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Kommentare zu:
Thierse fordert von Minderheiten "unaggressive Erklärbereitschaft"


#1 zundermxeAnonym
  • 03.04.2021, 07:42h
  • Dieser alte weiße Mann (ich kann es nicht anders ausdrücken, wenn ich auch selbst einer bin) kann und will nicht begreifen, dass sich Menschen zutiefst verletzt fühlen, wenn er als spD-Politiker in der von ihm angezettelten Debatte sich und seine Meinung als die der Normalen bezeichnet und Argumentation-Stränge liefert, die er sich niemals trauen würde zu äußern, wenn es bspw um religiöse Minderheiten ginge. Den Skandal würde er niemals riskieren.
    Doch wenn es um Rassismus und Queers geht, hat er und seine Partei keine Probleme damit.

    Diese faktische (Ab-) Wertung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen allein zeigt, dass er in dieser Hinsicht inhaltlich keiner anderen Logik folgt, wie die Mehrheit von cdU/csU, der katholischen Kirche und auch der afd.
    Zustimmung und lautes Schweigen seiner spD geben uns die klare Aussage, dass wir real-politisch von der spD nicht nur nix zu erwarten haben. Sondern eher zu befürchten haben da diese laute Profilierungs-Debatte unsere Interessen und Anliegen noch mehr zum Gegenstand von Populismus und Hetze macht. Die Nahrung der Straße für Gewalt.
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#2 tandrinAnonym
  • 03.04.2021, 08:21h
  • Antwort auf #1 von zundermxe
  • Kann ich nur voll zustimmen. Ich war damals erstaunt als Thierse den Haß gegen Schwaben hoffähig gemacht hat. War für mich neu mal nicht fürs schwul sein sondern fürs Schwabe sein gehasst zu werden. Und erklärbereit bin ich auch nicht mehr. Ich habe schon so vielen dummen Menschen versucht zu erklären, dass ich auch nur ein Mensch bin. Geholfen hat's nix. Ich mag einfach nicht mehr?
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#3 PiakAnonym
  • 03.04.2021, 08:26h
  • Thierse war schon immer jemand, der ziemlich böse austeilt, aber selbst immer gleich beleidigt bis weinerlich auf Kritik reagiert. Seine Äußerungen zu Minderheiten sind da nur ein Symptom.
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#4 AtreusProfil
  • 03.04.2021, 08:38hSÜW
  • "Wer in einer Demokratie etwas für Minderheiten erreichen will, muss dafür Mehrheiten gewinnen."

    Schöner hätte er seine Geisteshaltung nicht darstellen können. Menschenrechte, Würde und Schutz vor Diskriminierung sind bei Herrn Thierse vom Gutdünken der Mehrheit abhängig.
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#5 KumpelAnonym
  • 03.04.2021, 08:55h
  • Antwort auf #1 von zundermxe
  • Stimme Dir zu. Und dieses jetzige weinerliche Getue von ihm kommt mir sehr bekannt vor. Das habe ich schon früh in den 90er Jahren an meinem Arbeitsplatz erlebt, wenn den Ostdeutschen Kolleginnen/Kollegen etwas nicht in den Kram passte, weil wir Wessis, oft auch ziemlich gedankenlos, Witze über sie gerissen hatten in ihrer Gegenwart. Dieses Verhalten legte sich erst Anfang der Jahrtausendwende.
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#6 CogitoAnonym
  • 03.04.2021, 09:02h
  • Ich finde, dass Thierse durchaus Recht hat, auch wenn er es aus seiner Perspektive unglücklich ausdrückt: Als Minderheit haben wir ebenso eine Verantwortung, unsere Position Menschen gegenüber zu erläutern, die unsere Erfahrungen nicht gemacht haben und daher keinen emotionalen Bezug zu dem Problem haben.

    Umgekehrt hat die Mehrheit die Verantwortung, sich mit dem Thema ernsthaft zu beschäftigen, auch wenn er emotionale Bezug und die persönliche Erfahrung fehlt.

    Insbesondere wer das Privileg einer guten Bildung genossen hat und sich gut und anschaulich ausdrücken kann sollte sich überlegen, ob er oder sie besser daran tut, weniger Gebildete mit dem neuen Bewusstsein zum Thema Gelder zu überfahren, oder ob nicht aus dem besseren Wissen nicht auch eine Aufklärungspflicht abzuleiten wäre.

    So bin ich seinerzeit an die Ehe für alle herangegangen. Ich habe mir damals erst einmal klar gemacht, dass mich Homosexuellenrechte vor meinem Coming Out einen Dreck interessiert haben. Aus diesem Wissen heraus habe ich dann versucht, unaggressiv aber in der Sache bestimmt mit Hardlinern und Betonköpfen Kontakt aufzunehmen. Mein Eindruck war, dass mir zugehört wurde, weil meine Gegenüber spürten, dass ich sie zwar aufklären, aber nicht persönlich moralisch verurteilen würde.
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#7 CogitoAnonym
  • 03.04.2021, 09:08h
  • Antwort auf #4 von Atreus
  • Wovon sollten sie in einer Demokratie denn sonst abhängig sein? Eine Demokratie ist auch nicht gottgegeben, sondern davon abhängig, dass sich eine Mehrheit zu ihr bekennt - und auch das zu erreichen, ist, um Hape Kerkeling zu zitieren, "Arbeit, Arbeit, Arbeit."
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#8 YannickAnonym
  • 03.04.2021, 09:20h
  • Saskia Esken und Kevin Kühnert wollten doch ein zeitnahes Gespräch mit der Community über dieses Thema...

    Wo bleibt das denn?

    Oder war das auch wieder mal nur ein leeres Versprechen wie immer bei der SPD?!
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#9 LunaAnonym
  • 03.04.2021, 09:21h
  • Wenn Minderheiten sich still und freundlich bücken statt unangenehm zu sein werden ihnen niemals ihre Rechte zugestanden. Menschenfeinde sollen es so ungenehm wie möglich haben dann ändert sich auch was
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#10 TrekieAnonym
  • 03.04.2021, 09:24h
  • Er findet allso es is das rücksicht auf Minderheiten nach "Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen" kommen sollte... er brauch mal ein Geschichtsbuch, da kann er nachlesen was "Mehrheitsentscheidungen" in diesem Land schon so alles angerichtet haben. Der is gefühlt echt so einer, der vorher hetzt und hinterher von allem nix gewusst haben will.
    Aber super progressive Partei die SPD - bei der Wahl zeigt sich dann ob seinen Austritt nicht doch besser hätte dankbar angenommen werden sollen
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#11 zundermxeAnonym
  • 03.04.2021, 09:33h
  • Antwort auf #6 von Cogito
  • Wenn bei dir keine Grenze überschritten ist, wenn du als unnormal, mit Kampf-Begriffen wie Gender-Gaga und Pest bezeichnet wirst und es dir reicht zu hören, dass das Wohl der Allgemeinheit über dem Wohl einzelner und dem von Minderheiten steht, ist das dein komisches und Geschichts-vergessenes Ding.
    Wenn du aber auch noch eine Erklärungs- und Bringschuld formulierst analog zu Thierse und Co, dann halte ich dich in der Beziehung für hoffnungslos.
    Was passiert denn seit Jahrzehnten?
    Hat das nachhaltige Änderungen bewirkt?
    Mit dem Rollback, den nun auch die spD vollzieht, hat der Erklär-Bär ausgedient weil es einfach über Jahrzehnte nichts gebracht hat.
    Die Thierse-Äußerungen sind das genaue Gegenteil von Solidarität oder Gleichstellung. Es ist die fortlaufende Diskriminierung nach dem Motto ihr seid ja selbst schuld - müsstet doch nur etwas artiger, leiser und verständnisvoller mit der euch entgegengebrachten Hetze und fortlaufenden Ungleichheit umgehen.
    Ich bin kein Bittsteller, habe niemandem gegenüber eine Aufklärungspflicht und mir haben bedingungslos die gleichen Rechte zu zu stehen.
    Demokratie und Akzeptanz bedeuten nicht zu sagen, ich hab nix gegen die. Sondern zu sagen, ich hab was für die.
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#12 WipperfischerAnonym
  • 03.04.2021, 10:15h
  • Thierse und die Schwaben? Ach nein, der alte Zausel wollte sich doch nur anbiedern. Schließlich sind Pforzheim und Eisfeld in puncto Spießigkeit und Borniertheit identisch. Also eher sollte man meinen: "gleich und gleich gesellt sich gern". Als gelernter Schirftsetzer sollte der Herr Thierse aber wissen, wann man die Lettern besser im Setzkasten ruhen lassen sollte. Er müsste ja genug Erfahrung besitzen die endlosen politischen Phrasen, gleich ob von FDJ, SED oder SPD in Blei gießen zu müssen, die das Papier nicht wert sind, um sie darauf zu drucken.

