlich hätten wir die Willkommen-Für-Alle-Fahne noch gerne länger im Wind wehen lassen, aber Irgendjemand meinte...

Posted by Pfarre-Altenstadt on Sunday, March 21, 2021
Facebook / Pfarre-Altenstadt
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Unabhängig von der Fahnenaktion kritisierten viele Pfarrer in ihren Sonntagspredigten die Haltung des Vatikans gegenüber sexuellen Minderheiten. In der Gemeinde St. Bartholomäus im hessischen Groß-Zimmern sagte Pfarrer Frank Blumers etwa: "Es gibt keine Ausländer in der Kirche und auch die sexuelle Orientierung ist nicht wichtig in der Kirche. Wir sind keine Moralagentur, sondern uns muss es um den Glauben und um Jesus Christus gehen. Das ist mir ganz wichtig: Einen Segen darf niemand verweigern."

***Statement*** Im heutigen Sonntagsgottesdienst hat Pfarrer Blumers in einem kurzen Statement zur ?Antwort der...

Posted by Bartholomaeus-Zimmern on Sunday, March 21, 2021
Facebook / Bartholomaeus-Zimmern
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Besonders katholische Jugendorganisationen sind in der Frage der Unterstützung schwuler und lesbischer Paare aktiv. Die Jugend im Bistum Mainz startete sogar eine Aktion: Sie rief Gläubige auf, ihnen Bilder zu schicken, in denen sie ein buntes #LoveIsNoSin-Schild in der Hand halten. Daraus wollen sie anschließend eine Collage anfertigen.

Die Empörung der vergangenen Woche war mit Recht groß. Die neueste Intervention der römischen Glaubenskongregation zum...

Posted by Jugend im Bistum Mainz on Sunday, March 21, 2021
Facebook / Jugend im Bistum Mainz
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Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ergänzte: "Gott ist Liebe. Die Liebe zweier Menschen zueinander – egal ob in hetero- oder homosexuellen Partner*innenschaften – kann aus unserer Sicht niemals Sünde sein." Anführer dieser Diözese ist Bischof Gebhard Fürst, einer der erbittertsten Homo-Gegner in den Führungsetagen der katholischen Kirche Deutschlands (queer.de berichtete).

Gott ist Liebe. Die Liebe zweier Menschen zueinander – egal ob in hetero- oder homosexuellen Partner*innenschaften -...

Posted by BDKJ Rottenburg-Stuttgart on Monday, March 15, 2021
Facebook / BDKJ Rottenburg-Stuttgart
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Der Vatikan hatte am vergangenen Montag mit dem ausdrücklichen Segen des Papstes ein Schreiben der römischen Glaubenskongregation veröffentlicht, in dem klargestellt wurde, dass die Kirche grundsätzlich nicht befugt sei, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen (queer.de berichtete). Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne. Dies hat in der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum einen Sturm der Entrüstung ausgelöst (queer.de berichtete). Mehr als 200 Theologie-Professorinnen und -Professoren protestierten in einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben gegen das Segnungs-Verbot aufgrund der sexuellen Orientierung (queer.de berichtete). (dk)

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#1 AtreusEhemaliges Profil
  • 22.03.2021, 15:51h
  • Ich fände es toll, wenn man schon Regenbogenfahnen aufhängt, sie auch richtig herum aufzuhängen, sodass rot oben und lila unten ist. Das zeigt aber exemplarisch, wie wenig Ahnung Kirche und seine Angehörigen von der Community und ihren Symbolen haben. Und ja, das ist wichtig, schließlich hängen wir schwarzrotrapsgelb auch nicht verkehrt herum auf.
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#2 KumpelAnonym
  • 22.03.2021, 17:34h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • LOL;-) Ich finds lustig. Toll wäre es doch, wenn ausgerechnet ein älteres nicht schwules Kirchenmitglied den Pfaffen sagt, wie die Fahne richtig aufzuhängen ist.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 22.03.2021, 23:20h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Ja mei, (schwäbische?) deutsche Ordung muss sein.

    Ich wusste gar nicht, dass es auch eine Flaggenordnung beim Regenbogen gibt.

    Übrigens für die Demokratiefeinde in der Weimarer Republik war deren Fahne 'Schwarz-Rot-Senf'.
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