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Mirasis Basarow

Usbekistan: LGBTI-Aktivist brutal zusammengeschlagen

Unbekannte schlagen im Verfolgerstaat Usbekistan einen Aktivisten zusammen, der sich für die Entkriminalisierung von Homosexualität ausspricht. Die autoritäre Regierung gibt dem Opfer die Schuld an der Attacke.


Mirasis Basarow nach der Attacke im Krankenhaus (Bild: Twitter / Agnieszka Pikulicka)

Der usbekische Blogger und Menschenrechtsaktivist Mirasis Basarow ist am Sonntag von unbekannten Männern in der Hauptstadt Taschkent brutal zusammengeschlagen worden. Die Attacke gegen den 29-jährigen Regimekritiker, der sich insbesondere für die Entkriminalisierung von Homosexualität in seinem Heimatland einsetzt, ereignete sich laut Medienberichten nur wenige Stunden, nachdem gläubige Demonstranten eine öffentliche Veranstaltung von Basarow gestört und dabei "Allahu Akbar" gerufen hatten.

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Der Aktivist erlitt bei der Attacke mehrere Verletzungen an inneren Organen, ein gebrochenes Bein sowie eine Gehirnerschütterung. Laut seinem Ärzteteam sei sein Zustand sehr ernst – möglicherweise müsse er sich einer Gehirnoperation unterziehen.

Laut Zeugenberichten wurde der Blogger von drei maskierten Männern vor seiner Wohnung attackiert. Einer der Täter habe einen Baseballschläger dabei gehabt.

Der Anschlag führte zu internationalem Entsetzen. Daniel Rosenblum, der US-Botschafter in Usbekistan, rief die Behörden auf Twitter auf, Ermittlungen wegen der Tat einzuleiten. Basarow habe schließlich nur seine Redefreiheit genutzt, um die LGBTI-Community zu unterstützen.

Twitter / UsAmbUzbekistan
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Innenministerium gibt Basarow Schuld für Attacke

Basarow erklärte nach dem Anschlag in sozialen Medien, dass er bereits seit langem bedroht werde. Er habe deshalb mehrfach die Polizei alarmiert, die aber nichts unternommen habe. Das usbekische Innenministerium hat inzwischen auf Youtube ein Video veröffentlicht, indem sie dem Opfer die Schuld an der Attacke gibt: "Basarow hat mehrfach beleidigende und unangemessene öffentliche Aussagen getätigt, die nicht unserer Mentalität entsprechen", heißt es darin.

Im mehrheitlich muslimischen Usbekistan steht auf männliche Homosexualität bis zu drei Jahre Haft. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge wird das Gesetz von der Polizei des autoritären Staates vor allem zur Erpressung eingesetzt. Erst vor einer Woche forderte die Human Rights Campaign den zentralasiatischen Binnenstaat auf, die Verfolgung Homosexueller zu beenden. Usbekistan ist neben der Turkmenistan die einzige ehemalige Sowjetrepublik, die das sowjetische Homo-Verbot beibehalten hat. (dk)



#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 31.03.2021, 01:15h
  • "Basarow hat mehrfach beleidigende und unangemessene öffentliche Aussagen getätigt, die nicht unserer Mentalität entsprechen"

    Liebes Innenministerium des Staates Usbekistan:

    Jeder Mensch hat das RECHT auf freie Meinung, und ein Recht auf Unversehrtheit. Dem Opfer die Schuld an einem Angriff zu geben, das fast sein Leben gekostet hat, ist nicht nur schlechter Stil, sondern zeigt auch, welch Geistes Kind in diesem Land herrscht: Homophobie, Missachtung der Menschenrechte, und vor allem, Ungesetzmäßigkeit. Wer seine Meinung mit Gewalt durchsetzen will, und Täter zu Opfern, Opfer zu Tätern macht, ist es nicht wert, zur menschlichen Gemeinschaft gezählt zu werden.
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