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Katholische Kirche

Bischof Bätzing äußert Verständnis für Kirchenaustritte

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz kritisierte in seiner Osterpredigt mangelnden Veränderungswillen seiner Kirche, an der er selbst leide, und forderte "Mut zur Erneuerung".


Georg Bätzing ist seit 2016 Bischof von Limburg und seit März 2020 Chef der Deutschen Bischofskonferenz (Bild: Bistum Limburg)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat zu Ostern den mangelnden Reformwillen der katholischen Kirche kritisiert. Er leide an der Kirche, "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert", sagte Bätzing am Sonntag in seiner Predigt im Limburger Dom.

Der Bischof bezog sich dabei offensichtlich auf die Skandale um sexuellen Missbrauch durch Geistliche und die oft zögerliche Aufarbeitung dieser Taten sowie auf die aktuellen Debatten über strukturelle Reformen etwa hinsichtlich der Segnung auch von lesbischen und schwulen Paaren, die der Vatikan ablehnt.

Bätzing kritisierte das Segnungsverbot des Vatikans

Es schmerze ihn, wenn Menschen deshalb aus der Kirche austreten. Bätzing zitierte einen jungen Mann, der ihm zur Begründung für seinen Kirchenaustritt geschrieben habe: "Was man nicht verändern kann und was selbst nicht in der Lage ist, umzukehren, sollte man verlassen." Er könne das nachvollziehen sagte Bätzing. "Und ich bedaure es, dass wir als Kirche ein solches Bild abgeben."

Der Bischof hob in seiner Predigt weiter hervor: "Lasst uns Ostern feiern und vertrauen, dass Jesus in dieser Kirche lebt und wirkt und uns den Mut zur Erneuerung schenkt."

Zuletzt hatte Bätzing das Segnungsverbot des Vatikans für homosexuelle Paare mit deutlichen Worten kritisiert (queer.de berichtete). Er könne das Unverständnis der Gläubigen verstehen "und teile es ausdrücklich", hatte Bätzing in einem Interview auf der Website seines Limburger Bistums klargestellt. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die katholische Sexuallehre einer Weiterentwicklung im Licht der seit Jahrzehnten vorliegenden humanwissenschaftlichen und theologischen Erkenntnis bedarf." (cw/dpa/AFP)



#1 WordingAnonym
  • 04.04.2021, 15:00h
  • "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt"

    Ist die sexuelle Gewalt selbst das Problem, oder vielleicht doch wieder vor allem der Umstand, dass sie öffentlich wurde?
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#2 dellbronx51069Anonym
  • 04.04.2021, 17:50h
  • Ist dies die Einsicht als erster Weg zur Besserung ? Allein der Glaube daran fehlt mir... Gut nur dass ich keine Religion zum Leben brauche.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 04.04.2021, 19:33h
  • Menschen brauchen keinen Zugang zum Glauben, sondern zu gleicher Würde und Anerkennung, auch gerade, wenn sie ihre Liebe erklären, und beispielsweise eine lesbische oder schwule Ehe schließen.

    Das gibt ihnen der große Mumpitz rund um Lattenjupp nicht, also suchen sie die Loslösung von ihrem Peiniger.

    Gegen Schmerz gibt es bestimmt was von Ratiopharm.

    Selektive Menschenverachtung ist halt kein Aushängeschild für rituell bemühte Trachtenvereine.
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#4 MarkKerzmanProfil
  • 05.04.2021, 03:02hPrinceton, New Jersey
  • Das Problem ist der lapidare Satz, >causa finita est<, zuerst von Augustinus formuliert und später vom Vatikan verinnerlicht, >Rom hat sich zur Sache geäußert, und dabei bleibts!<, was wiederum, quasi per auto-pilot, auf direktem Wege zum Hyperdogmatismus sowohl der katholischen wie später der lutherisch-protestantischen Kirche führte. Diesen Mühlstein dogmatischer Starrheit am Hals des Klerus abzuschütteln bedarf es vermutlich einer weiteren grundlegenden Reformation.
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#5 Ralph WAnonym
  • 05.04.2021, 06:36h
  • Was bildet sich dieser mafiöse Trachtenverein eigentlich ein? Selber geschichtlich, die größten Kriege verursachend, mit fast rituellem Missbrauch die schlimmsten Verbrechen der Neuzeit begangen und jahrelang diese ungestraft vertuscht zu haben und sich dann über einzelne Menschengruppen zu erheben und zu richten! Es verlassen noch viel zu wenige die Kirche!
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#6 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 05.04.2021, 07:46h
  • Bischof Bätzing, wenn Sie unter der Kirche leiden, warum verlassen Sie nicht diesen reformunwilligen Haufen? Kann es sein, dass Ihr Geld und Ihre Macht Ihnen trotzdem wichtiger als Menschen sind?
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#7 Taemin
  • 05.04.2021, 10:19h
  • Antwort auf #6 von DramaQueen24
  • Ich sehe hier ein Spiel der kath. Kirche. Einerseits beharrt sie auf zutiefst menschenfeindlichen Positionen, andererseits erlaubt sie einzelnen Klerikern, das offen zu kritisieren. Sinn ist, Mitgliedern vorzugaukeln, im Laufe der nächsten 2000 Jahre könne sich vielleicht doch noch was ändern, weil ja möglicherweise die Kritiker irgendwann in der Mehrheit sein werden.
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#8 MiralAnonym
  • 05.04.2021, 10:57h
  • Antwort auf #6 von DramaQueen24
  • Möglicherweise weil wenn alle Reform willigen die Kirche verlassen, es zu keiner Reform kommen kann. Außerdem kann das natürlich auch persönliches Gründe haben und es sein Job.

    Sie würden natürlich keinen Job annehmen wenn Sie nicht zu 100% damit einverstanden sind, was die obere Chefetage macht oder?
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#9 LegatEhemaliges Profil