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"Extreme Gewalt"

Schweiz: Transphobes Video empört LGBTI-Community

Eine genderqueere Person wird in einem "Satire"-Video von ihrer Psychologin aufgefordert, das Katzenklo zu benutzen, wenn sie nicht auf die Damen- oder Herrentoilette gehen wolle.


Bild aus dem kritisierten Video von Komikerin Claude-Inga Barbey (Bild: Youtube / Le Temps)

In der Romandie gibt es in der queeren Community Verstimmung über ein Video der Tageszeitung "Le Temps". Vergangenen Freitag besuchten deshalb laut NZZ 20 bis 30 LGBTI-Aktivist*innen die Redaktion der französischsprachigen Zeitung in Lausanne. Sie sprachen dabei eine halbe Stunde lang mit Chefredakteurin Madeleine von Holzen. Ihre Forderung, das als transphob gebrandmarkte Video zu löschen und sich dafür zu entschuldigen, kam "Le Temps" nicht nach.

Die knapp fünfminütige "Satire" stammt von der bekannten Westschweizer Komikerin Claude-Inga Barbey. Die Handlung: Eine Psychologin empfängt mit Jocelyne eine Person, die sich als "genderqueer" bezeichnet und das Personalpronomen "es" bevorzugt. Die Psychologin hat Probleme damit, wie sie ihr*e Patient*in ansprechen soll. Jocelyne beklagt schließlich, dass es nur Frauen- und Männertoiletten gebe. Am Ende empfiehlt die Psychologin, dass Joecelyne das Katzenklo benutzen solle.

"Le Temps" veröffentlichte einen Offenen Brief, die von einer Gruppe von Aktivist*innen – unter ihnen etwa die Aids-Hilfe Genf oder der Dragqueen-Verein "Haus of GeneVegas" – unterzeichnet wurde. Darin beklagen sie, dass mit dem Video "extreme Gewalt" ausgeübt werde. Mit dem Video würden trans und nicht-binäre Menschen verspottet, die tagtäglich diskriminiert würden. So werde Jocelyne mit dem Personalpronomen "es" zu einem Objekt degradiert. Die Unterzeichnenden verweisen dabei auf die hohe Suizidrate unter geschlechtlichen Minderheiten.

Chefredakteurin von Holzen sah jedoch keinen Anlass, sich von dem Video zu distanzieren: "Wir verstehen die Publikation als Beitrag zu einer wichtigen gesellschaftlichen Diskussion, die geführt werden soll."

Komikerin Barbey reagierte am Montag mit einem dreiminütigen Youtube-Video auf die Kritik, wies aber die Vorwürfe zurück. Darin ist sie mit Pappnase, roten Haaren und Faschingsschminke zu sehen und erklärt, dass sie schlicht Menschen darstelle, die sie im Alltag treffe. "Ich bin ein Clown", so Barbey. (dk)


Claude-Inga Barbey kramte ihr Faschingsoutfit hervor, um auf Kritik an ihrem Video zu reagieren (Bild: Youtube / Le Temps)



#1 HexeAnonym
  • 24.03.2021, 12:07h
  • Das einzige Komische daran ist doch die permanente Selbstentblößung, von Leuten die versuchen witzig zu sein, indem sie ein transphobes Bild nach aussen zu tragen, weil ihr Ego so klein ist dass sie andere Menschen ständig abwerten müssen.

    Wer diesen Mechanismus bei sich selbst nicht sieht, scheint irgendwie in der Entwicklung hängen geblieben zu sein.

    Als Transfrau mit einer vierjährigen Tochter frage ich mich immer woher derartige Verhaltensweisen kommen. Denn sie scheinen mühsam erlernt worden zu sein.

    Wer mit sich selbst im reinen ist hat es schließlich nicht nötig mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Diese Personen wollen nach unten treten, aber merken leider nie : Da ist gar keiner.

    Dann fallen mir noch Affen ein. Paviane haben auch eine ähnlich primitive Sozialstruktur die auf das Recht des vermeintlich Stärkeren basieren.

    Schade nur das unser nächster Verwandter mehr so der Bonobo ist.

    Also wer macht sich hier eigentlich zum Affen, wenn er mit Scheisse wirft?
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#2 LeashProfil
#3 KumpelAnonym
#4 KumpelAnonym
  • 24.03.2021, 13:47h
  • Antwort auf #2 von Leash
  • Ich hasse Kriege, aber wegen so einer schlechten Komikerin alle Clowns zu hassen, finde ich vollkommen unangebracht. Es gibt ganz hervorragende Clowns. Wie hieß doch gleich der Beste Clown aller Zeiten meines Erachtens: Poppov oder so ähnlich. Dieser russische Clown. Meine Güte, mir fallen jetzt nur nicht alle Namen ein.
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#5 GodzillaAnonym
  • 24.03.2021, 13:59h
  • Wer nach unten tritt betreibt keine Satire. Diesen Satz sollten sich Mal nicht wenige hinter die Ohren schreiben.
    Anstatt auf die berechtigte Kritik einzugehen, wird dann lieber der, im wahrsten Sinne des Wortes, Clown markiert.
    Der Gesellschaft einen Spiegel bei diesem Thema vorhalten muss definitiv anders aufgezogen werden.

    BtW.:
    Ich bin nonbinary und habe für mich selbst das Pronomen es gewählt, die Entscheidung darüber sollte also den betreffenden Personen selbst überlassen werden, anstatt es (Doppeldeutig) pauschal abzulehnen.
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#6 LeashProfil
  • 24.03.2021, 14:56hHamburg
  • Antwort auf #4 von Kumpel
  • Ohje das war jetzt mehr so gemeint wie "ich hasse Broccoli", im Sinne von "es ist einfach nichts für mich". Also ich geh jetzt nicht aktiv los und such mir Clowns die ich aufmischen kann- Auch würde ich nicht wegen eines Videos allen Clowns unterstellen transphob zu sein ;-) die ist bestimmt noch nicht mal ein echter Clown!
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#7 KumpelAnonym
#8 KumpelAnonym
#9 GodzillaAnonym
#10 SybilleAnonym
  • 24.03.2021, 15:44h
  • "Wir verstehen die Publikation als Beitrag zu einer wichtigen gesellschaftlichen Diskussion, die geführt werden soll."

    Also führt "Le Temps" wichtige gesellschaftliche Diskussionen, indem die Zeitung Beiträge zur Schau stellt, die andere Menschen erniedrigen und diffamieren. Da weiß ich doch gleich, wie die das Thema angehen und was sie davon halten. Was ein widerlicher Haufen.
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