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Berlin

Sexdate erpresst: Tatverdächtige ermittelt

Mit Bildern fahndete die Berliner Polizei erfolgreich nach einem Trio, das 2019 einen damals 42-jährigen schwulen Online-Dater tagelang räuberisch erpresst haben soll. Zwei der jungen Männer stellten sich freiwillig, einer wurde erkannt.


Drei Tage nach der Öffentlichkeitsfahnung konnte die Berliner Polizei alle drei Tatverdächtigen identifizieren (Bild: cocoparisienne / pixabay)

Erfolgreiche Öffentlichkeitsfahndung nach der räuberischen Erpressung eines schwulen Mannes in Berlin: Zwei 17-jährige Tatverdächtige, die mit Bildern gesucht wurden, haben sich am Freitag im Beisein ihrer Rechtsanwälte auf einer Polizeidienststelle gemeldet. Der dritte Tatverdächtige, ein 18-Jähriger, wurde bereits am vergangenen Freitag von Zeugen wiedererkannt.

Am 28. September 2019 lernte das damals 42 Jahre alte Opfer im Internet zwei junge Männer kennen, mit denen er sich in seiner Wohnung in der Kurfürstenstraße verabredet hatte. Nachdem es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen sein soll, hätten die beiden jungen Männer den Wohnungsinhaber anschließend aufgefordert, ihnen seine Kundenkarte sowie die dazugehörige PIN einer Autovermietung auszuhändigen. Von dem Verhalten des Duos eingeschüchtert, sei er der Forderung nachgekommen.

Auch Herausgabe der Kreditkarte gefordert

Die beiden Tatverdächtigen sollen anschließend mit der Kundenkarte ein Auto kostenpflichtig angemietet haben. Als der 42-Jährige am Folgetag die Sperrung seiner Karte vornahm, sei er von den Tatverdächtigen bedroht worden, die Karte wieder freizuschalten. Eine Freischaltung der Karte konnte jedoch nicht durchgeführt werden, da unter Verwendung der Karte zuvor Verkehrsunfälle verursacht wurden.

Am 7. Oktober 2019 habe sich der dritte Tatverdächtige beim 42-Jährigen gemeldet und unter Drohung von Gewalt bei einem anschließenden Treffen die Herausgabe der Kreditkarte und der PIN gefordert. Eingeschüchtert sei der 42-jährige Mann der Aufforderung nachgekommen und habe die Kreditkarte bei einer Verabredung übergeben. In den darauffolgenden Wochen sei es zu mehreren weiteren Drohungen und anschließenden Übergaben von Bargeld und Gegenständen sowie ungerechtfertigten Geldabhebungen gekommen.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Ermittlungen dauern an. Hinweise, auch zu möglichen weiteren Opfern, nimmt das Fachkommissariat der Polizeidirektion 4 (Süd) in der Eiswaldstraße 18 in 12249 Berlin-Lankwitz während der Bürozeiten unter der Rufnummer (030) 4664-473110, außerhalb der Bürodienstzeiten unter der Rufnummer (030) 4664-471100, über die Internetwache oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen. (cw/pm)



#1 zundermxeAnonym
  • 30.03.2021, 08:19h
  • Bei dieser Art von Erpressung und Nötigung ist die Dunkelziffer sehr hoch. Selten werden sie zur Anzeige gebracht.
    Die Täter nutzen die individuelle Situation des Opfers aus und werden dabei idR durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen begünstigt.
    Wenn dann tatsächlich mal die Polizei eingeschaltet wird, verhalten sie sich sehr professionell und die Verfahren werden eingestellt oder enden mit Mini-Strafen.
    Wage die These, dass es Vergleichbares zumindest in jeder größeren Stadt gibt.
    Kenne selbst einen Fall detailliert (einige Jahre her in NRW), der am Ende mit einer Täter-Opfer-Umkehr endete (weil die Täter jung waren und wussten was sie der Polizei zu erzählen hatten). Bei den Tätern steht das gesamte Umfeld hinter (Familie und Freunde) und das Opfer steht alleine. In dem mir bekannten Fall arbeitete der Onkel in der Verwaltung und die Täter verfügten über die Adressen und Telefonnummern aller (Opfer, dessen Familie sowie Zeugen).
    Wünsche dem Opfer im hier beschriebenen Fall viel Glück, gute Anwälte und starke Nerven. Wird er brauchen.
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#2 GodzillaAnonym
  • 30.03.2021, 10:13h
  • Da muss es eindeutig noch Mitwisser geben, denn 17-jährige können kein Auto anmieten, selbst mit dem Volljährigen klappt das eher nicht, weil viele Vermietungen als Mindestalter 21 Jahre als Vorraussetzung haben, ebenso wie ausreichende Fahrpraxis. Zumindest kenne ich das hier in Berlin und Umland so. Es ist auch erschreckend, dass so ein Fall im doch eher ruhigen Mariendorf Auftritt und der dortige Tatort auch eher als ruhig gilt, kenne die Gegend ja recht gut.