    Der Herr Thierse ist ein eitler Selbstdarsteller. Übrigens, ein absolutes "Muss" für einen Bürgerrechtler, will man nicht in der Versenkung verschwinden, wie ein ähnlicher Zausel mit Namen Matthias Büchner, der heute nur noch gelegentlich bei den Nazi-Events des Bernd Höcke auftritt.

    Herr Thierse kann es nicht verwinden, dass er nichts mehr zu melden hat. Er ist wie eine alternde Diva mit Stimme einer Straßenbahn bei minus 10 Grad Celsius in der Kurve. Trotzdem kann sie nicht vom Singen lassen. So muss auch dieser SPD-Politiker immer wieder seinen Senf dazu geben. Die Medien begrüßen dass, denn Corona gibt ja nun wirklich nichts mehr her.

    SPD und Thierse werden untergehen, weil sie überflüssig geworden sind. Tote soll man ruhen lassen und nicht wieder ausgraben. Der geistige Tod der Sozis begann 1998 - ohne Aussicht auf österliches Wiederauferstehen.
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#13 KumpelAnonym
#14 mesonightAnonym
  • 03.04.2021, 10:28h
  • Thierses Meinung erschreckt mich nicht sonderlich, die allermeisten homophoben Menschen denken, sie wären offen und tolerant. Was mich aber maßlos ärgert, ist, dass kaum ein Journalist diesem Typen widerspricht, getreu dem Motto "Das wird man ja noch mal sagen dürfen"? Bei Thierse & Co. sieht man ganz genau, wie weit der Weg zur Gleichstellung noch ist, sie sagen, "Ich habe ja nichts gehen Homosexuelle..." und meinen "Ich habe ja nichts gegen Homosexuelle, so lange sie nicht Hand in Hand durch die Straße laufen".
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#15 CogitoAnonym
  • 03.04.2021, 10:34h
  • Antwort auf #11 von zundermxe
  • "Was passiert denn seit Jahrzehnten?
    Hat das nachhaltige Änderungen bewirkt?"

    Wir haben seit Jahrzehnten eine Diskussion über den Begriff Gender. Ich bin dem Begriff vor etwa 30 Jahren, als ich mir meiner eigenen Homosexualität noch nicht begrifflich bewusst war, beim Hochschulstudium beiläufig in einem literaturwissenschaftlichen Buch begegnet. Ich fand das damals durchaus interessant, hatte aber nicht das Gefühl, dass dies für mein persönliches Leben irgendeine Rolle spielen würde.

    Inzwischen hat sich eine Menge nachhaltig geändert. Der Begriff "Gender" ist definitiv aus dem Elfenbeinturm heraus, wenn auch für viele noch mit dem Zusatz "-gaga". Im Gegensatz zu meiner Autorkorrekturfunktion, die "Gender" nicht zu mögen scheint und das Wort eben in "Genfer" umwandeln wollte, ist der Begriff nicht nur allgemein bekannt, sondern im Zentrum der politischen Diskussion angekommen. Das ist ein gemeinsamer nachhaltiger Erfolg von Schreihälsen und Erklärbären.
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#16 MaikeProfil
  • 03.04.2021, 10:36hStuttgart
  • Wo ist eigentlich die queere SPD? #wenn bei den Grünen ein kommunaler Wahlbeamter aus der schwäbischen Provinz und ohne jegliche innerparteiliche Bedeutung auskeilt, dann fordern sie von den Grünen das Büsergewand. Der Mensch hatte einst das zweithöchste Amt im Staat und ist in der Grundwertekommission seiner Partei!
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#17 Taemin
  • 03.04.2021, 10:45h
  • Wer den Begriff der "Normalität" von Menschen (und damit logischerweise dessen Gegenteil, die Abnormität, die Abartigkeit, die Entartung) wieder in die öffentliche Diskussion einführt, beleidigt Minderheiten, spaltet die Gesellschaft und hetzt deren rechten Rand auf. So handeln Nazis.
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#18 Eigene NaseAnonym
#19 audeasAnonym
  • 03.04.2021, 11:04h
  • Wow, Täter-Opfer-Umkehr, Ignoranz, Mythos vom "Rassismus gegen Weiße" und Tone Policing alles in einem. Beeindruckend.
    Ich bin dann mal weg, für meine Nerven.
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#20 trans naysayerAnonym
  • 03.04.2021, 11:19h
  • "Wenn der Tagesspiegel im Internet dann auch noch titelt 'Normalität ist die Cancel Culture des alten weißen Mannes', dann ist das durchaus rassistisch!"

    Ein Germanist, der nicht versteht, welche Ignoranz und welches trotzige Beharren aufgrund eines exklusiven Machtverlusts mit "alter weisser Mann" bezeichnet wird und ein Kulturwissenschaftler, der reverse racism, den es aufgrund von Machtverhältnissen gar nicht geben kann, konstruiert.

    Beides darf weder einem Germanisten noch einem Kulturwissenschaftler passieren. Aber es ist wie so oft bei alten weissen Männern: Das hemmungslos und schamlos zur Schau getragene Selbstmitleid über den Verlust der Definitionshoheit über alle anderen tritt an die Stelle des Denkens.

    Ein Mann war nicht fähig, in seiner Zeit mitzuwachsen und ist am Ende auf der falschen Seite der Geschichte gelandet. Das ist bereits tragisch genug. Aber diesem Mann reicht das nicht. Er demontiert sich am Ende selbst.

    Das schamlose Selbstmitleid der alten weissen Männer dieser Generation ist das Schlimmste!
    Man verliert jede Achtung. Es ist beschämend. Es ist so entsetzlich peinlich und kindlich selbstbezogen, dass man gar nicht hinsehen will.
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#21 KaiJAnonym
  • 03.04.2021, 11:32h
  • "Ein vergiftetes Kulturkampfklima", genau das schaffen Thierse und Co. Nichts anderes ist seine Aussage, es sei "eines der gegenwärtigen Probleme..., dass immer heftigere Betroffenheiten gegen Andere moblisiert werden Rassismus, Homophobie, Sexismus." Betroffenheit ist hier da und wird nicht mobilisiert. Unsere Kritik ist nicht aggressiv, sondern grundsetzlich im Sinne des Grundgesetzes, wie ich es heute im #31 zum gestrigen Artikel zu Palmer und auch Co formuliert habe. Und insbesondere zum obigsten Zitat des vergifteten Kulturklimas: Das schafft Thierse eben weiter, wenn er behauptet, "wer in einer Demokratie etwas für Minderheiten erreichen" wolle, der müsse "dafür Mehrheiten gewinnen". Unsere obige Betroffenheit und eben die Grundrechte sind da und dürfen verfassungswidrig von Thierse und Co gar nicht zur Debatte gestellt werden.
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#22 trans naysayerAnonym
  • 03.04.2021, 11:37h
  • Antwort auf #20 von trans naysayer
  • "Das schamlose Selbstmitleid der alten weissen Männer dieser Generation ist das Schlimmste!"

