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Mecklenburg-Vorpommern

Queerfeindlicher Angriff auf Jugendzentrum

Mutmaßlich rechte Täter attackierten erneut den Demokratiebahnhof in Anklam. Sie warfen mehrere Fensterscheiben ein und hinterließen homophobe Parolen.


Schmiererei an einer Scheibe des Demokratiebahnhofs – das "K" wurde vom Jugendzentrum bereits überklebt (Bild: privat)

Auf den Demokratiebahnhof in Anklam wurde in der Nacht auf Mittwoch erneut ein Anschlag verübt. Unbekannte Täter durchschlugen mehrere Glasscheiben und besprühten das Gebäude mit queerfeindlichen Beleidigungen. Auf einem Fenster des Jugendzentrums wurde etwa der Spruch "Kein Ort für Schwule und Transen" hinterlassen.

Der Demokratiebahnhof steht seit seiner Gründung im Jahr 2014 im Fokus von Neonazis. Bereits 2017 hatten zwei rechtsextreme Jugendliche nach der Aufführung von LGBTI-Filmen einen Brandanschlag auf das Gebäude verübt, während sich Menschen darin aufhielten (queer.de berichtete).

Polizei führte keine Spurensicherung durch


Offenbar gezielt wurde die Scheibe vor dem Poster "Kein Ort für Neonazis" eingeworfen (Bild: Demokratiebahnhof)

Die Polizei bestätigte gegenüber Endstation Rechts die erneute Attacke. "Da wir von einer politisch motivierten Sachbeschädigung ausgehen, ermittelt der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam", teilte die Behörde mit. Mitarbeitende des Demokratiebahnhofs kritisierten gegenüber dem von den Jusos Mecklenburg-Vorpommern gegründeten Nachrichtenportal, dass die Beamten die Räume nicht in Augenschein genommen und keine Spurensicherung durchgeführt hätten.

"Der homophobe, transfeindliche und menschenverachtende Hintergrund ist aus unserer Sicht offensichtlich", kommentierte das Jugendzentrum den Vorfall auf Facebook. Die Mitarbeitenden gehen davon aus, dass sich der Anschlag gegen die Initiative "Queer in Anklam" richtete, die ihren vorläufigen Sitz im Demokratiebahnhof hat. Nur einen Tag zuvor hatte die Gruppe einen "Aufruf an alle Anklamer" zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) veröffentlicht.

Demokratiebahnhof lässt sich nicht einschüchtern

"Wir, das Team des Demokratiebahnhofs, lassen uns durch solche Aktionen der Einschüchterung, Diskriminierung und der Verbreitung von Hass & Hetze nicht entmutigen", teilte das Zentrum mit. "Im Gegenteil: Wir spüren mehr denn je, dass es Orte wie den Demokratiebahnhof braucht, die für Toleranz und Vielfalt einstehen und in denen gesellschaftliche Mitbestimmung gelebt wird."

Triggerwarnung: Menschenfeindliche und queer-feindliche Haltung Liebe Menschen, Wir wollen zu einem Angriff auf den...

Posted by Demokratiebahnhof Anklam on Friday, March 26, 2021
Facebook / Demokratiebahnhof Anklam
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Auch "Queer in Anklam" verurteilte den "feigen Angriff auf das Schärfste". Auf Facebook schrieb die Initiative: "Seit Jahren leistet der Demokratiebahnhof eine sehr gute Arbeit und bietet vielen einen Schutzraum. Dieser Schutzraum wird immer wieder durch feige Angriffe dieser Art zerstört!" (cw)



#1 MechanicProfil
  • 27.03.2021, 15:43hHB
  • Diese queerfeindlichen Angriffe , egal auf wem auch immer werden nicht weniger solange die Politik, Justiz und Polizei nicht endlich etwas dagegen unternimmt.
    Von der Politik können wir doch diesbezüglich nichts erwarten solange viele unserer Politiker selbst homophob sind und
    nichts dagegen unternehmen. Deutschland
    gehört noch lange nicht zum Kreis der
    queerfreundlichen Staaten. Und zur Polizei
    und Justiz habe ich diesbezüglich auch kein
    Vertrauen mehr.
    Solange sich hier nichts ändert werden diese
    Übergriffe auf LGBTQI-Personen auch nicht weniger.
    Auch in den Medien wird über alles mögliche geschrieben und berichtet, aber ich habe selten mal gelesen oder gehört das dieses homophobe Pack bestraft wurde.
    Wenn man nicht endlich hart durchgreift
    werden wir noch unser blaues Wunder erleben.
    Als Beispiel, solange der Hassprediger von
    der Weser gegen die Homosexuellen wetterte wurde wenig darüber berichtet, als
    dann aber einige Leute die Kirche beschmierten war der Aufschrei gross und
    warum ? Hier wurde ja die Kirche getroffen .
    Entsetzlich, dass kann man doch nicht machen.
    Ich will damit keinesfalls die Farbschmierereien gutheissen, aber darf man sich denn da wundern.
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#2 HinsehenAnonym
  • 27.03.2021, 18:52h
  • Die Politik darf nicht länger wegsehen, sondern muss endlich aktiv werden.

    Wir brauchen einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie und endlich mehr Aufklärung an allen Schulen.

    Und wir brauchen endlich volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG), die nicht von heute auf morgen die Gesellschaft ändert, die aber ein deutliches Zeichen wäre, dass der Staat keine Diskriminierung duldet. Das wäre die Voraussetzung, dass sich endlich gesellschaftliche Prozesse in Gang setzen.
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#3 dellbronx51069Anonym
  • 27.03.2021, 20:00h
  • Nicht unerhebliche Teile von Polizei und Justiz sind dem Spektrum der Täter zuzurechnen. Die Aussage " Die Beamten verzichteten auf Inaugenscheinnahme und Beweissicherung am Tatort" belegt dies eindeutig. Aus eigener Erfahrung der gut zwei Dutzend Zivilprozesse die ich bisher in meinem Leben geführt habe, kann ich diese Erfahrung nur bestätigen. Sobald die sexuelle Identität ins Spiel kam ging die Sache gegen mich.
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#4 StaffelbergblickAnonym
  • 28.03.2021, 14:58h
  • Es wurde keine Tatortbesichtigung vorgenommen. Soweit die Info. Genauere Hinweise wären jetzt nur spekulationsartig. Deshalb wäre für mich die Frage im Raum ... warum nicht mal eine Dienstaufsichtsbeschwerde versuchen? Weil durch unterbliebene kriminaltechnische Untersuchung eine Ermittlung und ggf Verurteilung deutlich erschwert werden könnte. Beginnt schon damit ... mit was wurde zerstört? Baseballschläger? Steine? ... Steine blieben hinter dem zerstörten Objekt liegen ... Baseballschläger natürlich nicht (könnten aber "typische" Spuren haben und im "best case" noch Splitter im Holz). Fingerabdrücke würde ich nicht erwarten ... denn wer heute so etwas macht, muß schon reichlich blöde sein, keine Handschuhe zu tragen.
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#5 PetterAnonym
  • 28.03.2021, 17:17h
  • Wir sollten Parteien, die nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um sowas zu verhindern, einfach nicht mehr wählen.

    Dann werden die sich schnell ändern.
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#6 PeerAnonym
  • 28.03.2021, 20:34h
  • Wieder mal wollten sich irgendwelche armen Würstchen stark fühlen, indem sie im Schutz der Dunkelheit sowas machen.

    Aber auch wenn die eigentlich der Bodensatz der Gesellschaft sind, so sind sie dennoch brandgefährlich.
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