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Bundestagswahl 2021

Nach Schummeleien: Yannick Regh zieht sich zurück

Der offen schwule Sozialdemokrat wollte den früheren Wahlkreis von Johannes Kahrs erobern. Daraus wird nichts.


Yannick Regh in einer Wahlwerbung 2019 (Bild: Facebook / Yannick Regh)

Der 29-jährige SPD-Politiker Yannick Regh hat seine Parteiämter und sein Mandat als Abgeordneter der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte niedergelegt, weil er sich bei der Wahlkreis-Aufstellung in Hamburg-Mitte "mit unangebrachten Mitteln [...] einen Vorteil im Wahlverfahren" verschafft habe, wie der Betriebswirt am Sonntag auf Facebook zugab. "Ich bitte dafür um Entschuldigung", schrieb Regh weiter. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall machte er auf Facebook nicht und schwieg gegenüber den Medien.


(Bild: Facebook / Yannick Regh)

Regh soll laut dem "Hamburger Abendblatt" (Bezahlartikel) vier Parteimitglieder angesprochen und um ihre Anmeldedaten gebeten haben. Damit wollte er offenbar bei der innerparteilichen digitalen Wahl am Freitag an ihrer Stelle für sich selbst abstimmen.

Einer der von Regh Angesprochenen informierte SPD-Kreischef Hansjörg Schmidt über die geplante Trickserei. "Ich habe das sofort unterbunden und dafür gesorgt, dass die Wahl ordnungsgemäß ablief", wird Schmidt in "Bild" zitiert. Parteifreundinnen und -freunde rätselten laut dem Boulevardblatt, warum Regh zu diesen Mitteln gegriffen hatte.

Im Vorfeld waren Regh gute Chancen eingeräumt worden, SPD-Kandidat im Wahlkreis zu werden. Zuvor hatte der offen schwule Politiker Johannes Kahrs den Wahlkreis seit 1998 sechs Mal für die sozialdemokratische Fraktion gewonnen. Der langjährige SPD-Sprecher für die Belange von Schwulen und Lesben gab 2020 nach einem innerparteilichen Streit Mandat und Ämter auf (queer.de berichtete).

Yannick Regh arbeitet laut seiner Fraktion seit 2017 in der Steuerberatung. Außerdem sei er Mitglied in der Gewerkschaft ver.di sowie der katholischen Kirche. Seit März 2020 sei er "mit meinem zukünftigen Ehemann verlobt". In sozialen Netzwerken veröffentlichte er mehrere Fotos mit seinem Verlobten. (cw)



#1 SinolaAnonym
  • 29.03.2021, 18:24h
  • Schade, dass er gehen muss. Eigentlich hatte er gute Gründe für sein Handeln. Wir brauchen mehr schwule Kandidaten im Parlament.
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#2 Tim PAnonym
#3 janxAnonym
  • 29.03.2021, 20:48h
  • Antwort auf #1 von Sinola
  • Wie bitte? Welche "guten Gründe" mag es denn bitte geben bei einer Partei die das Wort "demokratisch" sogar im Namen trägt, Wahlfälschung zu betreiben? Ich kann nur mit dem Kopf schütteln.
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#4 RigolettoAnonym
#5 AZPEAnonym
  • 29.03.2021, 23:18h
  • Das klingt fast nach der alten Johannes-Kahrs-Schule, man lese sich mal durch (zum Beispiel bei Wikipedia), wie der mit politischen Gegnern umgegangen ist.
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#6 swimniAnonym
#7 klausjanAnonym
  • 30.03.2021, 09:33h
  • Antwort auf #6 von swimni
  • Klingt fast selbstzerstörerisch: Wer in aller Welt wird einen so dummen und dreisten Betrugsversuch durchgehen lassen? Dazu als Steuerberater, von dem Korrektheit bis in Stelen hinterm Komma erwartet wird
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#8 MarkusPAnonym
  • 08.04.2021, 23:14h
  • Schwule sind per se keine besseren Menschen. Schon die Biographie von Johannes Kahrs spricht Bände - Berufspolitiker mit rotem Mäntelchen die neoliberale Werte vertreten und sich die Pöstchen zuschieben. Ja - jede Gesellschaft hat die Politiker die sie verdient - ich kenne leider viele Leute die hier sagen: haben doch alles richtig gemacht - sprich: denkt jeder an sich, ist an alle gedacht - bäh.
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