    Es ist so unerträglich, weil sie dem Selbstmitleid den Vorzug gegenüber der Einsicht und der Selbstreflektion geben.

    Es geht nur um Selbstbezogenheit. Dieser Mann ist davon beherrscht.

    Für einen elder, der Verantwortung gegenüber den Nachkommenden trägt, ist dieses Verhalten unentschuldbar.
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#23 KaiJAnonym
#24 trans naysayerAnonym
  • 03.04.2021, 12:24h
  • "Wer in einer Demokratie etwas für Minderheiten erreichen will, muss dafür Mehrheiten gewinnen."

    Dieser Mann hat weder verstanden, was "Demokratie" ist, noch weiss er um das Grundgesetz.
    Dieser "Germanist" und "Kulturwissenschaftler" interpretiert Demokratie als "Diktatur der Mehrheit".

    Ein alter weisser Mann, der stattdessen einen archaischen und vorzivilisatorischen "Kulturkampf" sieht und beschwört. Dieser Mann ist gefährlich.

    ...POC wissen und wussten immer, dass sich nie etwas geändert hat. Die Decke der Zivilisation ist dünn und fragil. Sie war immer nur ein Feigenblatt.

    Investiert ineinander und bildet Koalitionen und Allianzen. Dieser Mann - und die Ideologie, wofür er steht - greift nicht nur die Rechte von LGBTIQ an.
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#25 zundermxeAnonym
  • 03.04.2021, 14:25h
  • Antwort auf #15 von Cogito
  • Nehme deine Aussage mal 1:1 ohne diese inhaltlich in Frage zu stellen.
    Weil du selbst damit zumindest indirekt klarstellst, dass dir das Ergebnis oder auch der aktuelle Ist-Zustand in diesem einen Punkt schon als absolut ausreichend erscheint - ein Erfolg, wie du sagst.
    Nach 30 (!) Jahren... wow, wie lang ist deine Lebenserwartung, 200 Jahre?
    Und selbst wenn sie 200 Jahre betragen würde, behauptest du mit deiner Unterstützung von Thierse ebenso implizit wie er, dass Gleichstellung ein linearer Prozess wäre, wenn wir nur leise, demutsvoller und angepasster wären.

    Das Gegenteil ist der Fall und daher drängt die Zeit, wie die Geschichte und auch aktuelle Entwicklungen in anderen Ländern zeigen.
    Die Zeit demutsvollster Dankbarkeit für die bloße Duldung durch joviale Sonntags- und CSD-Schauspieler muss abgelaufen sein.
    Wir müssen, wie andere gesellschaftliche Gruppen auch, endlich begreifen, dass wir kämpfen müssen bevor es im Zweifelsfall zu spät ist. Immer lauter, wenn nötig.
    Assimiliertes Verhalten, Wegducken und Bücken bedeutet nichts anderes als die Akzeptanz von Hetze und Ungleichheit und birgt die ganz konkrete Gefahr, dass wir bereits auf dem Scheitelpunkt der Gleichstellung sind und den Verlauf der Kurve nach unten in unserer privaten Blase ignorieren.

    Naja, vielleicht liest du dich mal zur Geschichte des 175er ein.
    Hoffend durch die Zeit der Weimarer Republik haben bspw damals anfangs einige nach 175 Verhaftete an ihren geliebten Führer geschrieben, dass es wohl ein Missverständnis sei, dass gerade sie im Lager wären...
    Wer bis zuletzt Fakten gnadenlos ignoriert um vermeintlich Teil der Gemeinschaft zu sein, wacht zu spät auf (wenn überhaupt).
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#26 CorinaAnonym
#27 Alexander_FAnonym
  • 03.04.2021, 15:24h
  • ""Wenn der Tagesspiegel im Internet dann auch noch titelt 'Normalität ist die Cancel Culture des alten weißen Mannes', dann ist das durchaus rassistisch!""

    Nö, dann ist das nur das Zeugnis eines Germanisten, der nicht zwischen den Zeilen lesen kann bzw. will. Auch ein Diplom in einer Sprachwissenschaft bedeutet eben nicht, dass man ein guter Zuhörer bzw. sonderlich kommunikationsfähig ist.

    Also, nochmal für alle privilegienblinde Hirsethirsen zum Mitschreiben:
    das, was Sie, lieber Herr Thierse, als Normalität beschreiben, ist nicht zuletzt davon geprägt das "Unnormale" sprich auch unsereinen, auszublenden, zu "canceln". Ihnen fällt das natürlich nicht auf, denn Sie sind ja nicht davon betroffen. Andere aber schon.
    Es mag Sie vielleicht nerven, dass sich diese anderen seit Jahren zu Worte melden. Es ist auch Ihr gutes Recht, da vielleicht etwas genervt und verwirrt zu sein. Ich blicke selbst bei vielen Minderheitenbelangen nicht durch, und das obwohl ich selbst einer angehöre.
    Wenn Sie aber diese komplizierte, vielschichtige Welt wieder vereinfachen wollen, so sind Sie damit längst im Fahrwasser der radikalen Rechten angelangt. Deren Programm bedeutet schließlich nichts anderes: einfach alles, was nicht passt, aussortieren und ausschließen, damit man mit der verbliebenen, normgerechten Mehrheit endlich mal arbeiten kann.
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#28 TimbossAnonym
  • 03.04.2021, 15:30h
  • Ich kann mir nicht helfen, aber diese alten männers die nicht mehr so ganz zurecht kommen mit der heutigen Zeit, haben immer irgendwie etwas wahnsinniges im Blick . Just saying ...
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#29 CogitoAnonym
  • 03.04.2021, 15:51h
  • Antwort auf #25 von zundermxe
  • "Weil du selbst damit zumindest indirekt klarstellst, dass dir das Ergebnis oder auch der aktuelle Ist-Zustand in diesem einen Punkt schon als absolut ausreichend erscheint - ein Erfolg, wie du sagst."

    Ein Erfolg kann ein relativer Erfolg sein oder ein absoluter Erfolg. Das Wörtchen "absolut" stammt von Dir.

    "Und selbst wenn sie 200 Jahre betragen würde, behauptest du mit deiner Unterstützung von Thierse ebenso implizit wie er, dass Gleichstellung ein linearer Prozess wäre, wenn wir nur leise, demutsvoller und angepasster wären."

    Nein. Den freundlichen Erklärbaren zu spielen, muss keinesfalls demutsvoll und angepasst rüberkommen, sondern kann auch reichlich arrogant und penetrant wirken. :-)
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#30 zundermxeAnonym
#31 dellbronx51069Anonym
  • 03.04.2021, 19:17h
  • Soll er doch austreten! Und mit ihm noch viele andere . Mit jedem Austritt geschieht das gleiche wie bei den Katholiban.
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#32 LegatEhemaliges Profil
  • 03.04.2021, 20:26h
  • Ich brauchte wirklich nichts weiter von Thierse zu hören um zu wissen, dass er ein ewig gestriger anti-emanzipatorischer Kollektivst ist und darüber hinaus auch noch ein unfassbarer Egozentriker, der scheinbar ALLES tun würde, um sich persönlich auf Kosten von anderen zu überhöhen.
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#33 godamn liberalAnonym
  • 04.04.2021, 00:52h
  • Antwort auf #1 von zundermxe
  • "ich kann es nicht anders ausdrücken, wenn ich auch selbst einer bin"

    Ich bin sicher, dass du das anders ausdrücken kannst.

    Es geht auch ohne Rassenkunde!

    Thierse ist ein alter klerikal-kerndeutscher Reaktionär, der sich irgendwie um 1989 in die SPD verirrt hat.

