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Jubiläum

20 Jahre Ehe für alle

Vor genau 20 Jahren hoben die Niederlande als erstes Land der Welt das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben auf. Inzwischen macht die Gleichstellung weltweit Schule.


Seit 20 Jahren werden solche Bänder auch an Schwule und Lesben verkauft (Bild: derMolf / pixabay)

Der 1. April 2001 war nicht nur für Helene Faasen und Anne-Marie Thus ein großer Tag: Die beiden Frauen gaben sich kurz nach Mitternacht in Amsterdam als erstes gleichgeschlechtliches Paar der Welt das Ja-Wort. Tausende weitere folgten.

Direktlink | So wie hier im Amsterdamer Rathaus wurde in den Niederlanden vor 20 Jahren geheiratet
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Zuvor hatte das niederländische Parlament beschlossen, Vorreiter bei der Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare zu werden – mit deutlicher Mehrheit: die Zweite Kammer stimmte im September 2000 mit 109 zu 33 Stimmen für einen entsprechenden Gesetzentwurf, die Erste Kammer im Dezember des gleichen Jahres mit 49 zu 26 Stimmen.

Wer in Deutschland gleichgeschlechtlich heiraten wollte, musste dagegen noch lange in die Röhre schauen: Erst 16½ Jahre nach den Niederlanden rang sich auch die Berliner Politik dazu durch, die Ehe-Diskriminierung sexueller Minderheiten aufzuheben (queer.de berichtete).

Wie die niederländische Statistikbehörde CBS im Vorfeld des Jubiläums mitteilte, haben inzwischen mehr als 19.000 Männer und rund 21.000 Frauen eine gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen. Die meisten homosexuellen Hochzeiten gebe es in der Metropole Amsterdam, die wenigsten im niederländischen "Bibelgürtel", einem streng calvinistischen Landstrich.

Viele Paare würden noch immer die 1998 eingeführte Lebenspartnerschaft (geregistreerd partnerschap) eingehen, die sowohl gleich- als auch verschiedengeschlechtlichen Paaren offen steht und praktisch die gleichen Rechte und Pflichten wie die Ehe enthält. Dieses Institut habe in den letzten Jahren sogar noch an Popularität gewonnen: Der Anteil von Lebenspartnerschaften an allen Ja-Wörtern habe 2020 bei heterosexuellen Paaren 32 Prozent, bei lesbischen Paaren 39 Prozent und bei schwulen Paaren 42 Prozent betragen. In Deutschland können hingegen seit der Ehe-Öffnung 2017 keine neuen Lebenspartnerschaften mehr eingegangen werden.

Lesbische Ehen werden häufiger geschieden

Zudem gehe aus den Zahlen der Statistikbehörde hervor, dass schwule Ehen am stabilsten sind. Im Jahr 2020 seien insgesamt nur 14 Prozent aller ab 2010 geschlossenen Männer-Ehen geschieden worden. Bei Hetero-Ehen lag der Anteil bei 16 Prozent, bei lesbischen Ehen bei 26 Prozent.

Twitter / AmsterdamNL | Die Stadt Amsterdam twitterte angesichts des Jubiläums: "Die Liebe gewinnt."

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Weltweit machte das niederländische Beispiel Schule: Inzwischen haben 29 Länder die Ehe geöffnet, mehr als die Hälfte von ihnen befinden sich in Europa. Als 30. Land könnte in Kürze die Schweiz dazukommen – das Parlament hatte ein entsprechendes Gesetz kurz vor Weihnachten beschlossen (queer.de berichtete). Noch können Homo-Gegner*innen dieses Gesetz allerdings mit einem Volksentscheid stoppen.

Eheschließungen sind in allen bewohnten Kontinenten möglich – in Asien und Afrika haben mit Taiwan bzw. Südafrika aber jeweils nur ein Land gleichgeschlechtliche Paare im Ehe-Recht gleichgestellt.

Twitter / EU_Commission | Die EU-Kommission erinnert angesichts des Jubiläums daran, dass noch mehr für die LGBTI-Gleichstellung unternommen werden müsse