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USA

Aus Homophobie: Katholische Kirche wollte telefonische Suizid-Beratung verhindern

Der Kampf der katholischen Kirche gegen die staatliche Anerkennung von queeren Menschen wird in den USA besonders aggressiv ausgetragen – der Bischofskonferenz geht es sogar zu weit, wenn der Staat Selbstmorde von Homo- und Transsexuellen verhindern will.


Eigentlich sollte Suizid-Prävention wenig kontrovers sein… (Bild: Antranias / pixabay)

Letztes Jahr beschloss der US-Kongress mit großer Mehrheit die Einrichtung einer kostenlosen nationalen Telefonnummer, die Menschen mit Suizidgedanken seelsorgerisch zur Seite stehen soll. Der "National Suicide Hotline Designation Act" erhielt dabei Zustimmung sowohl aus der Demokratischen als auch aus der Republikanischen Fraktion. Eine Gruppe wollte die Einführung des Notfalltelefons aber laut "National Catholic Reporter" mit aller Macht verhindern: die nationale Bischofskonferenz der katholischen Kirche.

Die Bischofskonferenz habe im Hintergrund Lobbyarbeit gegen den Gesetzentwurf geleistet. Grund dafür sei ausschließlich gewesen, dass eine "Sonderfinazierung für LGBTQ-Unterstützung" vorgesehen sei. Die Bischöfe monierten, dass in dem Gesetzentwurf darauf hingewiesen wurde, dass Hilfe für queere Menschen wegen ihres erhöhten Suizidrisikos laut Gesetzentwurf besonders gefördert werden solle. In dem Dokument heißt es, dass junge LGBTQ eine mehr als vier Mal höhere Wahrscheinlichkeit als andere hätten, einen Suizidversuch zu unternehmen.

Tatsächlich zeigen Studien, dass Homo- und Transsexuelle weit häufiger versuchten, sich das Leben zu nehmen. Verantwortlich dafür sei demnach hauptsächlich Diskriminierung der Mehrheitsgesellschaft (queer.de berichtete).

Kirche bekämpft auch Gesetz gegen häusliche Gewalt und gegen Diskriminierung

Es ist nicht das erste Mal, dass die amerikanische Kirche wegen ihrer Ablehnung von Homo- und Transsexuellen versuchte, Gesetzentwürfe zu stoppen. Bereits bei der Neuauflage des "Violence Against Women Act" aus dem Jahr 2013 wurde von den Bischöfen kritisiert, dass auch homo- und transsexuelle Opfer von häuslicher Gewalt erwähnt werden sollten. Die Bischofskonferenz betonte, dass der ausdrückliche Schutz für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten "die Wichtigkeit von sexueller Unterschiedlichkeit" untergrabe. Das Gesetz wurde trotz des Widerstandes beschlossen.

Auch das gegenwärtig debattierte Gleichbehandlungsgesetz, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität verbieten soll, wird von der Bischofskonferenz abgelehnt. Erst im Februar hatte das Repräsentantenhaus einen entsprechenden "Equality Act" beschlossen (queer.de berichtete). Nun müssen noch Senat und Präsident Joe Biden zustimmen. Die katholische Kirche rief die Gläubigen zum Widerstand gegen das Gesetz auf, da das Gleichbehandlungsgebot gegen die "Religionsfreiheit" verstoße (queer.de berichtete). (dk)

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBTI-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben.


#1 AtreusProfil
  • 29.03.2021, 13:47hSÜW
  • Wow. Ich bin selten sprachlos, aber die Kirchenfürsten schaffen es immer wieder.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 29.03.2021, 13:50h
  • Das zeigt wieder mal, dass die Katholische Kirche über Leichen geht. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern wortwörtlich.
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#3 Korinthen KKAnonym
  • 29.03.2021, 16:20h
  • Das ist doch klar. In der Beratung sehen sie ihr "Geschäftsmodell" bedroht, da die Menschen sich in seelischen Notfällen doch bitte in den Glauben flüchten sollen. Dabei treiben sie mit ihren Dogmen die Leute erst in seelische Notfälle, um ihnen dann Lösungen für ein Problem anzubieten, dass sie ohne sie gar nicht hätten.
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#4 Teddy63Ehemaliges Profil
#5 swimniAnonym
#6 nixethikAnonym
  • 30.03.2021, 17:46h
  • "Kirche bekämpft auch Gesetz gegen häusliche Gewalt und gegen Diskriminierung"

    Damit wird wieder einmal deutlich, dass Christen und Muslime sich im Hass gegen LGBT*IQ vereinen und auf derselben unethischen Stufe stehen: "Erdogan kündigt aus Homophobie Pakt zum Schutz von Frauen"
    www.queer.de/detail.php?article_id=38417
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#7 Homonklin_NZAnonym
#8 mmmmAnonym