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Katholische Kirche
Bischof Bätzing äußert Verständnis für Kirchenaustritte
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz kritisierte in seiner Osterpredigt mangelnden Veränderungswillen seiner Kirche, an der er selbst leide, und forderte "Mut zur Erneuerung".

Georg Bätzing ist seit 2016 Bischof von Limburg und seit März 2020 Chef der Deutschen Bischofskonferenz (Bild: Bistum Limburg)
- 4. April 2021, 12:19h 2 Min.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat zu Ostern den mangelnden Reformwillen der katholischen Kirche kritisiert. Er leide an der Kirche, "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert", sagte Bätzing am Sonntag in seiner Predigt im Limburger Dom.
Der Bischof bezog sich dabei offensichtlich auf die Skandale um sexuellen Missbrauch durch Geistliche und die oft zögerliche Aufarbeitung dieser Taten sowie auf die aktuellen Debatten über strukturelle Reformen etwa hinsichtlich der Segnung auch von lesbischen und schwulen Paaren, die der Vatikan ablehnt.
Bätzing kritisierte das Segnungsverbot des Vatikans
Es schmerze ihn, wenn Menschen deshalb aus der Kirche austreten. Bätzing zitierte einen jungen Mann, der ihm zur Begründung für seinen Kirchenaustritt geschrieben habe: "Was man nicht verändern kann und was selbst nicht in der Lage ist, umzukehren, sollte man verlassen." Er könne das nachvollziehen sagte Bätzing. "Und ich bedaure es, dass wir als Kirche ein solches Bild abgeben."
Der Bischof hob in seiner Predigt weiter hervor: "Lasst uns Ostern feiern und vertrauen, dass Jesus in dieser Kirche lebt und wirkt und uns den Mut zur Erneuerung schenkt."
Zuletzt hatte Bätzing das Segnungsverbot des Vatikans für homosexuelle Paare mit deutlichen Worten kritisiert (queer.de berichtete). Er könne das Unverständnis der Gläubigen verstehen "und teile es ausdrücklich", hatte Bätzing in einem Interview auf der Website seines Limburger Bistums klargestellt. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die katholische Sexuallehre einer Weiterentwicklung im Licht der seit Jahrzehnten vorliegenden humanwissenschaftlichen und theologischen Erkenntnis bedarf." (cw/dpa/AFP)















Ist die sexuelle Gewalt selbst das Problem, oder vielleicht doch wieder vor allem der Umstand, dass sie öffentlich wurde?