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Kommentare zu:
Tag der Trans-Sichtbarkeit: "Der aktuelle Zustand in Deutschland ist enttäuschend"


#1 FinnAnonym
  • 31.03.2021, 12:35h
  • Ich erwarte, dass Union und SPD sich endlich bewegen und alle sechs Forderungen zeitnah umsetzen.

    Sind die dazu nicht bereit oder nicht fähig, müssen eben andere Parteien ran, die nicht mehr die Interessen eines Teils der Bürger blockieren.

    Denn hier verliert niemand, der nicht betroffen ist, irgendwas. Das betrifft nur Trans- und Inter-Menschen und niemanden sonst. Deswegen gibt es keinen Grund, damit noch zu warten.
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#2 N8EngelProfil
  • 31.03.2021, 13:00hWenden
  • Ich habe in Vorstellungsgespräch sehr oft schon gesagt bekommen, das man sowas nicht wolle, das man das den Mitarbeitern oder Kunden nicht zumuten könne. Als Dankeschön das ich mir das anhören darf, werde ich von Arbeitsvermittlern dann aufgfordert, doch mal mit nem Kurzhaarschnitt und ohne Titten zum Vorstellungsgespräch zu gehen.
    Wie man sieht: wir werden nicht diskriminiert.
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#3 Taemin
  • 31.03.2021, 13:21h
  • §§ 19, 20 des Preußischen Allgemeinen Landrechts von 1794 (!) bestimmten, dass nach der Geburt von Menschen mit uneindeutigem Geschlecht deren Eltern der Personenstandsbehörde gegenüber das Geschlecht bestimmten und der/die betroffene Mensch diese Wahl bei Eintritt der Volljährigkeit bestätigen oder abändern konnte. Das trifft die Lage von zwischengeschlechtlichen Menschen heute nicht ganz und die von transidenten Menschen heute kaum, ist aber doch ein Wegweiser für aktuelle Gesetzgebung. Eine Schande für Deutschland, dass es heute noch immer nicht so weit ist, wie das doch als so rückständig verschriene Preußen schon vor über 200 Jahren war.
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#4 TransMomAnonym
  • 31.03.2021, 14:25h
  • Antwort auf #2 von N8Engel
  • "nicht zumutbar zu sein" ist ein e der miesesten Diskriminierungsformen die es gibt, da es uns das Menschsein direkt abspricht. Aber wir sollen alles ertragen und am besten noch die Klappe halten und verschwinden.
    Wie TransNaySayer es immer wieder sagt: Kinn Nach oben, bis zum Himmel und stolz auf sich sein, denn wir sind wunderbar
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#5 SybilleAnonym
  • 31.03.2021, 14:31h
  • Ich hatte es zu einem anderen Artikel bei queer.de schon mal geschrieben, daß ich den BV Trans* für einen größtenteils harmlosen Origami-Verein halte, der außer viel Papierkram (sic!), Vereinsmeierei und Funktionärsgetute nichts zustande bekommt.

    Sechs Forderungen an die Politik, und die üblichen Verdächtigen dort nicken freundlich, stimmen dem zu, und die Parteien gehen zur Tagesordnung über,

    Gerade die SPD und die FDP hätten in den langen Jahren Regierungsverantwortung allein seit 2000 genug Gelegenheit zur Abschaffung des TSG und Eingliederung ins PStG gehabt und sich um nichts gekümmert.

    Die Mißstände und Forderungen sind schließlich lange bekannt. Wenn die SPD und FDP heute laute Betroffenheitslyrik absondern, so ist das nur verlogen.

    Vom BV Trans* erwarte ich nur eines: Die braven und submissiven Papierkram-Funktionäre an der Spitze in Rente zu schicken und sich daran zu erinnern, was Stonewall bedeutet und wer damals ganz vorne mit dabei war.

    Dann bin auch ich gerne ganz vorne mit dabei, Wo gute Worte nichts nützen, bleibt nur die Faust auf dem Tisch, laut und oft!
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#6 trans naysayerAnonym
  • 31.03.2021, 15:42h
  • It' Trans Day Of Visibility!! A big hug, high-five and much love to my trans sisters and baby girls in Germany!

