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NRW-Oppositionsführer

Kutschaty ruft zum Ungehorsam gegenüber dem Vatikan auf

Der SPD-Chef des größten deutschen Bundeslandes ermuntert katholische Pfarrer offen, die Homophobie des Vatikans zu ignorieren und gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.


Thomas Kutschaty ist seit 2005 Mitglied des Düsseldorfer Landtags (Bild: SPD-Fraktion NRW)

NRW-SPD-Chef Thomas Kutschaty hat alle katholischen Priester dazu aufgerufen, sich über das Segnungsverbot des Vatikans für homosexuelle Paare hinwegzusetzen. "Ich ermuntere alle katholischen Seelsorger, sich der Unterschriftenaktion von Pfarrer Mönkebüscher anzuschließen und homosexuelle Paare weiter zu segnen", sagte der Essener Sozialdemokrat, der selbst Katholik ist, am Montag dem "Westfälischen Anzeiger". Zusammen mit dem Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose hatte Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus Hamm eine Unterschriften-Aktion gegen das Segnungsverbot gestartet (queer.de berichtete).

"Das Segnungsverbot des Vatikans für homosexuelle Paare ist völlig aus der Zeit gefallen", kritisierte Kutschaty. Es zeige sich aber gerade deutlich, dass es nicht repräsentativ für die Kirche sei. "Denn die vielen gehissten Pride-Fahnen stehen für eine Kirche, die immer dann stark und relevant ist, wenn sie sich am Menschen orientiert." Am Wochenende wurden einige dieser Flaggen von Unbekannten gestohlen oder sogar verbrannt (queer.de berichtete).

Der Rechtsanwalt Thomas Kutschaty war während der rot-grünen Regierungszeit von 2010 bis 2017 NRW-Justizminister unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Nach der Wahlniederlage der SPD bei der letzten Landtagswahl ist er Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion und Oppositionsführer im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Seit zwei Wochen ist er außerdem Landesparteichef.

Die römische Glaubenskongregation hatte vor einer Woche bekannt gemacht, dass homosexuelle Pare nicht gesegnet werden dürften. Papst Franziskus stimmte der Veröffentlichung ausdrücklich zu (queer.de berichtete). Die Entscheidung hat unter Gläubigen im deutschsprachigen Raum einen Sturm der Entrüstung ausgelöst (queer.de berichtete). (dpa/dk)