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Berlin

60-Jähriger homophob beleidigt und bespuckt

Im Berliner U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße wurde ein älterer Mann schwulenfeindlich angepöbelt. Zuvor hatte den Jugendlichen aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.


Der Vorfall ereignete sich im U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße in Berlin (Bild: Jörg Schubert / wikipedia)

Beim Verlassen der U-Bahn im Bahnhof Wilmersdorfer Straße im Berliner Stadtteil Charlottenburg soll ein 60 Jahre alter Mann am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr von einer bislang unbekannten Person homophob beleidigt worden sein. Das meldete die Polizei der Hauptstadt am Donnerstag.

Der Mann war laut Polizeibericht in der Bismarckstraße in die U-Bahn der Linie 7 gestiegen, in der eine Gruppe von Jugendlichen saß, die laut Aussagen des Geschädigten ihre Mund-Nasen-Bedeckungen teilweise unter dem Kinn oder gar nicht getragen haben sollen. Auf seine Aufforderung, die Bedeckungen zu tragen, hätten zwei Jungen sinngemäß geäußert, dass er ihnen nichts zu sagen habe.

Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt

Als der 60-Jährige in der Wilmersdorfer Straße ausstieg, sei er von einem der beiden zunächst angerempelt und danach von diesem homophob beleidigt worden. Anschließend soll dieser Unbekannte ihm gezielt vor die Füße gespuckt haben. Während der Rest der Gruppe mit der U-Bahn weitergefahren sei, habe sich der Tatverdächtige zu Fuß aus dem Bahnhof entfernt.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt leitet die noch andauernden Ermittlungen wegen des Verdachts der Beleidigung mit homophobem Hintergrund.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (pm/cw)



#1 GodzillaAnonym
  • 01.04.2021, 13:11h
  • Und da wird sich gewundert, wenn heute weniger Zivilcourage gezeigt wird?
    Man muss mittlerweile leider damit rechnen mindestens eins auf die Fresse zu bekommen und im schlimmsten Fall steht man nicht mehr auf.
    Glücklicherweise wurde der Mann nicht körperlich angegangen, macht die Situation aber dennoch nicht besser.

    Ich frag mich immer was bei solchen Menschen schiefgelaufen ist, dass die so auf eine Bitte reagieren.
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#2 dellbronx51069Anonym
  • 01.04.2021, 18:30h
  • Antwort auf #1 von Godzilla
  • Die Erziehungsstiele der letzten 30 Jahre tragen halt ihre Früchte. Einfach mal Lehrer fragen was sich so in letzten Jahrzehnten in den Schulen verändert hat. Die können da ein Liedchen von singen.
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#3 CharlottengradAnonym
#4 stromboliProfil
  • 02.04.2021, 00:24hberlin
  • Antwort auf #2 von dellbronx51069
  • ja welche früchte werden da wohl zu markte getragen?
    Die der humanistischen edukation, die zumindest 30 jahre als lernziel propagiert wurde.

    Einsicht statt Zwang im erlernen zivilisatorischer fähigkeiten, waren da der ansatz für mitsprache und teilhabe im gesellschaftlich-politischen.
    Und "höflichkeit nicht als obrigkeitsbückeln verstanden, sondern als gegenseitig gelebter respekt.

    Genau betrachtet haben wir es in obigem fall mit zwei themen zu tun die zwangsläufig ineinander greifen: pupertär-jugendlicher vandalismus, der auf nihilistische ( siehe maskenverweigerer demos etc.) neoliberale durchstechmentalität trifft, die eben seit den von dir zitierten 30 jahren die wesensmentalität der gesellschaft ausmachen.
    Es ist das primat der "stärke und der den nächsten "überlebenden; jeder gegen jeden, immer zum eigenen vorteil; mühsam legitimiert als verteidigung unserer, wie die unserer angehörigen, erreichten sozialen positionen.

    Es ist die im schmidtchen-reaganismus- tatcherismus-schröderismus - neoliberalen zeitalter formulierte "einzelkämpfer parole, die das humane-soziale - gemeinsame, folgenreich zerstört hat.
    Folglich machte sich gerade in den letzten 30 jahren jene schere zwischen abstieg und "klassenerhalt" zum menetekel sozaler empathie.
    Dokumentiert durch die verarmung breitester bevölkerungsschichten und dem kometenhaften aufstieg weniger in die liga der superreichen.

    So wir nun wohl wissend das der heranwachsende nachwuchs eben weder eine "gleiche chance" hat noch die möglichkeit, diese auf sozial-demokratischem wege wiederzuerlangen, wird auf krawall gegen vermeindlich schwache geschaltet.
    Dieses phänomen durchzieht sich durch alle bildungs und alterschichten.
    Und wozu sind schon alte , schwul/lesbische oder transen nützlich, wenn nicht zum herumschupsen.
    Hautsache das von einer nicht durchschauten obrigkeit kleingehaltene selbstgefühl, erhält einen adrealinstoß.
    Weglaufen kann man ja dann immer noch.
    "was hänschen nicht lernte, lernt hans nimmer mehr"; so ein alter spruch.

    Dieselben politisch-moralisch kleingeistigen testoteronbubis&mädels, aber werden morgen, als herangewachsene, auf diesen wutbürgerumzügen ihre reaktionärenmitläufer an ihrer seite finden, die ihnen so das gefühl von rechtschaffenheit und teilhabe an nationaler bewegung geben.
    Wird ihr potentielle zugehörigkeit in den pegidaauswüchsen und dumpfbackenquerdenkerveranstaltungen zelebriert und zukunftswirksam ausgerichtet.

