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Fußball-WM
Weltmeister Toni Kroos kritisiert Homophobie in Katar
In anderthalb Jahren findet die Fußball-WM in einem Land statt, das Homosexualität mit Gefängnis bestraft und ausländische Gastarbeiter wie Dreck behandelt. Sogar den sonst unpolitischen Profis geht das zu weit.

Toni Kroos bei einem Interview während der WM 2018 in Russland
- 31. März 2021, 09:52h 3 Min.
In der Debatte um die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sprechen Profis zunehmend über ihr Unbehagen wegen der Zustände im Emirat am Golf. Toni Kroos, seines Zeichens Real-Madrid-Profi und Fußballweltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft von 2014, macht sich jetzt zu einem der Wortführer: "Ich glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch während so einem Turnier, so dass sich vielleicht daraus was verbessern kann", sagte Kroos in der am Dienstag erschienen neuesten Auflage des wöchentlichen Podcasts "Einfach mal Luppen", den er gemeinsam mit seinem Bruder Felix aufnimmt.
Kroos kritisierte insbesondere die "schlimmen Arbeitsbedingungen nicht nur auf WM-Baustellen". Dabei prangerte eine "gewisse Gewalt" an, die "an den Arbeitenden ausgeführt wird". Aber dies sei nicht das einzige Problem, das man "beim Namen nennen" müsse: "Es gibt ja auch den einen oder anderen Punkt, sage ich mal, es gibt ja nach wie vor beispielsweise, dass Homosexualität in Katar unter Strafe steht und auch verfolgt wird", so der 101-fache deutsche Nationalspieler und 17-fache Torschütze.
Viel Kritik an FIFA
In Katar droht Homosexuellen eine mehrjährige Haftstrafe. Die Vergabe an das Land durch die FIFA im Jahr 2010 war auf viel Kritik gestoßen. LGBTI-Fans drohten sogleich mit einem Boykott (queer.de berichtete). Auch die Reaktion des damaligen FIFA-Chefs sorgte nicht für Entspannung: Sepp Blatter hatte nach Kritik homosexuelle Fans aufgefordert, bei einem Besuch der Weltmeisterschaft auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Weniger Tage später entschuldigte sich der Schweizer Funktionär für diese Äußerung (queer.de berichtete). 2019 forderte Katars WM-Cheforganisator Fans aus aller Welt auf, die homosexuellenfeindliche Kultur seines Landes zu respektieren (queer.de berichtete).
Kroos erklärte im Podcast weiter, dass ein Boykott der 52 WM-Spiele die Probleme wie mangelhafte Arbeitsbedingungen und Homophobie im Emirat wohl nicht lösen werde. "Ich glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch während so einem Turnier, so dass sich vielleicht daraus was verbessern kann." Er stellte aber auch fest, dass die Vergabe an das homophobe Land falsch gewesen sei.
Zuletzt hatten die deutschen Nationalspieler wie ihre Kollegen aus Norwegen, Dänemark und den Niederlanden bei Qualifikationsspielen mit Protestaktionen die Einhaltung von Menschenrechten gefordert und damit auch die Bedingungen in Katar kritisiert. Am Dienstagabend reihten sich die belgischen Fußballer bei einem Qualifikationsspiel gegen Weißrussland in die Protestserie ein. Die DFB-Stars planten laut Verteidiger Robin Gosens für die Partie am Mittwochabend gegen Nordmazedonien die dritte Aktion nach ihren jüngsten Menschenrechtsbekundungen per T-Shirt-Slogan und Trikotbotschaft gegen Island und in Rumänien.
Kroos fehlt der DFB-Elf aktuell wegen einer Verletzung. Noch ist unklar, ob der 31-Jährige bei der WM, die nächstes Jahr im Spätherbst stattfinden soll, überhaupt noch dabei sein wird. (cw)
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Aber Geld lässt die Verantwortlichen wohl über vieles hinwegsehen...
Und wie bekommt man die in so einem Fall am besten zu packen? Auch mit Geld. Diese WM sollte boykottiert werden: von den Mannschaften, von den Medien, von den Zuschauern, von den Sponsoren.
Ich werde auch jedem Sponsor, der seine Produkte in diesem Umfeld bewirbt, schreiben, dass ich seine Produkte nicht mehr kaufen werde.