    Es gibt alte Herren, die in etwa genauso aussehen wie Thierse und die als Kinder SS-Massaker im Osten und/oder KZs knapp überlebt haben, die die vor rassistischen Einordungen wie 'weiß' geschützt werden müssen.
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#34 LorenProfil
  • 04.04.2021, 01:36hGreifswald
  • Leider ist bei so gut wie allen demokratischen Parteien noch nicht angekommen, dass man im Bereich der Emanzipationspolitik nicht alle Seiten gleichzeitig bedienen kann, will man nicht grundsätzlich Glaubwürdigkeit einbüßen. Das Grundgesetz stellt die Würde jedes Menschen aus geschichtlicher Erfahrung an den Anfang jeglichen Handelns und verpflichtet den Staat, diese generell zu schützen. Im Artikel 3 wird die Gleichbehandlung aller Menschen verpflichtend gefordert. Da ist aus meiner Sicht kein Raum für diesbezügliche relativierende Debatten, auch wenn sie immer wieder von reaktionären Kräften eingefordert und geführt werden und die Ablehnung solcher Debatten als "cancel culture" diffamiert wird, insbesondere wenn es sich um antirassistische oder queere Kritik an solchen Debatten handelt.

    Die einzige Mehrheitsentscheidung, die da zählt, ist die mehrheitliche Entscheidung des Parlamentarischen Rates im Jahre 1949 (da war HerrThierse gerade mal 5 Jahre alt), der dieses Grundgesetz verabschiedete. Das sollten sich Herr Thierse, Frau Schwan Herr Palmer, Frau Wagenknecht u.a. endlich mal vergegenwärtigen, damit sie sich nicht dem Verdacht aussetzen, geistig in der Zeit vor der Verabschiedung des Grundgestzes (1949) stehengeblieben zu sein.

    Skandalös ist m.E., dass selbst mehr als 70 Jahre nach Verabschiedung dieses Grundgesetzes z.B. im Bereich der queeren Gleichstellung noch nicht die normativen Festlegungen des Grundgesetzes vom Gestzgeber umgesetzt wurden und die politisch Handelnden es bis heute noch nicht für nötig erachtet haben, den Wertegehalt des Grundgesetzes diesbezüglich vorbildhaft umzusetzen und der Bevölkerung zu vermitteln.
    Stattdessen fordert ein Mitglied der SPD-Wertekommission gerade, dem "gemeinen Volk" noch ein bisserl mehr Zeit einzuräumen, um endlich auf dem Boden der Verfassung anzukommen. Politische Führungsquaitäten sehen nicht nur anders aus, sie erfordern auch eine Verfassungstreue jenseits des Schielens auf Wahlstimmen aus den Kreisen, die Herr Thierse dem "gemeinen Volk" zurechnet. Wer klare Kante nur da für nötig hält, wo sie dem "gemeinen Volk" (Thierse) nicht wehtut, untergräbt im Bereich der Emanzipationspoltik die verfassungsrechtlichen Vorgaben. Jüngere Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts lassen da glücklichweise keinen Zweifel aufkommen. SPDler wie Her Thierse sollten da angesichts der Zurückweisung einiger mit ihren Stimmen verabschiedeter Gesetze durch das BVerfG mehr Demut und Lernfähigkeit an den Tag legen, als ich z,Zt. wahrnehmen kann. Weder jüdische noch schwarze Mitbürger, weder Sinti und Roma oder Schwule wie ich sind im Sinne des Grundgesetzes als Spielball machtpolitischer Partei-oder Individualinteressen zu missbrauchen. Wer da relativierenden Debatten das Wort redet, hat mit scharfer Kritik derjenigen zu rechnen, die das Grundgesetz achten, verteidigen und nicht persönlichen oder parteibezogenen interessen unterordnen. Da gibt es keine verlogen-relativierenden Debatten zu führen, mit denen man sich nur selbst außerhalb der grundgesetzlichen Vorgaben positioniert.

    Wer glaubwürdig einen demokratischen, an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte orientierten Rechtsstaat anstrebt, kann die jüngsten Entwicklungen im Zuge der sog. "cancel culture-Debatte" m.E. nur mit Sorge verfolgen, egal ob sie in Deutschland stattfinden oder anderswo.
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#35 DrSnugglesAnonym
#36 Taemin
  • 04.04.2021, 06:45h
  • Thierse hat bis heute nicht begriffen, was Demokratie ist, wenn er darin nichts sieht als Mehrheitsentscheidungen. Letztlich mag es z.B. demokratisch gewesen sein, dass NSDAP und DNVP 1933 eine parlamentarische Mehrheit gewannen - was sie in der Folge daraus machten, wird aber nicht mal ein Wolfgang Thierse als demokratisch sauberwaschen können. Seine Grundeinstellung läuft indes genau darauf hinaus. Nur das formale Zustandekommen der Entscheidung zählt für ihn, nicht ihr Inhalt.
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#37 LegatEhemaliges Profil
  • 04.04.2021, 12:21h
  • Antwort auf #36 von Taemin
  • Thierse orientiert sich wohl an dem antiken griechischen Vorbild der Demokratie, nach dem es nur einer privilegierten Gruppe erlaubt ist, über das Sein oder Nichtsein anderer abzustimmen. Die Idee von Grundrechte war in der Antike noch nicht geboren und genauso mag es Thierse.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#38 Taemin
  • 04.04.2021, 13:29h
  • Antwort auf #37 von Legat
  • Ja, das ist richtig, entspricht nur eben nicht mehr unserer heutigen Vorstellung, die Demokratie, Rechtsstaat und Grundrechte miteinander verbindet. In Thierses Weltbild sind Grundrechte ein Gnadenakt der Herrschenden, nicht selbstverständliches Faktum.
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#39 zundermxeAnonym
  • 04.04.2021, 15:08h
  • Antwort auf #33 von godamn liberal
  • Wir, du, ich könn(t)en alles und haben jeweils die Wahl - vollkommen klar.

    Warum ich im Fall Thierse nicht anders kann und vor allem nicht anders können will, als ihn als alten weißen Mann zu bezeichnen (um bewusst eben nicht darauf zu verzichten), ist die Tatsache, dass ich für mich eingestehen muss und überzeugt bin, dass die Begrifflichkeit des alten weißen Mannes in vielerlei Kontext ein sehr zutreffender Stereotyp ist, der leider sehr real viel zu oft so gut wie überall anzutreffen ist.
    Dieser Stereotyp beinhaltet uvam bspw auch die Täter-Opfer-Umkehr.

    Thierse initiiert eine öffentliche Debatte, die diverse gesellschaftliche Gruppen und ganz konkret auch viele einzelne Menschen mal eben aussortiert, (ab-) wertet und beleidigt um sich dann als eigentliches Opfer zu geben und so seine eigenen Aussagen nach seiner Logik bestätigt zu sehen.
    Sorry, das ist das kalt und sehr genau berechnende Schachspiel der Populisten in Deutschland und in aller Welt. Dabei geht es nicht um Diskurs, Wissenschaft oder Fortschritt, vor allem nicht um Menschen. Diese Vorgehensweise ist ein reines Machtspiel mit dem einzigen Ziel und klarem Kalkül, die (vermeintlichen selbst geschaffenen) Gegner*innen matt zu setzen indem Stimmungen erzeugt und kanalisiert werden und Narrative etabliert werden, die zwar weit jenseits jeder wissenschaftlichen oder historischen Betrachtung liegen, dafür aber dem eigenen Ego und dem Ist-Zustand rechtfertigend entsprechen. Die selbst erfüllende Prophezeiung.
    Als Institutionen machen uns die damit aus ihrer Sicht sehr erfolgreichen Religionen dies seit vielen Jahrhunderten vor. Dogmen, Glauben und Denken bestimmen mit dem reinen Zweck des Machterhalts jenseits jeder wissenschaftlichen Erkenntnisse.

