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Podcast

"Auch die Grünen könnten noch LGBT-freundlicher werden"

Im neuen QUEERKRAM-Podcast spricht Johannes Kram mit dem FDP-Politiker Jens Brandenburg über Queerpolitik im Bundestag, seinen Kampf für die "Familie für alle" und wie es ist, Alice Weidel im Fahrstuhl zu treffen.

Podigee-Direktlink | Die 20. Folge (63 Minuten). Der Podcast lässt sich auch auf allen großen Podcast-Portalen und Apps abspielen
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Am 11. Oktober 2018 sorgt Jens Brandenburg für einen Gänsehautmoment im Deutschen Bundestag. Der FDP-Politiker, der erst seit 2017 im Parlament sitzt, spricht zu einem Antrag der AfD, die Ehe für alle wieder abzuschaffen, und wird am Ende sehr persönlich: "Seit 15 Jahren lebe ich in einer sehr glücklichen Partnerschaft mit meinem Mann, und keine einzige Sekunde davon möchte ich missen", sagt Brandenburg im Plenum. "Dieses Glück, diese Liebe und auch diese Lebensfreude werden wir uns durch Ihren Hass und Ihre Kaltherzigkeit nicht nehmen lassen. Die Ehe für alle bleibt!" Für seine Rede (hier auf Youtube) erhält er langen Beifall aus allen demokratischen Fraktionen.

Aus seiner Homosexualität hat der 35-jährige FDP-Politiker nie ein Geheimnis gemacht, queer.de-Leser*innen wissen seit langem Bescheid, und doch markierte seine starke Rede vor zweieinhalb Jahren im Bundestag eine Art öffentliches Coming-out. Im QUEERKRAM-Podcast von Johannes Kram spricht Brandenburg erstmals über die Vorbereitung, die eigenen Zweifel vor der Debatte und die anschließenden Reaktionen.

Ein fleißiger und kompetenter Queerpolitiker

Die Politiker der Liberalen hat sich das über einstündige Gespräch redlich verdient. Jens Brandenburg mag vielleicht nicht mit viel Charisma gesegnet sein, doch neben Ulle Schauws und Sven Lehmann von den Grünen ist er der mit Abstand fleißigste und kompetenteste Queerpolitiker im Parlament. Der frühere Ehrenamtler beim Schulaufklärungsprojekt SCHLAU nimmt seinen Job nicht nur ernst, er brennt auch für die Themen, gibt der FDP ein glaubwürdiges queeres Gesicht.

Seine Partei verteidigt er im Podcast selbstbewusst. Macho-Partei? Das war gestern, meint Brandenburg. Auch muffige Attacken auf sogenannte Identitätspolitik wie in der SPD seien in der FDP nicht zu befürchten: "Selbstbestimmung und Freiheitsrechte stecken in unserer DNA." Die gesamte Fraktion habe ihn auch bei den starken Angriffen auf seinen Entwurf eines transfreundlichen Selbstbestimmungsgesetzes in Schutz genommen.


Jens Brandenburg und Johannes Kram vor dem Tonstudio

Mit seinem Vorstoß, die nichtkommerzielle Leihmutterschaft zu legalisieren, betritt der FDP-Politiker nicht nur queerpolitisches Neuland, sondern treibt auch die anderen Parteien vor sich her. "Auch die Grünen könnten noch LGBT-freundlicher werden", sagt er im Podcast – und prägt ein neues Schlagwort. Nach der Ehe für alle fordert er die "Familie für alle".

Brandenburg plaudert aus dem Nähkästchen

Im Gespräch mit Johannes Kram erzählt Jens Brandenburg wenig Privates, plaudert als Profipolitiker aber zumindest aus dem Nähkästchen. Was bei den Frühstücksrunden mit den anderen queerpolitischen Sprecher*innen so vereinbart wird und wie er sich verhält, wenn er Alice Weidel im Fahrstuhl trifft. Warum Guido Westerwelle für ihn ein Vorbild war und welche Regierungskoalition er sich nach der Bundestagswahl wünscht.

Energisch plädiert Brandenburg im Podcast für mehr Solidarität innerhalb der queeren Community – und für mehr Engagement. "Es reicht halt nicht nur zu feiern, wir haben auch in diesem Jahrzehnt viele wichtige queerpolitische Themen, für die wir kämpfen müssen". Sätze, die man aus der FDP früher eher selten gehört hat…