    "It is revolutionary for any trans person to choose to be seen and visible in a world that tells us we should not exist."
    - Laverne Cox

    I've never been interested in being invisible and erased in my entire life. When you reach the point of paradise - which is your own state of mind - look back to see how many followed in your lead. Know your worth. Know the difference between what you're getting and what you deserve.

    Don't hide your TRUTH! Carry your chin up HIGH and show your PRIDE!

    lots of love!
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#7 SilviaausBOProfil
  • 01.04.2021, 09:23hBochum
  • Gewiß, der aktuelle Zustand ist enttäuschend, das ganze Gezumpel mit den Gutachten braucht niemand wirklich - ausser den Gutachtern.... .
    Bei der ganzen Diskussion um die Abschaffung der Gutachten sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der MDK, die Krankenkassen und die Operateure weiterhin die Gutachten werden haben wollen, denn sie brauchen weiterhin eine "Legitimation", um Op's genehmigen zu können. Selbst wenn ein Rechtsanspruch auf angleichende Maßnahmen im SGB 5 manifestiert wird, wird man auf Feststellungen über das Vorliegen von Transidentität bestehen. Nicht wenige Transmenschen (welche nach der Transition einfach Frauen oder Männer sind wie andere auch!) pfeifen ökonomisch aus dem letzten Loch (Hartz4) und werden die Gutachten nicht bezahlen können, welche bis dato in diesen Fällen über die Verfahrenskostenhilfe finanziert wurden. Denen, die in dieser Situation sind, würde damit ins Knie geschossen. Was wäre dann gewonnen? Dann wäre diese unsägliche "Gutachteritis" zwar beendet, aber man würde Menschen zurücklassen, die wahrlich Hilfe nötig haben! ich will mich keineswegs gegen die Abschaffung der Begutachterei aussprechen, ich finde nur, dass man das alles in Zusammenhängen sehen muss.
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#8 KratzbürsteAnonym
  • 01.04.2021, 10:06h
  • Antwort auf #7 von SilviaausBO
  • Wenn die Krankenkassen diese absolut aussageschwachen Gutachten haben wollen, dann können sie ja auch die Kosten dafür übernehmen. Im Moment ist da auch schon niemandem geholfen, denn die Kosten für die "Gutachten" aktuell trägt auch nur die betreffende trans Person, bzw Prozesskostenhilfe im Fall der Armut, die man aber auch brav zurück zahlen muss, sobald sich die wirtschaftliche Situation verbessert, womit man wiederum mit einigen tausend Euro Schulden starten kann... Also erklär mir bitte, wo die aktuelle Situation in der Hinsicht besser sein soll als bei einer Abschaffung des TSG und dem Gutachtenzwang...
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#9 Anonyma
  • 01.04.2021, 14:11h
  • Machen wir uns nichts vor: Deutschland wird es alleine schon aus Mentalitätsgründen einfach nicht schaffen, trans Menschen die Selbstbestimmung zuzugestehen, die für ein menschenwürdiges Leben eigentlich nötig wäre. Dafür gibt es in allen beteiligten "Lagern" einfach viel zu viele Bedenkenträger:innen, die schon bei der kleinsten positiven Veränderung in Panik verfallen, dass eine solche Veränderung an anderer Stelle vielleicht (vorübergehend) zu irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Problemen führen könnte (siehe z.B. Kommentar Nr. 7). Man ist nach 40 Jahren "Transsexuellengesetz", Jahrzehnten psychiatrischer Pathologisierung und den daraus resultierenden "gewohnten Abläufen" offenbar so sehr in die eigenen (inneren) "Hürden" verstrickt, die man aus diesem toxischen Konglomerat selbst konstruiert hat, dass man jede Fähigkeit, das "Problem" auch nur mal ansatzweise neu zu denken, verloren hat und ergeht sich stattdessen lieber in ein typisch deutsches "Kleinklein" scheinbar unlösbarer Konflikte und Probleme, das dann jeden Fortschritt schon im Keim erstickt. So traurig es auch ist: Viel mehr als eine für dieses Land in vielen Bereichen leider so typische "Verschlimmbesserung" ist da in absehbarer Zeit kaum noch zu erwarten.
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#10 SilviaausBOProfil
  • 02.04.2021, 08:53hBochum
  • Antwort auf #8 von Kratzbürste
  • Das BSG hat lediglich festgestellt, dass die Krankenkassen die Kosten für die OP's übernehmen müssen - aber nicht zu welchen Bedingungen. Will heißen: Die Gutachten werden auch weiterhin verlangt werden. Die stehen natürlich im Eigentum der antragstellenden Person. Wenn du die Gutachten nicht zur Verfügung stellst, dann legt sich der MDK einfach quer, so sieht's momentan aus. Das diese eingeschliffene Praxis ein schlechter Witz ist, weis ich natürlich auch. Ich wollte eigentlich auch nur darauf hinweisen, dass man die PstÄ im Zusammenhang mit den anderen Maßnahmen sehen muß. Immer noch Kratzbürste???
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#11 Anonyma
  • 02.04.2021, 12:58h
  • Antwort auf #10 von SilviaausBO
  • "Will heißen: Die Gutachten werden auch weiterhin verlangt werden. Die stehen natürlich im Eigentum der antragstellenden Person. Wenn du die Gutachten nicht zur Verfügung stellst, dann legt sich der MDK einfach quer, so sieht's momentan aus."