    Wir verlieren unsere jugend an alte autoritätsideale.
    Deshalb auch unser blick auf ihr handeln, ebenso von alten obrigkeitsdenkmustern bestimmt ist.
    Wir greifen zum schutz "individualistischer (Unserer!) interessen, auf "ordnung und staat" zurück, während wir den selben staat aus seiner verantwortung für das ethisch-soziale gemeinwohl entlassen haben.
    Was heraus kommt ist kein sozialstaat, sondern ein obrigkeits-polizeistaat.
    Die öffentliche ordnung entwickelt sich so nicht mehr aus dem selbstverständnis seiner bürger, sondern aus den polizeilischen vorgaben.
    Unser problem hierbei: die rechte hat genau diese identitätslücke in der gesellschaft erkannt und schmückt sie auf, teils mit von uns linken vormals angedachten und nun verdrehten-missbrauchten idealen.
    Pervertiert so begriffe wie "freiheit" ; "selbstbestimmung und grundrechte für ihre agenda.

    Wir haben es in den erwähnten 30 jahren nicht geschafft, die nachwachsende jugend sozial zu einen, sondern sie sekretieren lassen in rivalisierende subgruppen ethnischer herkünfte.
    Über das uns als verantwortlich erwachsenen entgegenschlagende misstrauen - ja ablehnend feindliche , dürfen wir uns nicht wundern.
    Mental bewegen wir uns mittlerweile in gesellschaftlichen minenfeldern, die einerseits uns die eigene sprachlose ohnmacht aufzeigen und uns auch hier in zwanghaftem zu sprachlichen entgleisungen verleitet.
    Andererseits aber auch den kritische aussagen auf widersprüchliches, gleich in einer welle empörten aufschreiens untergehen lässt.
    Da weht ein inquisitorischer pesthauch durch die foren.
    Und flux verdenglishen wir das ganze noch mit zugkräftigen überschriften, die es dem nichthabilitierten schwer macht, den redegewandtheiten neuer gesellschaftsapostel:innen* flüssig folge zu leisten.
    Die akademisierung der politischen sprache aber ist ebenfalls klassenkampf!

    Kein wort darüber, dass all diese konflikte zwangsläufigkeiten des uns umgebenden gesellschaftssytemes sind; also auf den punkt gebracht: Klassenkämpfe!
    Wir auch nicht uns damit zufrieden geben können, leuten, die im politischen diskurs nicht ständig die eingeforderten "queerregeln" beachten, als nichtkompetente wieauchimmerphoben abzuwatschen.
    Wie aber sollten gewisse politiker, ohne klassenbewusstsein, über ihre reformistischen anstrengungen, das von ihnen getragene system anders verstehen wollen, da, wo änderungen gefordert werden, sich an den bedürfnissen von minderheiten in wort und tat zu vergreifen.
    Auch hier die machtoption mal zum verbalen, mal zum tätlichen übergriff verleitet.
    Also sind diese politiker ebenso rotzlöffel wie jene im artikel beschriebene.

    So auch diese "dummen" jugendlichen auf ihrem hedonistischen streifzug um "anerkennung und machtteilhabe, genau nicht ihren ihnen zugewiesenen platz in der gesellschaft durchschauen. Das macht sie agressiv- regressiv!

    Und wie reagieren wir gewöhnlich auf solche meldungen? Altbekannt mit dem moralischen fallbeil.
    Für "erwachsene , sie im "klassenniveau" allseits als unterste stufe rangieren, auf die restgesellschaft nur mit druck & drücken, lehrmeisterlich reagieren soll.
    Wir dann in der millieupolitik, dem sogenannten "migrationshintergrund, auch noch deren eigene reihen auseinander dividieren.
    Weder haben wir ihnen ein vorbild emanzipierter sexualität werden können, weil wir uns ihnen in akademischen identitäten darstellen, deren komplexität nicht mal wir selbst unisono teilen.
    Was wir vor jahrzehnten mit den jugendlichen aller herkunft mal teilten, war ein anspruch auf befreite sexualität. Entsprechend war da auch der tolerirend-respektvolle alliesbegriff greifbar nahe.

    Unser versäumnis ist es auch hier, ihnen kein bewusstwerden einer aus unterdrückung und manipulation resultierende klassenzugehörigkeit als handlungsmodel anzubieten, dessen erkennen erst die überwindung von vorurteilen möglich macht. Dies, nicht "bildungsbürgertum" ist der schlüssel zur solidarität.
    Wir uns wegen dieser versäumnisse, so um eigentlich natürliche verbündete gebracht haben.
    Dort in der reaktionären gegenwelt ihrer abgeschotteten peergroups, ihnen scheinbar der platz zugestanden wird, der ihnen autorität über andere verspricht.
    Da hätten wir längst aus dem vergangenen jahrhundert lernen können, währen wir nur nicht so sehr mit unserer eigenen nabelschau beschäftigt.
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#5 Svetlana LAnonym
  • 03.04.2021, 10:24h
  • Hat nicht unser Regierender erst vor ein paar Tagen sinngemäß gesagt, dass die Einhaltung der Corona-Regeln auch Sache jedes Einzelnen ist, in dem man auch mal eine Gruppe gezielt anspricht, dass auch sie sich an die Regeln halten sollen. Ich sagte dann bloß zu meiner Frau "... und kriegen dann aufs Maul ". Ich glaube ich werde mich hüten.
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