    Es war damit zu rechnen, dass die Fahndung mit Fotos zum Erfolg führt. Das Alter der Tatverdächtigen hat mich allerdings stocken lassen, andererseits bin ich aber auch nicht gänzlich überrascht.
    Das Aufschlagen mit Anwalt zeigt mir, dass das Elternhaus hinter ihnen steht und man bereits einen Anwalt in petto hatte, was mich zu der Mutmaßung führt, dass da bereits jemand mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, denn Mal eben schnell nen Anwalt aus dem Hut zaubern und dann auch noch in Covidzeiten, daran zweifle ich.

    Ich wünsche dem Opfer jedenfalls alles Gute und das die mutmaßlichen Täter ihre Strafe erhalten und nicht irgendein Wischiwaschi Urteil gefällt wird.
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#3 HatschuAnonym
  • 30.03.2021, 10:30h
  • Einerseits gut, dass die Täter gefasst wurden.

    Andererseits: Zwei der Täter sind (Stand heute) gerade mal 17 Jahre alt, also minderjährig. Die beschriebene Tat ereignete sich bereits 2019. Gut möglich also, dass die beiden damals sogar noch 15 Jahre alt waren.
    Möglich ist zwar alles, aber ich ich tue mir schwer mit dem Gedanken, dass die drei in so einem Alter das von ganz alleine abgezogen haben.
    Für mich sind die drei in diesem Fall eher Täter und Opfer zugleich. Wer weiß, ob die drei nicht, auch vor ihrem herkunftlichen Hintergrund, möglicherweise von Hintermännern dazu gezwungen wurden - Zwangsprostitution mit räuberischer Erpressung? Ich hoffe also, dass die Ermittlungen dahingehend weitergehen.

    Mir fällt auch schwer, den heute 42-jährigen als reines Opfer zu betrachten. Im Falle der Erpressung ja. Aber abgesehen davon: Er ist auch Täter.
    Er bezahlt (deutlich) Minderjährige mit Geld für Sex. Wo liegt hier bitte eine Freiwilligkeit und Einvernehmlichkeit vor?
    Prostitution mit Minderjährigen ist verboten.
    Der Typ muss doch erstens bemerkt haben, dass sie deutlich unter 18 sind und sicherlich nicht freiwillig Sex mit ihm haben. Der hat die Zwangslage von ihnen doch bewusst ausgenutzt. Ich hoffe, dass er ebenso bestraft wird.
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#4 Korinthen KKAnonym
#5 Korinthen KKAnonym
  • 30.03.2021, 10:55h
  • Antwort auf #3 von Hatschu
  • Deine Lesekompetenz lässt zu wünschen übrig:

    "Nachdem es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen sein soll, hätten die beiden jungen Männer den Wohnungsinhaber anschließend aufgefordert, ihnen seine Kundenkarte sowie die dazugehörige PIN einer Autovermietung auszuhändigen. Von dem Verhalten des Duos eingeschüchtert, sei er der Forderung nachgekommen."

    Erpressung oder Diebstahl ist also Bezahlung:

    "Er bezahlt (deutlich) Minderjährige mit Geld für Sex. Wo liegt hier bitte eine Freiwilligkeit und Einvernehmlichkeit vor?"

    "Prostitution mit Minderjährigen ist verboten.
    Der Typ muss doch erstens bemerkt haben, dass sie deutlich unter 18 sind und sicherlich nicht freiwillig Sex mit ihm haben. Der hat die Zwangslage von ihnen doch bewusst ausgenutzt. Ich hoffe, dass er ebenso bestraft wird."