    Weg vom Inhalt seiner Aussagen verdeutlicht die Vorgehensweise von Thierse, dass er diese ganze Debatte rein strategisch nutzt. Welche Handlungsoptionen hatte bspw der Parteivorstand der spD im Wahljahr tatsächlich mit seinem öffentlichen Brief umzugehen ohne eine Spaltung der Partei zu riskieren?! Noch bevor die den Brief zu Ende gelesen hatten, waren inner- und außerhalb der Partei durch Thierses Vorgehensweise bereits Fakten (Fronten) geschaffen. Wer tatsächlich einen offenen Diskurs in der Sache führen will, macht daraus vorab kein öffentliches Games of Thrones. So ist es ein Spiel mit und über Menschen, die gar nichts mehr gewinnen können. Geben sie nach, hat Thierse sein Ziel erreicht und wehren sie sich (genauso öffentlich, wie Thierse selbst), entsprechen sie dem von Thierse geschaffenen Narrativ und können weiter zu ihrer eigenen Denunzierung benutzt werden.

    Das Stereotyp des alten weißen Mann erlangt seine inhaltliche Berechtigung aus historischem, aktuellem und individuellem Kontext. Dabei ist erstmal und ganz selbstverständlich weder alt, noch weiß, noch Mann eine negative Kategorie an sich.
    Der alte weiße Mann definiert sich selbst durch Aussage, Eigenschaft und Handeln. Zentrales Kriterium ist hierbei das tatsächlich existente Machtgefälle einerseits und die selbst verliehene Hoheit (Erhöhung) zur Fremdbestimmung anderer, insbesondere über (und niemals mit) andere gesellschaftliche Gruppen, denen sich selbst nicht zugehörig gefühlt wird (indem bspw ganz selbstverständlich zwischen Normalen und analog dazu mindestens implizit Abnormalen unterschieden wird. Eine ganz simple, dafür aber eindeutigste, Strategie der Entmenschlichung hin zur Ideologisierung von Leben mittels faktischer Negierung von universellen Rechten ALLER versus dem Allgemeinwohl einer selbst definierten Gruppe EINIGER).

    Wer als Politiker und Akademiker so tut als seien ihm Folgen und Zwangsläufigkeiten des eigenen Handelns nicht bewusst, als gäbe es kausale, historische und aktuelle Zusammenhänge und Automatismen nicht, als würde nicht begriffen werden, wessen Lied er da bewusst, eskalierend und öffentlich immer wieder singt um sich selbst allen Ernstes als Opfer zu stilisieren, der verhöhnt und instrumentalisiert jedes tatsächliche Opfer gestern und heute auf das aller Erbärmlichste.

    Alt, weiß und Mann sind keine negativen Kategorien. Aber sie sind in der Mischung auch vor allem eins nicht: ein Privileg (bspw zur Deutungshoheit) oder irgendeine Art von Berechtigung Narrative, Hetze und Gewalt zu stärken, zu schüren und zu instrumentalisieren.

    Leider macht Thierse genau dies und mit ihm seine freudig zustimmende oder wahlweise laut schweigende spD. Wobei mir noch nicht klar ist, ob der Partei bewusst ist welch nachhaltige und nicht kurzfristig korrigierbare Polverschiebung Thierse hier vornimmt und öffentlich zementiert. Nach Schröders Axt wütet nun Thierses Axt und das auch noch ohne jede Not oder objektiv ohne einen über die eigene Person hinaus nachvollziehbarem Anlass. Thierse bedient sich damit der gleichen Mittel, wie vor ihm Schröder oder Gabriel und wieder handelt die spD als Partei entsprechend berechenbar.
    Dürfte allen klar sein in welchen politischen Lagern hier die Freudentränen ohne Unterlass strömen.
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#40 KaiJAnonym
#41 LorenProfil
  • 05.04.2021, 01:40hGreifswald
  • Antwort auf #39 von zundermxe
  • Die SPD simuliert hier gerade Zusammenhalt und Einigkeit (was in Deutschland mehrheitlich als Qualitätsmerkmal einer Partei herausgestellt wird, auch wenn es bei genauerer Betrachtung illusorisch ist). Wer dabei auf der Strecke bleibt, ist aus der Sicht derjenigen, die Machtpositionen anstreben, wohl für die Verantwortlichen zweitrangig. Dem Politischen ist ein Zynismus inhärent, der m.E. abstoßend ist und dafür sorgt, dass immer mehr Menschen denjenigen, die Parteipolitik betreiben, mit Misstrauen begegnen.
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#42 CogitoAnonym
  • 05.04.2021, 11:07h
  • Antwort auf #41 von Loren
  • Relative (!) Einigkeit und relativer Zusammenhalt in der Politik müssen keine Illusion sein. Wenn man z.B. schaut, wie das katholisch geprägte Irland die Ehe für alle eingeführt hat, dann kann man sehen, wie ein gesellschaftlicher Umschwung in recht schneller Zeit gelingen kann. Ein wesentlicher Faktor dabei war das Storytelling: Befürworter der Eheöffnung haben die Gegner eben nicht als menschenverachtende Zausel beschimpft, wie das Herrn Thierse hier passiert, sondern T-Shirts mit der Aufschrift "I vote yes, ask me why" getragen. Auch einflussreiche youtuber wie Riyadh K haben sehr viel mit Storytelling und öffentlichen, in der Sache harten aber in der Form freundlichen Gesprächen mit Hardlinern gearbeitet. Was Herr Thierse einfordert, ist also durchaus erst einmal ein potenzielles Erfolgsrezept.
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#43 HugoAnonym
  • 05.04.2021, 12:25h
  • "Wer in einer Demokratie etwas für Minderheiten erreichen will, muss dafür Mehrheiten gewinnen." und "Ich wünsche mir aufmerksame Lernbereitschaft bei Mehrheiten und unaggressive Erklärbereitschaft bei Minderheiten."
    ...
    Absolut richtiges und vernüftiges Argument.

    Gegenargumente in diesem und ähnlichen Themen habe ich leider so gut wie keine gelesen.

    Außer dass er "alt, weiß, Ossi, in der Kirche, der bösen AfD-nahen SPD ist, ganz weit rechts, ein Hetzer usw.".

    Die hiesige und andernortens aufbrechende "Empörung, Fassungslosigkeit und Verletztheit" bereits bei solchen Meinungen, die man mit gesundem Menschenverstand eigentlich gar nicht böswillig interpretieren kann, bestätigt mir, dass Herr Thierse mit seinen Aussagen recht hat.
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#44 LegatEhemaliges Profil
  • 05.04.2021, 12:31h
  • Antwort auf #43 von Hugo
  • "Gegenargumente in diesem und ähnlichen Themen habe ich leider so gut wie keine gelesen."

    Was ist mit dem Gegenargument, dass allein schon die Verfassung gleiche Würde und gleiche Rechte garantiert? Warum sollte man der Meinung sein, man müsse erst Mehrheiten dafür gewinnen, Minderheiten etwas zu gewähren, was der Mehrheit längst zusteht? Für mich und viele andere steht das im krassen Widerspruch zu unserer Verfassung. Wir sind doch hier nicht in der Weimarer Republik!
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#45 LegatEhemaliges Profil
  • 05.04.2021, 12:38h
  • Antwort auf #42 von Cogito
  • Nein, da verkennst du Diva Thierse. Der möchte, dass man sich IHM erklärt. Er hält sich für den "Elder Statesman", den Verdienten, den Intellektuellen, den der weiß wie es läuft und der den Ton angibt. Das Problem ist hier tatsächlich die Personalie Thierse, die übrigens auch Esken und Kühnert den Wind aus den Segeln nimmt. Deswegen fordert er ja auch "Erklärbereitschaft" und nicht etwa Dialog. Er sieht Minderheiten in der Bringschuld. Als Bittsteller abhängig vom Gutdünken SEINER Mehrheit, zu deren Sprecher er sich selbst erklärt hat und als dieser selbsterklärte Sprecher der "Normalen" ist klar, dass es ihm nur darum geht, vermeintlich Schwache unterzubuttern, um sich selbst zu überhöhen. Es gibt genügend Menschen mit denen man in einen sinnvollen Dialog treten kann, Thierse sollte man rechts liegen lassen.
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#46 CogitoAnonym
  • 05.04.2021, 13:08h
  • Antwort auf #45 von Legat
  • Aber warum ihn nicht beim Wort nehmen? Thierse will ja gar nicht diskutieren, sondern nur eine Erklärung haben. Die angemessene Antwort könnte etwa ein Erklärfilmchen zum Thema Gender im Stile der "Sendung mit der Maus" sein. Damit könnte man Thierses Prominenz durchaus nutzen ohne ihn zu überhöhen und allen Seiten wäre gedient.
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#47 antosProfil
#48 LegatEhemaliges Profil
#49 UebersetzungAnonym
  • 05.04.2021, 13:46h
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • "Thierse will ja gar nicht diskutieren, sondern nur eine Erklärung haben."