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Warum sich Schauspieler outen sollten
Folge 2 mit Anastasia Biefang:
Warum das Transsexuellengesetz auf den "Müllhaufen der Geschichte" gehört
Folge 3 mit Ralf König:
Warum Ralf König genug vom "Gezicke in sozialen Medien" hat
Folge 4 mit Stephanie Kuhnen und Juliane Löffler:
Wie viel kreatives Potenzial steckt in der Corona-Krise?
Folge 4 mit Georg Uecker:
Warum gibt es so viel Häme auch in der Community?
Folge 6 mit Ines Pohl:
Outest du dich im Interview mit Homohassern, Ines Pohl?
Folge 7 mit Patrick Lindner:
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Folge 8 mit Pierre Sanoussi-Bliss:
"Dass mein Leben auch zählt, müssen mir Weiße nicht sagen"
Folge 9 mit Annie Heger:
"Ich werde als Christin von der LGBT-Community mehr angefeindet als andersrum"
Folge 10 mit Aminata Touré und Tessa Ganserer:
"Zwischen Queerfeindlichkeit und Rassismus gibt es Parallelen"
Folge 11 mit Riccardo Simonetti:
Warum wir auf unser "Anderssein" stolz sein können!
Folge 12 mit Sookee:
"Eine rassistisch agierende Community kann sich erneuern"
Folge 13 mit Linus Giese:
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Warum schweigt die Politik zum Mord in Dresden, Kevin Kühnert?
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Folge 17 mit Klaus Lederer:
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Folge 18 mit Karin Hanczewski und Godehard Giese:
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#1 KaiJAnonym
  • 27.03.2021, 10:00h
  • Das ist nun ein sehr FDP-parteiischer Artikel. Auch mit Brandenburg hat die FDP keinen bürgerechtlichen Liberalismus. Der Mensch ist nur blosses Aushängeschild dafür. In einer Regierung bleibt davon nichts übrig. Der einzige und staatzersetzende Liberalismus der FDP ist der für z.B. eine Wirtschaft ohne Steuern. Und ob sie nicht in der Vergangenheit nicht schon gegen eine Identitätspolitk im gruppensolidarischen Sinn gehetzt hat, daran habe ich schon sehr grosse Zweifel. Und u.a. Figuren wie Lindner ala Brüderle mit seinem Sexismus gegenüber der letzten FDP-Generalsekretärin von Machotum freizusprechen, überzeugt auch nicht gerade. Die FDP sitzt auch nach der Weigerung nach der letzten Bundestagswahl demokratische Regierungsverantwortung zu übernehmen und ihrem Wahlverhalten in Thüringen einschliesslich Äusserungen dazu von Lindner und Kubicki zurecht im Bundestag auch politisch ganz rechts neben der AFD eingeordnet. Was mit der FDP, wenn's hart auf hart kommt, auf uns zukommt, da hätte ich mit dem Artikel und wohl auch von Kram zumindest etwas Feinsinn erhofft.
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#2 ErikAnonym
  • 27.03.2021, 10:45h
  • Es ist sehr interessant, dass die FDP und Jens Brandenburg sich hier so darstellen, als würden sie eine inklusive Queer*Politik machen. Das ist ein Schlag ins Gesicht für Queere*Menschen aus der Mahgreb, die in LGBTIQ*feindliche Lönder abgeschoben werden können, weil unter anderem die FDP dafür gestimmt hat diese zu sicheren Herkunftländern zu erklären.
    Was ich hier sehe, ist eine Queer*politik für privilegierte weiße LGBTIQ*
    Hier könnte die FDP was von den Grünen lernen und nicht andersrum.
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#3 Taemin
  • 27.03.2021, 11:09h
  • Wir wissen doch alle, dass die FDP zwei Queerpolitiken fährt: die eine in der Opposition mit allerlei freundlichen Forderungen, die andere in der Regierungsverantwortung mit betonharter Ablehnung jedweder Verbesserung. Das möge bei der Wahl niemand vergessen. Und noch eine Anmerkung zu jener Brandenburg-Rede gegen den AfD-Antrag auf Wiedereinführung des Eheverbots: Schon die fast nur mit Pflichten und kaum mit Rechten versehene ursprüngliche Lebenspartnerschaft (2001) wurde gegen den erbitterten Widerstand der FDP erkämpft, auch gegen den von Guido Westerwelle, den Brandenburg als Vorbild bezeichnet. Wo immer die FDP über Landesparlamente in Koalitionen die Macht dazu besaß, sperrte sie die Standesämter für gleichgeschlechtliche Paare und verweigerte im Landesrecht die Anerkennung der Lebenspartnerschaft. Ich selbst war in RLP davon betroffen, und ich werde das der FDP niemals vergessen. Als sich 2017 die Frage stellte, ob wir ein zweites Mal groß feiern und Brimborium im Standesamt machen würden, habe ich das abgeleht. Es gab nur einen Verealtungstermin beim Standesbeamten und keine Feier. Man kann rückwirkend ein Register korrigieren. Aber rückwirkend feiern kann man nicht, erst recht konnten das diejenigen unserer Gäste nicht, die zwischen 2002 und 2017 verstorben waren. Im Übrigen hatte die FDP schon 1980 vor der Wahl die Abschaffung des Rest-Paragraphen 175 gefordert und diese Forderung gleich nach der Wahl sofort fallengelassen. Geht dieser Partei nicht auf den Leim!
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#4 NonBinaryEhemaliges Profil
  • 27.03.2021, 13:41h
  • Diese zutiefst unsolidarische, wirtschafts-neoliberale Partei mit dem Motto "Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht" werde ich niemals wählen. Da kann mir ein Herr Brandenburg erzählen, was er will.
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#5 YannickAnonym
  • 27.03.2021, 15:24h
  • ""Auch die Grünen könnten noch LGBT-freundlicher werden""

    Sagt jemand von der FDP...

    Alles klar...

    Nur mal ein einziges Beispiel:
    die Grünen haben schon die Ergänzung von Art. 3 GG gefordert, als die FDP noch philosophierte, dass man das Grundgesetz nicht überladen solle.

    Und so weiter...
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#6 aberaberAnonym
  • 27.03.2021, 20:11h
  • Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie das "Vorbild Westerwelle" die FDP als "Partei der Besserverdienenden" bezeichnete.

    Das ist die Kernaussage dieser Partei!
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#7 RigolettoAnonym
  • 28.03.2021, 06:30h
  • Man merkt deutlich, dass der Wahlkampf bereits im vollen Gange ist.

    Die FDP hat schon immer ihre Fähnchen nach dem Winde gedreht.
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#8 PetterAnonym
#9 NevermindAnonym