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Katholische Kirche

Österreich: Bischöfe begehren gegen Verbot der Segnung auf

Auch in der katholischen Kirche der Alpenrepublik rumort es. Ein Bischof kündigt an, er werde gleichgeschlechtliche Paare trotz des Neins aus Rom segnen, ein anderer entschuldigt sich für die unbarmherzige Haltung.


Bischof Hermann Glettler macht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen deutlich, dass er nichts von dem homophoben Verbot aus Rom hält (Bild: Screenshot ORF)

Auch im tiefkatholischen Österreich ist die Empörung über das vor gut einer Woche vom Vatikan bekräftigte Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare groß. Selbst Bischöfe machen ihrem Unmut Luft. "Man kann nie genug segnen", sagte etwa der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler am Mittwochabend in der ORF-Nachrichtensendung "ZIB Nacht". Glettler ist in der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie zuständig.

Seine Position sei, dass Menschen die Segnung nicht verweigert werden dürfe, wenn diese "ausdrücklich um einen Segen bitten und diesen Weg mit der Kirche gehen wollen". Dies sei auch die Position "vieler Bischöfe und auch vieler Seelsorger und Seelsorgerinnen". Glettler entschuldigte sich zudem bei Schwulen und Lesben für die unbarmherzige Haltung Roms: Jene, "die betroffen sind, die sich auch jetzt von der Kirche wieder zurückgewiesen fühlen, bitte ich um Verzeihung", so der 56-Jährige.

"Für mich sind Homosexuelle keine Christen zweiter Klasse"

Bereits am Dienstag hatte Bischof Josef Marketz aus der Diözese Gurk-Klagenfurt in der ORF-Sendung "Kärnten heute" angedeutet, dass er sich über das vatikanische Verbot hinwegsetzen werde: "Für mich sind Homosexuelle keine Christen zweiter Klasse und natürlich werde ich ihnen auch immer einen Segen erteilen. Das worum in der Kirche gestritten wird, ist die Form, aber da gehe ich davon aus, dass das im Einzelfall besprochen wird und dann auch erteilt wird, dieser Segen, dieses gute Wort für sie und ihr Leben", so Marketz.


Bischof Josef Marketz würde Schwule und Lesben, die es ernst meinen, segnen (Bild: Diözesan-Pressestelle / Daniel Gollner)

Auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn zeigte sich am Mittwoch im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress "nicht glücklich" über die homosexuellenfeindliche Order aus Rom. Er verstehe, dass sich viele Menschen verletzt fühlten. Auch der 76-Jährige deutete an, dass Verbot brechen zu werden: "Wenn die Bitte um den Segen keine Show ist, also nicht nur eine Art Krönung von einem äußerlichen Ritual, wenn die Bitte um den Segen ehrlich ist, es wirklich die Bitte um den Segen Gottes für einen Lebensweg ist, den zwei Menschen, in welcher Situation auch immer, zu gehen versuchen, dann wird man ihnen diesen Segen nicht verweigern."

Auch in der deutschen Kirche rumort es: Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, äußerte am Mittwoch sein Unverständnis über das Verbot (queer.de berichtete). Andere Bischöfe unterstützen jedoch eine unnachsichtige kirchliche Haltung gegenüber Schwulen und Lesben – zu ihnen gehört der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. (dk)

Twitter / WDRaktuell | In Deutschland scheren sich viele Priester einfach nicht über die homosexuellenfeindlichen Anordnungen aus Rom
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#1 Taemin
  • 26.03.2021, 10:05h
  • Derzeit feiert der Begriff "Barmherzigkeit" fröhliche Urständ in Bezug auf das Verhältnis zu Schwulen und Lesben. Er ist aber schlicht falsch und zeigt trotz vermeintlicher Menschenfreundlichkeit seiner Benutzer ein verqueres Menschenbild. Barmherzig ist man gegenüber der Not anderer Menschen. In welcher Not befinden sich Schwule und Lesben, in der man ihnen beistehen und aus der man ihnen heraushelfen müsste? Diese Not halluziniert die Kirche aus dem bloßen Umstand einer bestimmten sexuellen Orientierung, die sozusagen aus sich selbst heraus den Menschen in (Gewissens-) Not stürze. Das ist nichts anderes als die irrige Annahme, Homosexualität sei Krankheit. Nicht der schwule oder lesbische Mensch ist krank oder in Not, sondern derjenige ist es, der sie für therapie- oder barmherzigkeitsbedürftig hält. Menschen nicht ausgrenzen, nicht benachteiligen, nicht schlechter stellen, nicht beschimpfen, nicht verleumden - das ist nicht Barmherzigkeit, das ist Anstand.
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#2 VorsichtAnonym
  • 26.03.2021, 12:30h
  • Bevor die Befürworter der "Segnung" als "Rebell*innen" glorifiziert werden: "Segnung" ist fortgestzte Diskriminierung, weil es die rituell minderwertige Variantge ist. Für eine "Trauung" wie bei Heteros treten auch diese Kirchendiener NICHT ein.
    www.kirchenaustritt.de
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