    Das impliziert: Thierse versteht bisher gar nicht, worum es geht und kann sich auch nicht aus eigener Kraft informieren. Er ist nicht in der Lage, entsprechende Gegen-Argumente selbst aufzufinden, nicht einmal nach Wochen der öffentlichen Auseinandersetzung und etlichen kritischen Artikeln von anderen politischen Autor_innen.

    Kann Thierse nicht lesen?

    Vielleicht sollte er sich nächstes Mal besser zuerst informieren und dann erst mit einem Dutzend Artikeln und Interviews in die Öffentlichkeit treten?

    Das ist doch alles Unsinn.

    Thierse weiß genau, was er sagt und was er damit impliziert. Es geht nicht um einen Mangel an geduldigen Erklärbär_innen, sondern um Ignoranz. Es ist hier schon ausreichend dargelegt worden, dass Thierse trotzig und halsstarrig jenen Teil der Bevölkerung repräsentiert, die sich den Werten des Grundgesetzes höchstens pro forma verpflichtet fühlen, die diese Werte aber nicht verinnerlicht haben und deshalb glauben, es sei "gut demokratisch", Ressentiments über Grundrechte zu stellen, wenn es um diskriminierte Minderheiten geht.

    Bei selbstgewählter Ignoranz helfen Erklärungen nicht.
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#50 HierKommtDieMausAnonym
  • 05.04.2021, 14:10h
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • Artikel I und III unseres Grundgesetzes bedeuten, dass Minderheiten auch dann das Recht auf gleiche Würde, gleiche Rechte und gleiche Teilhabe zusteht, wenn alte weiße Männer sich die Ohren zuhalten und schreien "Ich kann dich nicht hören!"

    Das gilt sogar dann, wenn die alten weißen Männer niemand zu Hause besucht, ihnen die Hände von den Ohren zieht und ihnen alles nochmal ganz in Ruhe erklärt. Auch, wenn die dann ganz doll mit den Füßen stampfen und immer noch schreien.

    Klingt komisch, ist aber so.
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#51 zundermxeAnonym
  • 05.04.2021, 14:42h
  • Antwort auf #43 von Hugo
  • Dass du ein Thierse-Fan bist zeigst du einerseits mit der Ignoranz sämtlicher Argumente und Aussagen zum Thema und andererseits mit der Aussage, dass alle, die nicht deiner Meinung wären, keinen gesunden Menschenverstand besitzen können.

    Dann weiterhin viel Spaß im Sandkasten und pass weiter schön auf, dass niemand deine Förmschen klaut.
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#52 zundermxeAnonym
  • 05.04.2021, 15:45h
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • Weil du dich dann genau auf der Ebene bewegst, die er fordert und bei Erfüllung auch entsprechend (ver-) wertet.
    Und vergiss dabei nicht leise, devot und voller Bewunderung für ihn zu sein. Sonst hört er deine Worte nicht.
    Dann kannste auch gleich zum Bahnhof laufen und mit denen diskutieren, die den Wachtturm hochhalten.
    Thierse sagt dir dann was angemessen und nach seiner Definition der Normalen für diese akzeptabel ist.
    So wie der knuffelige Zirkusdirektor, der seine lieben Tierchen ein Kommando mit der Peitsche gibt um sie durch den brennenden Ring springen zu lassen damit die Zuschauer*innen artig applaudieren können. Anschließend dürfen die Tierchen dann wieder in den Käfig um zu schlafen und die Zuschauer*innen gehen unterhalten nach Hause.

    Doch selbst wenn das Undenkbare passieren würde:
    Wie könnte dann eine Partei eine Person in eine Grundwerte-Kommission berufen, die demnach die letzten Jahrzehnte inhaltlich vorsätzlich verschlafen hat?!
    Wie viele Thierses wolltest du nach dem Schema noch eine Bühne bereiten?!
    Und du glaubst dann allen Ernstes, wenn du nur lieb und unaufgeregt genug bist, spricht Thierse eine Entschuldigung aus, ändert seine Meinung und fortan wäre er ein Streiter bspw für queere Chancengleichheit?!
    Anschließend würde er innerparteilich und die entsprechenden Medien dazu aufrufen ihm gleich zu tun um die Hetze wenigstens einigermaßen zu revidieren?!
    Ein Hoch auf deine Phantasie um es so lieb, wie möglich, auszudrücken.

    Ganz nebenbei hat Thierse Kühnert und Esken in Partei und Vorstand nachhaltig geschwächt und ihnen ganz öffentlich eine Lehrstunde im Spiel der Politik gegeben. Nun sonnt er sich von Interview zu Interview als unantastbare Instanz da ihm gelungen ist seine ganze Partei auf Kurs zu bringen ohne ein bedeutendes Amt zu haben.
    Geopfert hat er dafür bereitwillig ein (Wahlkampf-) Thema und Menschen, die er aber eh nicht zu seiner erlauchten Gesellschaft der Normalen zählt. Wer hat denn diese Wähler*innenstimmen auch nötig?!
    Die spD der Normalen mit Sicherheit nicht.
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#53 Noch ne MausAnonym
  • 05.04.2021, 16:00h
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • Das ist der Wolfgang. Er hat das mit dem Gleichheitsgrundsatz nicht so ganz verstanden. Dabei ist das total wichtig. Trotzdem konnte er früher mal Präsident des Bundestages werden.

    Manche wundert das gar nicht, denn die haben das alles auch nicht so ganz verstanden. Die halten sich für normal. Und sie finden es gemein, jetzt auf den armen Wolfgang zu schimpfen. Denn der konnte das doch gar nicht wissen.

    Klingt komisch, ist aber Deutschland.
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#54 SybilleAnonym
  • 05.04.2021, 16:00h
  • Antwort auf #6 von Cogito
  • "Als Minderheit haben wir ebenso eine Verantwortung, unsere Position Menschen gegenüber zu erläutern, die unsere Erfahrungen nicht gemacht haben und daher keinen emotionalen Bezug zu dem Problem haben."

    Das ist ein Ewigkeitsspielchen, bei dem man sich Fusseln an den Mund reden kann, Sie hören weg und machen weiter wie bisher, und nachher kommen sie an und sagen, sie brauchen mehr Zeit, um zu verstehen. Das ist ein Spielchen, das schon den den frühen 1970ern läuft. Wie lange denn noch?
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#55 ergo dummAnonym
#56 SybilleAnonym
  • 05.04.2021, 16:09h
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • "Thierse will ja gar nicht diskutieren, sondern nur eine Erklärung haben."

