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Serientipp

Halb Anwaltsserie, halb Familiendrama

Mit "The Split – Beziehungsstatus ungeklärt" kommt eine großartige britische Serie nun endlich nach Deutschland – in Staffel zwei dürfen wir uns auch auf eine queere Geschichte freuen.


Im Zentrum von "The Split" steht die Londoner Scheidungsanwältin Hannah Stern (Nicola Walker), die gerade die Firma gewechselt hat (Bild: NDR)
  • Von Patrick Heidmann
    23. März 2021, 09:20h, noch kein Kommentar

Sicherlich gibt es auch in Großbritannien schlechte Fernsehserien. Viele können es allerdings nicht sein, wenn man sich die überdurchschnittlich hohe Qualität all der Produktionen so ansieht, die uns von der Insel erreichen. Hierzulande kann man jedenfalls nur neidisch staunen – und zusehen, dass man mit dem Gucken hinterherkommt.

So wie jetzt im Fall der Serie "The Split", die – natürlich mal wieder mit reichlich Verspätung – ab dem 25. März im NDR (im donnerstags um 22.50 Uhr) sowie in der ARD Mediathek zu sehen ist.

Hannah verlässt die Kanzlei ihrer Mutter

Im Zentrum der zwei Staffeln umfassenden, in Großbritannien bereits vor drei Jahren angelaufenen Serie steht die Londoner Scheidungsanwältin Hannah Stern (Nicola Walker), die gerade die Firma gewechselt hat und seither jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit die sehr telegene Fußgängerbrücke über die Themse überquert. Den Job in der Familienkanzlei Defoe's hat sie hinter sich gelassen, weil ihre Mutter (Deborah Findlay) die Zügel nicht aus der Hand geben wollte. Stattdessen arbeitet sie nun bei der deutlich größeren Firma Noble & Hale, Seite an Seite mit ihrem einstigen Lover Christie (Barry Atsma, bekannt geworden durch "Bad Banks").

Für Hannahs Ehealltag mit Nathan (Stephen Mangan), der ebenfalls Anwalt und Vater ihrer drei Kinder ist, stellt vor allem letzteres eine nicht unerhebliche Hürde dar. Und das angespannte Verhältnis zu Mutter und den Schwestern – Nina, die ebenfalls bei Defoe's arbeitet, und Rose, die ihr Geld als Kindermädchen verdient – wird zusätzlich dadurch auf die Probe gestellt, dass der seit Jahrzehnten verschwundene Vater (Anthony Head aus "Buffy – Im Bann der Dämonen" und "Little Britain") wieder auf der Bildfläche auftaucht. Doch parallel warten auch gleich einige Fälle auf sie, die es in sich haben, so wie die Scheidung des Millionärs McKenzie von seiner Ehefrau (Meera Syal, die schon in "Absolutely Fabulous" oder "Beautiful Thing" sowie zuletzt "Yesterday" dabei war).

Direktlink | Englischer Originaltrailer zur ersten Staffel
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Viele Personen mit vielen Konflikten

Halb Anwaltsserie, halb Familiendrama sitzt "The Split" ein bisschen zwischen allen Stühlen, auch weil Schöpferin und Drehbuchautorin Abi Morgan, die auch Filme wie "Shame" oder "Die eiserne Lady" sowie zahlreiche Theaterstücke und TV-Serien schrieb, ziemlich viele Figuren auffährt, die ziemlich viele Konflikte mit sich herumtragen. Omnipräsent ist dabei das titelgebende Thema Trennung, von den Fällen auf Hannahs Schreibtisch über den Abschied von der Familienfirma bis hin zu den alten Wunden, die das Ende der elterlichen Ehe einst hinterlassen hat. Und dass auch die Ehe der Sterns ordentlich auf die Probe gestellt wird, versteht sich von selbst.

Dass all das enorm sehenswert ist, liegt an Morgans klugen Dialogen und der Tatsache, dass sich hier längst nicht jeder Handlungsstrang so entwickelt, wie man es erwartet. Abgesehen davon sind die schauspielerischen Leistungen durch die Bank exzellent, allen voran von Nicola Walker in der Hauptrolle, die aufmerksame Seriengucker*innen zuletzt etwa als lesbische Pastorin in der tollen Miniserie "Collateral" (verfügbar bei Netflix) wahrgenommen haben.

Queerness wird in "The Split" allerdings erst in der zweiten Staffel etwas größer geschrieben. Da nämlich heuert bei Noble & Hale ein gewisser Tyler (Damien Molony) an, der niemand anderes ist als der Verlobte von Firmenboss Zander Hale (Chukwudi Iwuji). Was dann nochmal ganz eigene Komplikationen mit sich bringt.


Szene aus Staffel zwei: Firmenboss Zander und sein Verlobter Tyler (Bild: BBC One)