Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38499

Köln

Sexueller Übergriff gegen Bürgermeisterin: CSD-Grapscher angeklagt

Nächste Woche verhandelt das Kölner Amtsgericht gegen einen Mann, der die frühere Bürgermeisterin und Bundestagsabgeordnete Elfi Scho-Antwerpes während CSD-Feiern an die Brust gefasst haben soll.


Elfi Scho-Antwerpes war 16 Jahre lang eine von vier Bürgermeister*innen der Stadt Köln und zwei Jahre lang Abgeordnete des Deutschen Bundestages (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Ein 34-jähriger Mann muss sich am kommenden Mittwoch wegen eines sexuellen Übergriffs auf die SPD-Politikerin Elfi Scho-Antwerpes während CSD-Feierlichkeiten vergangenen Juli vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Das berichtet der "Kölner Stadtanzeiger" (Bezahlartikel). Der Vorfall hatte sich im Szeneviertel an der Schaafenstraße ereignet, als die 68-jährige Politikerin gerade im Namen der Kölner Aidshilfe Kondome verteilte.

Scho-Antwerpes hatte nach dem Vorfall laut "Bild" erklärt, dass eine Gruppe von Männern ohne Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand unterwegs gewesen sei. "Als ich sie darauf hinwies, kam mir einer von ihnen mit einem wahnsinnigen Blick sehr nah. Unsere Nasenspitzen berührten sich. Plötzlich fasste er mir an die Brust, es war unfassbar", so erinnerte sich Scho-Antwerpes damals.

"Er hatte nichts mit den Gästen in der Schaafenstraße zu tun"

Sie habe dann Polizisten direkt in der Nähe zur Hilfe geholt, die den Täter sofort identifizieren konnten. Dabei habe es sich offenbar nicht um einen CSD-Feiernden gehandelt: "Er hatte nichts mit den Gästen in der Schaafenstraße zu tun. Es war ein Mann um die 30, offenbar mit Migrationshintergrund. Der Mann hat sich nicht einmal entschuldigt", so Scho-Antwerpes. Sie sei damals geschockt gewesen und wollte den Fall publik machen, um anderen Frauen Mut zuzusprechen, sich bei derartigen Übergriffen zu wehren.

Laut Paragraf 184i des Strafgesetzbuches droht einer Person, die jemanden "in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt", eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Da der mutmaßliche Täter alkoholisiert gewesen sein soll, könnte ihm das Gericht aber eine verminderte Schuldfähigkeit attestieren.

Elfi Scho-Antwerpes war von 2004 bis 2020 Bürgermeisterin der Stadt Köln und von 2015 bis 2017 Bundestagsabgeordnete. Sie engagierte sich während ihrer gesamten politischen Laufbahn auch für LGBTI-Rechte und die Aidshilfe. Dafür erhielt sie viele Communityauszeichnungen wie etwa den Tolerantia-Preis, den Rosa-Courage-Preis und die Ehrennadel der NRWSPDqueer. (cw)