    Ich unterstelle mal, daß Thierse nicht auf den Kopf gefallen ist und sich schon längst hätte informieren können, wäre nur der Wille da gewesen. So behaupte ich, Thierse will weder diskutieren noch eine Erklärung. Der will gar nicht, vor allem sich nicht mit queeren Menschen befassen. Wer mir bisher mit "Ich brauche mehr Zeit" ankam, brauchte nicht mehr Zeit, sondern wollte einfach nicht.
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#57 staatsappartschikAnonym
  • 05.04.2021, 16:09h
  • Antwort auf #19 von audeas
  • thierse hat erfahrungen mit dem situationsbezogen zielgerichteten hantieren von fakten, schließlich hat er in der ddr an der humboldt-uni gearbeitet, war in der akademie der wissenschaften der ddr und hat drehbücher für regimetragende filme der ddr bei der defa mitgemacht.

    so einer wie thierse äußert sich nicht "versehentlich" oder "unglücklich", sondern weiß ganz genau, was er wann wo wem wie sagt. diese stalinistische identität ist ihm vermutlich in fleisch und blut übergegangen.
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#58 SybilleAnonym
  • 05.04.2021, 16:15h
  • Antwort auf #7 von Cogito
  • "Eine Demokratie ist auch nicht gottgegeben, sondern davon abhängig, dass sich eine Mehrheit zu ihr bekennt"

    Viele verstehen aber unter Demokratie eher eine bastakraitsche Diktatur der Mehrheit, vor allem dann, wenn es sich um die Rechte von Minderheiten handelt. Das betrifft vor allem Queers und ist ein verkappter Ausdruck von Queerphobie.
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#59 SybilleAnonym
  • 05.04.2021, 16:18h
  • Antwort auf #9 von Luna
  • "Wenn Minderheiten sich still und freundlich bücken statt unangenehm zu sein werden ihnen niemals ihre Rechte zugestanden."

    Deshalb sollte die Geschichte von Stonewall nicht vergessen werden und als Vorbild dienen. Irgendwann ist auch mal Schluß mit lieb sein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#60 NelioAnonym
  • 05.04.2021, 21:59h
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • Weil es diese Videos und Berichte bereits zu tausenden im Interview gibt, gar nicht sooo schwer zu finden.

    Noch viel wichtiger ist aber:
    Du vergisst wie es gestartet hat. Nämlich mit genau so einer Erklärung in der süddeutschen von queeren Persönlichkeiten aus dem Filmgeschäft, komplett vernünftig, absolut nicht konfrontativ. Das war bereits zu viel!

    Die Antwort von Sandra Kegel und der FAZ darauf war sinngemäss, dass das jawohl total unnötig ist (Identitätspolitik! Identitästpolitik pfui pfui!) und so lange uns niemand umbringt sollen wir doch bitte schön mal die Klappe halten. Darauf wollten einige queere SPD Mitglieder hinweisen, wurden aber tatsächlich gecancelt und ihnen wurde das Mikro abgstellt.

    Diese Inhalte und diese Vorgehn ist es, was Thierse die ganze Zeit verteidigt. Und wer dann etwas dagegen sagt betreibt Cancel Culture (hihi) und linksextreme Antifa Identitätspolitik. Aber Kindergeld und deutsche Leitkuktur sind voll total super, das ist doch keine Identidätskultur, sagen die Konservativen, von denen wir so eine hybris natürlich absolut gewohnt sind, Diskriminierung ist schliesslich (neben Korruption) deren Markenkern.

    Muslime oder nicht -Weisse erdulden diesen Diskriminierungsscheiss und die Gewalt hier ebenfalls bereits seit Jahrzehnten. Aber die SPD stand dabei grösstenteils auf unserer Seite. Es hat sich in den letzten Jahren schon angedeutet, dass sie dem Druck nachgeben, aber das jetzt ein Grossteil der SPD Führung die Narrative der Rechten Menschenfeinde übernimmt und das unterstützt, ist hochgefährlich für unsere Community.

    Das es jetzt auch innerhalb der Grünen eine kleine Gruppe Populisten um Palmer gibt die gleich mitaufspringen, macht es auch nicht gerade besser.

    Die Diskriminierer von AFD, FAZ und Union sitzen derweil schön zuhause und schlürfen Champagner im Jacuzzi. Das es so gut laufen würde und sich Teile der nicht ultrakonservativen (Im FAZ und Springer Sprachgebrauch also: Linksextremen) so dermassen zerfleischen wie es gerade passiert, hätten sie sich kaum träumen lassen.

    Gleichzeitig ziehen Springer und FAZ einen "diese furchtbare linke Identitätspolitik und die ganzen Schwuchteln und Migranten und Cancel Culture zerstören unseren christlichen weissen korrupten konservativen heterosexuellen Leitkulturkontinent!" Artikel nach dem anderen aus dem Nazi Bullshit Generator und lassen den standarmässig durch die ganzen auch offiziell rechtsextremen Zeitschriften, Blogs, Facebook und Twitterbots etc. retweeten und teilen.

    Und es wirkt: Immer mehr Medien ziehen nach, reproduzieren es und Minderheitenpolitk ist auf einmal so hot wie Hans Georg Maasen - niemand packt sie mehr an.

    Sandra Kegel folgen und die Klappe halten ist hier eindeutig die falsche Option.
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#61 Beton im KopfAnonym
  • 06.04.2021, 00:26h
  • Thierse denkt an Austritt aus der SPD, weil Personen, die keine heterosexuellen Männer sind, für ihre Rechte kämpfen.
    Aus der christlichen Kirche, die diesen Kampf durch ihre menschenverachtende, aggressive Hetze und all die jahrhundertelange Tyrannei ihrer kranken Ideologie überhaupt erst nötig gemacht hat, tritt er bezeichnenderweise nicht aus.
    Als geistig gesunder Mensch fasse ich mir da nur noch an die Stirn.

    Ach, würde er doch nur 1% seines Klageaufkommens für die Opfer der von seiner Sekte systematisch vertuschten Kindesvergewaltigungen aufwenden.

    Dieser Typ hat keinen ethischen Kompass. Deshalb braucht er "Traditionen" und "geschichtlich geprägte kulturelle Normen" und verlangt, dass man artig "bitte bitte" zu ihm sagt. Ich werte diese gebieterische Plärre mal als verzweifelten Ablenkungsversuch von der Tatsache, dass er mit zwei sinkenden Schiffen gleichzeitig absäuft. Grüße an die SPD (von früher, als sie noch eine stolze atheistische Arbeiterpartei war) und Stinkefinger und grins an den Kinderficker der Strafverfolgung entziehenden Rattenlinienverein.
  • Antworten » | Direktlink »
#62 geistig gesundAnonym
  • 06.04.2021, 00:39h
  • Antwort auf #5 von Kumpel
  • Was hat hier das eine mit dem anderen zu tun?
    Thierse hat keinen Grund, so rumzuplärren.
    Über Menschen ihrer kollektiven Zugehörigkeit wegen in deren Gegenwart Witze zu reißen, ist hingegen ekelhaft und sehr herabwürdigend.
    Zumal wenn man mit Sicherheit weiß, dass sie gerade ein erschütterndes Erlebnis verarbeiten müssen, in diesem Fall den Verlust der Heimat.
    Kann man machen. Nur ist man dann halt was Rektales.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#63 LorenProfil
  • 06.04.2021, 00:43hGreifswald
  • Antwort auf #46 von Cogito
  • Es würde m.E, genügen, wenn ihn der Vize-Vorsitzende seiner eigenen Partei, Herr Kühnert, mal sachlich in das Thema einführte.
    Zu seinen aus meiner Sicht abstrusen Ansichten zum sog. "blackfacing" könnte ihm dann auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby ggf. noch etwas auf dem für ihn offenbar steinigen Wege des Erkenntnisgewinns mitgeben.
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#64 LorenProfil
  • 06.04.2021, 01:01hGreifswald
  • Antwort auf #50 von HierKommtDieMaus
  • Man muss es manchen sogar in die Ohren schreien, damit sie sich überhaupt zu einer Reaktion herablassen, auch wenn die beispielsweise im Fall Thierse eine abwehrende ist. Was dann wenigstens klarmacht, wie eine Person diesbezüglich einzuordnen ist, selbst wenn sie in anderen Zusammenhängen dann wieder anders daherredet und manchmal auch anders handelt.

