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Staatshomophobie

Ghana: 22 queere Personen wegen Teilnahme an "lesbischer Hochzeit" festgenommen

Im laut Deutschland "sicheren Herkunftsstaat" Ghana sorgt erneut eine Aktion gegen mutmaßliche Homosexuelle für Aufregung.


Verwackelte Bilder zeigen, wie die Besucher*innen der Party verhaftet werden (Bild: Screenshot GhanaWeb)

In Ghana sind am Wochenende laut der Bürgerrechtsorganisation "African Equality Centre" 22 queere Personen, darunter 16 Frauen, festgenommen worden, weil sie an einer lesbischen Hochzeit teilgenommen haben sollen. Laut den Teilnehmenden habe es sich bei der Veranstaltung in der Stadt Obomeng um eine Geburtstagsparty gehandelt.

Dem Bericht zufolge habe der Häuptling der Region, Nana Effah Opinaman III, den Behörden die Feier gemeldet und bis zu ihrem Eintreffen vor den Türen des Veranstaltungsorts gewartet. Um die Stadt nach der angeblichen Hochzeitsfeier zu "reinigen", würden mehrere Rituale durchgeführt werden, so Opinaman weiter. LGBTQ bezeichnete er als "Tabu". Zudem würde er die Besitzer des Veranstaltungsorts zu sich einbestellen und hinterfragen, warum sie diesen an Lesben vermietet hätten.


Die angebliche Hochzeitstorte

Die Polizei konnte unterdessen keine Beweise für eine lesbische Eheschließung finden. Behördensprecher Francis Gomado erklärte: "Es gab keine Ehe und auch keine Segnung einer Ehe zwischen zwei Frauen." Die Festgenommenen müssten sich wegen einer angeblichen Verletzung der Covid-19-Regeln trotzdem vor Gericht verantworten.

Menschenrechtler*innen besorgt

Das "African Equality Centre" zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht vom "gesamten System". Auch queere Menschen hätten in Ghana ein Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Versammlungsfreiheit, auf Privatsphäre und auf Würde. Dieses Jahr habe die Community aber "eine nie dagewesene Fülle an Homophobie von religiösen, politischen und Medien-Vertretern erfahren". Die Organisation warnte davor, dass sich die Situation noch verschlechtern könnte und LGBTI von vielen als Freiwild angesehen werden würden.

Ghana Police Service arrests 22 queer people at a gathering which the Chief of Kwahu Obomeng and his Elders claim was a ...

Posted by African Equality Centre on Monday, March 29, 2021
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In den letzten Wochen und Monaten gab es eine regelrechte Kampagne gegen LGBTI in Ghana. So gab es eine Razzia gegen eine LGBTI-Organisation und eine Debatte im Parlament über die Verschärfung des Homo-Verbots. Ein Politiker bezeichnete dabei auf Facebook Homosexualität als "Seuche und Perversion" (queer.de berichtete).

Laut Umfragen befürwortet eine große Mehrheit des 31 Millionen Einwohner zählenden Landes die Verfolgung sexueller Minderheiten. Einer im Februar veröffentlichten Umfrage des Africa Centre for International Law and Accountability (ACILA) zufolge sieht die Bevölkerung Homosexualität nach Korruption als das zweitgrößte Problem des Landes an. Demnach sprechen sich 87 Prozent dagegen aus, dass Homosexuelle öffentlich über ihre Diskriminierung sprechen und sich organisieren dürfen. Unterschiede gibt es vor allem zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen: So lehnen 91 Prozent der Muslim*innen und 87 Prozent der Christ*innen Schwule und Lesben ab, aber nur 33 Prozent der relativ kleinen Gruppe der ghanaischen Atheist*innen.

Trotz der Homo-Verfolgung hat Deutschland Ghana bereits 1993 das Prädikat "sicherer Herkunftsstaat" verliehen. Nach Ansicht der Bundesregierung findet in Ghana als keine systematische Verfolgung von Minderheiten statt – und damit können Geflüchtete aus Ghana ohne großen Aufwand abgeschoben werden. (dk)



#1 dellbronx51069Anonym
  • 30.03.2021, 17:16h
  • Der Häuptling entscheidet ob eine Geburtstagsparty stattfindet.Ah ja! Was ist das ? 12. oder 13. Jahrhundert?
    Und wo kommt das wiedermal her ? Von den zwei Haupthassideologien .Christentum und Islam!!
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#2 TinaAnonym
  • 14.06.2021, 16:38h
  • Antwort auf #1 von dellbronx51069
  • Genau so ist es ! Immer wieder sind es die Kirchen, die dahinter stecken, obwohl gerade die katholische Kirche genug vor ihrer eigenen Tür zu kehren hat. Ghana hat relativ wenig Moslems. Die Christen haben eindeutig die Oberhand. Die sexuelle Orientierung ist ein relativ neuer Grund auf Asyl und würde meines Erachtens vielleicht sogar durchgehen, aber die Leute müssen ja erst mal hier ankommen, bevor sie Asyl beantragen können und das ist ja kaum möglich, es sei denn man riskiert sein Leben.
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