    Wenn diese "Gutachten" gar nicht mehr existieren, weil die Begutachtungspflicht abgeschafft wurde, dann kann der MDK sie auch nicht mehr anfordern. Er muss dann im Rahmen seines Auftrags als sozialmedizinische Begutachtungsstelle der Kranken- und Pflegekassen selbst tätig werden. Diese Tätigkeit wird aus einer Umlage der Kranken- und Pflegekassen finanziert. Kratzbürste hat also völlig Recht, wenn sie sagt, dass die Krankenkassen die Kosten solcher "Gutachten" nach Abschaffung der "TSG-Begutachtungspflicht" selbst werden tragen müssen.

    "Ich wollte eigentlich auch nur darauf hinweisen, dass man die PstÄ im Zusammenhang mit den anderen Maßnahmen sehen muß."

    Deshalb existiert z.B. im Gesetzesentwurf der Grünen der §2: "Anspruch auf Achtung des Selbstbestimmungsrechts bei Gesundheitsleistungen" [*]. Zumindest Teile der Politik scheinen hier also schon deutlich weiter zu sein als manche "Betroffenen"... Das ist einigermaßen bedauerlich, denn sowas führt leider oft dazu, dass man dauerhaft im Kreis diskutiert, ohne dabei jemals einer Lösung auch nur näher zu kommen.

    [*]
    dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/197/1919755.pdf
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#12 SilviaausBOProfil
#13 Anonyma
  • 02.04.2021, 21:25h
  • Antwort auf #12 von SilviaausBO
  • Der Gesetzesentwurf der Grünen wird den Bundestag höchstwahrscheinlich im Altpapiersack verlassen. Aber darum geht es gar nicht. Es geht um diese schrecklich selbstlähmende Angewohnheit der deutschen Trans-Community, bei jedem "drohenden" Fortschritt sofort reflexhaft in Bedenkenträgerei zu verfallen und sich dann enthusiastisch in Diskussionen über Probleme zu verstricken, die gar nicht existieren. Ich erinnere mich noch gut an die Panik, als das BVerfG vor 10 Jahren den Kastrationszwang für verfassungswidrig erklärte: "Ohgottohgott, dann wird keine Krankenkasse mehr die Operation bezahlen" lautete damals das große Angst-Mantra. Passiert ist nichts. Und genau das wird auch passieren, wenn der Begutachtungszwang irgendwann tatsächlich mal abgeschafft werden sollte: nichts.
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