    Herr Thierse ist m.E. einer, der sich, obgleich ehemaliger DDR-Bürger, mehr Bonner und weniger Berliner Republik wünscht, d.h. geräuschlosere und weniger von Empörung getriebene Debatten. Die Zeiten haben sich aber nicht nur durch den wegen des Internets veränderten Rahmen der politischen Meinugsbildung nun mal grundlegend geändert, was mehr Teilhabe, aber auch mehr shitstorms u.ä. nach sich zieht. Die Bonner Idylle (die nie eine war), ist Vergangenheit.
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#65 LorenProfil
  • 06.04.2021, 01:07hGreifswald
  • Antwort auf #43 von Hugo
  • Beim Thema "gesunder Menschenverstand" werde ich immer skeptisch, da dieser mir als schwulen Mann hierzulande äußerst selten gewogen war. Meistens wird er doch nach meinem Eindruck von denjenigen ins Feld der Auseinandersetzung eingeführt, die an Bestehendem festhalten wollen, während progressivere Geister dien Begriff möglichst nicht verwenden, da er kontaminiert ist.
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#66 LorenProfil
  • 06.04.2021, 01:42hGreifswald
  • Antwort auf #57 von staatsappartschik
  • Das ist ein Aspekt, den man nicht übersehen sollte. Als Bürger der SED-Diktatur hat er lernen müssen, wann man etwas wie sagen durfte und wann man besser schweigt, will man wie er Karriere machen.
    Das erfordert einen ziemlich disziplinierten Umgang mit der Versprachlichung des eigenen Denkens. Das, was er jetzt so zum Besten gibt, ist unter diesem Gesichtspunkt schon bemerkenswert, da er sich (trotz der angeblichen "cancel culture") nun wesentlich entfesselter äußer kann.
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#67 LorenProfil
  • 06.04.2021, 01:49hGreifswald
  • Antwort auf #60 von Nelio
  • Aber auch einer Frau Wagennecht werde ich nicht folgen, die Sozialpolitik gegen Emanzipationspolitik auszuspielen versucht. Es gibt leider in so gut wie jeder demokratischen Parei Personen, die mich im Zweifesfall (=Wahlstimmen) im Regen stehen lassen. Und ich habe da ein "Elefantengedächtnis".
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#68 CogitoAnonym
  • 06.04.2021, 07:58h
  • Antwort auf #66 von Loren
  • Wolfgang Thierse hat als DDR-Bürger und machtpolitisch interessierter Mensch selbstverständlich den sozialistischen Machtapparat studiert. Als Mitglied der Kirche hat er aber auch eine Organisation kennengelernt, welche die Macht des Staates teilweise begrenzt hat und am Fall des eisernen Vorhangs mitbeteiligt war.

    Er kennt die Macht der Machtlosen ebenso wie die Schwächen der Mächtigen und ist wahrscheinlich deswegen denjenigen, die ihn allein einem Lager zuordnen wollen, oft einen Schritt voraus.
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#69 geistig gesundAnonym
  • 06.04.2021, 09:08h
  • Antwort auf #68 von Cogito
  • Diese Legende steht jetzt natürlich in den Geschichtsbüchern und da wird sie auch bleiben, weil 1. die Kirchen bei uns die Geschichtsbücher schreiben und weil sie 2. viel romantischer ist als die Wahrheit: die ökonomische Krise des Ostblocks.
    Der Osten darf sich darüber hinaus vor allem bei seinen Künstlern bedanken, die - nicht erst nach dem 11. Plenum - die Nase in den Wind gehalten haben.
    Es ist erstaunlich, wie die Kirchen es immer wieder schaffen, trotz widerwärtigsten Strafregisters ihr Image zu polieren.

    kirchengeschichten-im-ns.de/reinwasch_oekumene.pdf
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#70 CogitoAnonym
#71 KumpelAnonym
  • 06.04.2021, 14:33h
  • Antwort auf #62 von geistig gesund
  • Sei froh, dass Du nie zu dieser Zeit im Nachdienst an der Basis bei der Berliner Deutschen Post tätig gewesen bist. Sonst hättest Du das hier nicht so kommentiert. Der Umgangston auf der Arbeit war zuweilen derart heftig, das es sogar mich glatt die Sprache verschlagen hatte. Zudem wurde ich 25 Jahre lang gemobbt von diesem Unternehmen. Ich habe nur durchgehalten, weil ich später, also jetzt, eine gute zusätzliche Betriebsrente monatlich kassiere. Dafür hat es sich gelohnt. Aber sehr viele haben damals, als 2000 die Post privatisiert worden ist, lieber die Biege gemacht.
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#72 LarsAnonym
  • 06.04.2021, 15:24h
  • Antwort auf #64 von Loren
  • "Die Zeiten haben sich aber nicht nur durch den wegen des Internets veränderten Rahmen der politischen Meinungsbildung nun mal grundlegend geändert"

    Die Debatten in der alten Bundesrepublik konnten durchaus sehr scharf und grundlegend sein.

    Hätte man, wie heute dank der sozialen Medien, alles mitlesen können, was so alles in den verschiedenen politischen Zirkeln und Stammtischen gesagt wurde (u.a. über queere Menschen), hätten wir sicher ein anderes Bild dieser Zeit.

    Die öffentliche Debattenkultur im Osten war nach der Wende eine andere als im Westen. Auf der einen Seite gab es Reste autoritären Gehabes, auf der anderen Seite aber, insbesondere auf der Seite der Opposition, eine ruhige, nachdenklichere, manchmal auch vorsichtige Form des Erörterns von gesamtgesellschaftlichen Problemen, oft weniger aus der Sicht einer bestimmten Gruppe heraus, sondern mit dem erhaltenen Bewusstsein eines großen gesellschaftlichen Kollektivs. So etwas lernte man, wo Kritik nur zwischen den Zeilen geäußert werden konnte. Viele kluge Köpfe aus der DDR-Opposition wurden aber rasch niedergewalzt, weil sie sich an das Westtempo und den Westduktus nicht anpassen konnten.
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#73 LorenProfil
  • 06.04.2021, 18:26hGreifswald
  • Antwort auf #72 von Lars
  • Ich stimme da zu. Die Bonner Republik war keine Idylle, es wurde im Bundestag, aber von Zeit zu Zeit auch auf der Straße laut und deutlich gestritten und beispielsweise im Rahmen privater Feiern oder an Stamm- und sonstigen Tischen wurde auch mal polternd Dampf abgelassen. Heute bietet das Internet eine zusätzliche Möglichkeit, anonym bisweilen jenseits jeglicher Höflichkeiten zum Rundumschlag auszuholen, zu polarisieren, zu diffamieren, Lügen zu verbreiten etc.
    Wer öffentlich redet und handelt, z.B. in politischer Verantwortung, muss da auch die Bereitschaft und Kraft aufbringen können, damit einigermaßen konstruktiv umzugehen und sachlich nachvollziehbare Kritik von offenkundig unsachlichen Anwürfen zu unterscheiden.

    Bezüglich der sog. "Wende- und Nachwendezeit" möchte ich noch ergänzen, dass es in der DDR auch Gruppen gab, die sich längst von Politik und Gesellschaft grundsätzlich verabschiedet hatten und den Niedergang der DDR als Chance annehmen wollten ein selbstbestimmteres Leben jenseits von politschen und gesellschaftlichen "Zumutungen" anzugehen (soweit dies eben möglich ist), man denke nur an die in den 1980ern existierenden Jugendszenen (Skater, Punker ...).
    Es war die Westberliner Band Ton Steine Scherben, die bereits 1972 ein Lied zum Besten gab, das leider nie von DDR-Bands auf die SED-Diktatur umgemünzt adaptiert wurde. Es hätte wohl insbesondere vielen jungen Menschen aus dem Herzen gesprochen:

    www.youtube.com/watch?v=vnOZbIkcxXk
  • Antworten » | Direktlink » | zu #72 springen »

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