    Auf diese Täter-Opfer-Umkehr, wie du sie betreibst, spekulieren die sicher.
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#6 KumpelAnonym
  • 30.03.2021, 11:00h
  • Antwort auf #3 von Hatschu
  • Ließ einfach nochmal den Artikel darüber richtig. Zuerst einmal, Sex mit 15 Jährigen ist gesetzlich erlaubt. Zudem hat das Opfer nicht dafür bezahlt. War auch so nicht ausgemacht.Somit fällt Prostitution mit Minderjährigen schon mal aus. Da er anschließend bedroht und ausgeraubt worden ist, sieht es eher für diese Lümmel recht mau aus. Zudem steckt wesentlich mehr Potential von Seiten Erwachsener dahinter. Ich vermute da eine regelrechte Verbindung zur Familie der Täter. So wie in einem Kommentar schon sehr zutreffend erwähnt. Dem Opfer wünsche ich an dieser Stelle einen verdammt guten Anwalt. Denn diesen wird er brauchen.
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#7 janxAnonym
  • 30.03.2021, 11:14h
  • Siehe meinen Kommentar beim Ursprungsartikel, wo einige angedeutet hatten es wäre zu spät nach denen zu fahnden. Das ist natürlich Unsinn. Ist ein halbwegs gut erkennbares Bild in der Zeitung kann man schon die Pressemitteilung zur Festnahme vorbereiten. Das war's dann für die Täter. Einziges Problem noch: Meist folgt keine wirklich relevante Strafe - es geht vermutlich daher bald unverändert weiter.
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#8 KumpelAnonym
  • 30.03.2021, 11:57h
  • Antwort auf #7 von janx
  • Dazu kann ich nur antworten, selbst schuld, gleich zwei vollkommen fremde Jungs zu sich in die eigene Wohnung einzuladen. Wie leichtsinnig doch. Aber nun gut. Ich benutze keine Dating Apps. Auch schon wegen meines jetzigen Alters. Aber ich habe von Anbeginn dieser Apps so meine Zweifel daran gehabt. Ich erinnere mich noch gut an die alten Kontaktanzeigen. Wie oft betrat ich fremde Räumlichkeiten ohne das mein Gegenüber vorsichtig gewesen ist.
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#9 Girlygirl
  • 30.03.2021, 14:20h
  • Ich will das Opfer nicht in die böse Ecke stellen, jedoch hätte man Schaden evtl. vermeiden können, wenn er vorher sich ein klein wenig erkundigt hätte. Wenn ein 42-Jähriger Sex mit gerade mal Volljährigen möchte (ich hoffe dass das seine Intention war und nicht extra junges Gemüse gesucht hat), sollte man sich auf jeden Fall Ausweise zeigen lassen, denn es ist schwer zu sagen ob jemand 15, 16 oder schon 18 ist. 16 ist zwar für mich moralisch fragwürdig, aber legal. 14 und 15 ist eine rechtliche Grauzone in Deutschland, unter 21-Jährige müssen zwar nichts befürchten, aber Ältere können da durchaus rechtliche Konsequenzen bekommen, ganz abgesehen von der großen moralischen Fragwürdigkeit. Dieser Erpressungsfall hätte sich natürlich auch mit älteren Tätern abspielen können, jedoch wirft die Tatsache, dass es so junge Täter sind, Fragen auf. Könnte es sein, dass die jungen Täter Opfer von Zwangsprostitution sind (ohne dass der 42-Jährige vielleicht davon weiß) und eine ältere Person die Fäden in der Hand hat? Dass drei dermaßen junge Männer so systematisch vorgehen erscheint mir verdächtig.
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#10 queergayProfil
  • 30.03.2021, 14:40hNürnberg
  • Antwort auf #9 von Girlygirl
  • Natürlich sollte man sich zuerst Gedanken machen um die möglicherweise armen erwachsenen Täter, die womöglich selber Opfer sind und für die muß man dann ja auch Verständnis haben.
    Und das wirkliche Opfer hier, der 42-jährige Mann, hatte ja auch vielleicht fragwürdige Absichten in Richtung "junges Gemüse". Und das dürfte dann auch gar nicht sein. Auch andere moralische Fragwürdigkeiten sind dem Kommentator hier wichtiger als der Mensch, der hier wirklich das Opfer ist. Ja geht's noch?
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