Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38495

Fußball-WM

Weltmeister Toni Kroos kritisiert Homophobie in Katar

In anderthalb Jahren findet die Fußball-WM in einem Land statt, das Homosexualität mit Gefängnis bestraft und ausländische Gastarbeiter wie Dreck behandelt. Sogar den sonst unpolitischen Profis geht das zu weit.


Toni Kroos bei einem Interview während der WM 2018 in Russland

In der Debatte um die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sprechen Profis zunehmend über ihr Unbehagen wegen der Zustände im Emirat am Golf. Toni Kroos, seines Zeichens Real-Madrid-Profi und Fußballweltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft von 2014, macht sich jetzt zu einem der Wortführer: "Ich glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch während so einem Turnier, so dass sich vielleicht daraus was verbessern kann", sagte Kroos in der am Dienstag erschienen neuesten Auflage des wöchentlichen Podcasts "Einfach mal Luppen", den er gemeinsam mit seinem Bruder Felix aufnimmt.

Kroos kritisierte insbesondere die "schlimmen Arbeitsbedingungen nicht nur auf WM-Baustellen". Dabei prangerte eine "gewisse Gewalt" an, die "an den Arbeitenden ausgeführt wird". Aber dies sei nicht das einzige Problem, das man "beim Namen nennen" müsse: "Es gibt ja auch den einen oder anderen Punkt, sage ich mal, es gibt ja nach wie vor beispielsweise, dass Homosexualität in Katar unter Strafe steht und auch verfolgt wird", so der 101-fache deutsche Nationalspieler und 17-fache Torschütze.

Viel Kritik an FIFA

In Katar droht Homosexuellen eine mehrjährige Haftstrafe. Die Vergabe an das Land durch die FIFA im Jahr 2010 war auf viel Kritik gestoßen. LGBTI-Fans drohten sogleich mit einem Boykott (queer.de berichtete). Auch die Reaktion des damaligen FIFA-Chefs sorgte nicht für Entspannung: Sepp Blatter hatte nach Kritik homosexuelle Fans aufgefordert, bei einem Besuch der Weltmeisterschaft auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Weniger Tage später entschuldigte sich der Schweizer Funktionär für diese Äußerung (queer.de berichtete). 2019 forderte Katars WM-Cheforganisator Fans aus aller Welt auf, die homosexuellenfeindliche Kultur seines Landes zu respektieren (queer.de berichtete).

Kroos erklärte im Podcast weiter, dass ein Boykott der 52 WM-Spiele die Probleme wie mangelhafte Arbeitsbedingungen und Homophobie im Emirat wohl nicht lösen werde. "Ich glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch während so einem Turnier, so dass sich vielleicht daraus was verbessern kann." Er stellte aber auch fest, dass die Vergabe an das homophobe Land falsch gewesen sei.

Zuletzt hatten die deutschen Nationalspieler wie ihre Kollegen aus Norwegen, Dänemark und den Niederlanden bei Qualifikationsspielen mit Protestaktionen die Einhaltung von Menschenrechten gefordert und damit auch die Bedingungen in Katar kritisiert. Am Dienstagabend reihten sich die belgischen Fußballer bei einem Qualifikationsspiel gegen Weißrussland in die Protestserie ein. Die DFB-Stars planten laut Verteidiger Robin Gosens für die Partie am Mittwochabend gegen Nordmazedonien die dritte Aktion nach ihren jüngsten Menschenrechtsbekundungen per T-Shirt-Slogan und Trikotbotschaft gegen Island und in Rumänien.

Kroos fehlt der DFB-Elf aktuell wegen einer Verletzung. Noch ist unklar, ob der 31-Jährige bei der WM, die nächstes Jahr im Spätherbst stattfinden soll, überhaupt noch dabei sein wird. (cw)



#1 FinnAnonym
  • 31.03.2021, 12:32h
  • Es ist ein Skandal, dass die WM in so ein Land gegeben wurde.

    Aber Geld lässt die Verantwortlichen wohl über vieles hinwegsehen...

    Und wie bekommt man die in so einem Fall am besten zu packen? Auch mit Geld. Diese WM sollte boykottiert werden: von den Mannschaften, von den Medien, von den Zuschauern, von den Sponsoren.

