Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38478

Unterschriftenliste übergeben

"Wer segnet, darf dafür nicht bestraft werden"

Rund 2.600 katholische Geistliche aus Deutschland fordern ihre Kirche auf, homosexuelle Paare nicht mehr diskriminieren zu müssen. Die deutsche Kirchenführung will jetzt das Anliegen nach Rom tragen.


Pfarrer Burkhard Hose will nicht mehr nur Heteros segnen (Bild: Facebook / Burkhard Hose)

Nach dem vom Vatikan ausgesprochenen Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare hat der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose als Vertreter der katholischen Initiative #mehrSegen am Samstag eine Unterschriftenliste an hohe Geistliche in Bonn übergeben. Knapp 2.600 Menschen aller pastoraler Berufsgruppen und aus allen Diözesen Deutschlands hatten sich der Aktion angeschlossen (queer.de berichtete).

"Das starke Echo, das unsere Aktion unter Hauptamtlichen in der katholischen Kirche ausgelöst hat, ist einmal mehr Beleg für den Leidensdruck, unter dem viele von ihnen stehen", sagte Hose im Vorfeld der Übergabe am Sitz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Die Unterzeichnenden würden erwarten, "dass gleichgeschlechtliche liebende Paare künftig nicht nur die Möglichkeit einer kirchlichen Segnung erhalten, sondern volle Anerkennung erfahren", so Hose. Unter den Unterzeichnenden seien Priester, Ordensleute, Theolog*innen, Seelsorger*innen sowie Gemeinde- und Pastoralreferent*innen. Mit ihrer Unterschrift erklärten sie sich bereit, weiterhin gleichgeschlechtlich liebende Paare zu segnen.

Twitter / HoseBurkhard
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

"Viele, die das in der Vergangenheit schon getan haben, hatten dienstrechtliche Konsequenzen zu tragen. Wir erwarten, dass dies in Zukunft nicht mehr geschieht. Wer segnet, darf dafür nicht bestraft werden", heißt es in einem Statement von Hochschulpfarrer Burkhard Hose und Pfarrer Bernd Mönkebüscher, die am 15. März die Aktion #mehrSegen gestartet haben.

Übergeben wurde die Liste Birgit Mock, die Vorsitzenden des Synodal-Forums "Sexualität und Partnerschaft", sowie an Bischof Helmut Dieser. Beide machten am Samstag deutlich, dass der Debattenanstoß auf offene Ohren treffe: Die Unterschriften seien "Mahnung und Auftrag für die weitere Auseinandersetzung auf dem Synodalen Weg" mit dem Thema, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Samstag. Man wolle die Anliegen diskutieren und auch möglichst bald nach Rom tragen. Die römische Stellungnahme habe für "Irritation und Verärgerung gesorgt", so Bischof Dieser weiter. "Eine Anerkennung der Sexualität mit ihren vielfältigen Dimensionen und Veränderungen im Lebensverlauf kommt letztlich auch der Würdigung einer sakramental geschlossenen Ehe von Mann und Frau zugute", stellte er klar.

Hintergrund der Debatte ist ein am 15. März von der Glaubenskongregation mit Zustimmung des Papstes veröffentlichtes Papier, in dem das Segnungsverbot für homosexuelle Paare verteidigt wird (queer.de berichtete). Kritiker*innen halten dieses Verbot für ungerecht und verweisen empört darauf, dass die Kirche kein Problem damit habe, Tiere, Autos oder sogar Kriegswaffen zu segnen. (dpa/dk)



#1 CogitoAnonym
  • 30.03.2021, 12:56h
  • Die ganze Aktion wirkt auf mich unglaubwürdig und was die beteilgten Priester betrifft, auch hochgradig narzisstisch, weil sie die Annahme verfestigt, dass nur ein Priester die Autorität habe, ein Paar zu segnen.

    Außerdem geht sie dann auch noch davon aus, dass dem Priester diese Autorität selbst dann zugestanden werden muss, wenn er sich gegen die offizielle Glaubenslehre seiner Kirche stellt, der er sich selber sowohl öffentlich mit einem eheähnlichen Ritual als auch mit Unterschreiben seines Arbeitsvertrags unterworfen hat.
  • Antworten » | Direktlink »