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Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare
Bischof Bätzing: "Viele werden durch die Kirche jetzt wieder neu verletzt"
Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz teilt im Gegensatz zum Kölner Hardliner Rainer Maria Woelki das Unverständnis für die kompromisslose Haltung des Vatikans gegenüber Schwulen und Lesben.

Georg Bätzing ist seit 2016 Bischof von Limburg und seit März 2020 Chef der Deutschen Bischofskonferenz
- 24. März 2021, 10:33h 2 Min.
Das vom Vatikan vor gut einer Woche bekräftigte Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare hat in der katholischen Kirche in Deutschland erneut die Gräben zwischen Liberalen und Konservativen geöffnet. In der Funktion als Limburger Bischof erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Mittwoch, er teile das Unverständnis an der Entscheidung aus Rom "ausdrücklich".
Unter deutschen Katholik*innen sorgt seit Tagen die von der Glaubenskongregation des Vatikans verbreitete Erklärung für Empörung, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht gesegnet werden dürfen (queer.de berichtete). Bätzing erklärte, das Dokument gebe den altbekannten Stand der Lehre wieder. Der Bischof erwarte aber, dass sich viele nicht daran halten werden.
"Ein Dokument, das sich in seiner Argumentation so eklatant einem Erkenntnisfortschritt theologischer und humanwissenschaftlicher Art verschließt, wird dazu führen, dass die pastorale Praxis darüber hinweggehen wird", erklärte der Bischof. Er forderte "eine Neubewertung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und eine Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral."
Bätzing: Homosexuelle, Seelsorger*innen und Gläubige verstehen Haltung nicht
Mit Blick auf schwule und lesbische Paare sagte er weiter: "Viele werden durch die Kirche jetzt wieder neu verletzt." Es gebe viele Menschen, "die in verantwortungsvollen, treuen und fürsorglichen Partnerschaften leben, ohne im christlichen Verständnis eine Ehe zu führen". Sie wollten jedoch ihr Leben mit der Kirche gestalten. "Das Nein verletzt aber auch Seelsorgerinnen und Seelsorger in ihrem verantwortlichen Umgang mit solchen Lebenssituationen. Und es stößt viele Gläubige vor den Kopf, die in ihren eigenen Familien als Eltern, Großeltern und Geschwister solche Lebenspartnerschaften sehr wertschätzend begleiten."
Anders als Bätzing schloss sich der nach einem Missbrauchsskandal gebeutelte erzkonservative Kölner Kardinal Woelki am Dienstag gegenüber dem Bonner "General-Anzeiger" der Haltung des Vatikans an (queer.de berichtete). Er sehe in der kompromisslosen Haltung des Vatikans gegen Homosexuelle "eine Stärkung des katholischen Ehe- und Familienverständnisses". (AFP/dk)
















selbst die Segnung (die die Kirche ja auch bei Tieren, Gegenständen und sogar Waffen vornimmt) wäre ja wieder Diskriminierung.
Alles was nicht volle Gleichstellung ist (also Ehe) ist per definition Diskriminierung.
Insofern reden wir hier darüber, ob die Kirche uns ein bisschen weniger oder ein bisschen mehr diskriminieren sollte. Das ist im Jahr 2021 so oder so ein Anachronismus. Und ich würde mich niemals freiwllig diskriminieren lassen, nur weil es ein bisschen weniger Diskriminierung als vorher ist.