    Ich werde auch jedem Sponsor, der seine Produkte in diesem Umfeld bewirbt, schreiben, dass ich seine Produkte nicht mehr kaufen werde.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 NickAnonym
  • 31.03.2021, 14:25h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Gute Aktion.

    Ich finde sogar, das ist in sämtlichen Belangen gut.
    Egal ob Umweltschutz, Verbraucherschutz, Lesermeinung/ Feedback etc. etc.

    Den Mund aufmachen, nicht Schweigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 zundermxeAnonym
  • 31.03.2021, 18:31h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Schau als Fußball-Fan nicht mal mehr die Qualifikationsspiele zur WM in Katar. Mir reicht der Wettbewerb der FIFA mit der katholischen Kirche um den Titel des Korruptions- und Heuchel-Weltmeisters.
    Beide Organisationen labern ständig von Fairness, Liebe und Frieden. Betreiben aber gleichzeitig im besten kapitalistischen Stil eine Real-Politik, die Lebens- und Menschenverachtender nicht sein kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 swimniAnonym
#5 AtreusEhemaliges Profil
  • 31.03.2021, 19:34h
  • Erschreckend, von welchen Worthülsen sich heute schon Menschen blenden lassen. Apelle, Spruchbanner, TV-Spots und im aktuellen Fall Menschenrechtsberichte gab es vor der Vergabe an Katar schon unlängst und zu Hauf. Das hat an den Verhältnissen in Katar und in äquivalenten Ländern überhaupt nichts geändert, noch am Vergabeprozess, noch hat sich die korrupte Chefclique der FIFA aufgelöst.

    Jetzt will man erneut, siehe oben, mit Spruchbannern, Apellen, bedruckten Shirts und TV-Spots etwas ändern. Zehn Jahre später. Wie naiv kann man eigtl. sein? Man müsste lachen, wenn es gleichzeitig nicht so traurig wäre. Das es anders geht, wenn man nicht nur hohle Phrasen sondern echten Anstand und einen moralischen Kompass im Leib hat, haben die Damen Borger und Sude eindrucksvoll vorgelebt, als sie die Volleyball-WM im selben Land boykottiert haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Thomas79238Anonym
#7 zundermxeAnonym
#8 StaffelbergblickAnonym
  • 01.04.2021, 11:20h
  • Antwort auf #7 von zundermxe
  • Sponsoren ... das ist die eine Hälfte, die andere Hälfte ist die Frage, welche Mannschaften welche Schuhe tragen. Dieses Thema ist schon vor über 10 - 15 Jahren diskutiert worden. Es geht bei diesen Weltmeisterschaften primär um eine sehr deutsche Frage ... wer ist besser Adidas oder Puma. Der Kampf von stark rivalisierenden Brüdern im Sportgeschäft. Die Verkaufszahlen sind in den früheren Jahren sehr von den Schuhen der Siegermannschaft abhängig gewesen. Weltmeisterschaften sind deswegen nichts anderes als weltweite Marketingaktionen, die zugleich über teure Übertragungsrechte reichlich Geld in einen gemeinnützigen Verein bringen ... der im Prinzip keine Steuern zahlt.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 01.04.2021, 11:32h
  • Antwort auf #7 von zundermxe
  • Neoliberalismus schert sich nur um Geld. HM lässt Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, für unsere Handyteile begeben sich Kinder in Afrika in Lebensgefahr, China begeht Genozid, unser Öl kommt aus Ländern wo Frauen und LGBT für kleinste Fehltritte hängen, die Liste lässt sich endlos weiterführen. Was wir brauchen, ist eine politische Veränderung. Ab 2023 soll ein Lieferkettengesetz kommen, aber es geht erstens nicht weit genug und zweitens gibt es extreme Widerstände aus der Wirtschaft. Ich unterstütze die Boykottierung bestimmter Unternehmen, aber vergesst niemals welchen Einfluss unsere Regierungen haben. Unser Lebensstandard geht auf Kosten von Menschen, deren einziges Verbrechen es ist, in eine gewisse Umwelt hineingeboren zu sein. Es wird in naher Zukunft leider keine endgültige Lösung des Problems geben, aber wir können das Leid mindern und das zählt! Bitte wählt AUF GAR KEINEN Fall CDU; AFD oder FDP!!! Die anderen Parteien sind nicht perfekt, aber wenigstens gibt es da mehr Hoffnung als bei CDU oder FDP.
  • Antworten » | Direktlink »