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Fußball

Hertha-Torwarttrainer schockt mit queerfeindlichem Interview

Der ungarische Ex-Fußballspieler Zsolt Petry kritisiert seinen Landsmann Péter Gulácsi von RB Leipzig.


Der ehemalige ungarische Fußballer Zsolt Petry arbeitet seit 2015 mit Unterbrechungen bei Hertha BSC (Bild: Hertha BSC)

Torwarttrainer Zsolt Petry vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat mit diffamierenden Aussagen zu den Themen LGBTI und Zuwanderung für Empörung gesorgt. Petry kritisierte in einem Interview mit der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung "Magyar Nemzet" vom Ostermontag den Einsatz des ungarischen Torhüters Péter Gulácsi von RB Leipzig für LGBTI-Rechte. [… Anm. d. Red.: Zitat aufgrund einer einstweiligen Verfügung gegen die dpa nachträglich entfernt], sagte Petry.

Gulácsi hatte im Februar die Einschränkung von Rechten sexueller Minderheiten in seiner Heimat Ungarn kritisiert (queer.de berichtete). In einem Facebook-Eintrag sprach sich der ungarische Fußball-Nationalspieler vor allem gegen eine Gesetzesänderung vom Dezember 2020 aus, nach der homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern verboten ist. Wenige Monate zuvor hatte das Parlament entschieden, dass trans Personen künftig nicht mehr in ihrem Geschlecht anerkannt werden, sondern dass rechtlich das "Geschlecht zur Geburt" gelte (queer.de berichtete).

Diffamierende Aussagen auch über Geflüchtete

Zsolt Petry, der mit Unterbrechungen seit 2015 bei den Berlinern arbeitet, gab sich in dem Interview als "voller" Unterstützer einer konservative Linie, auch beim Thema Migration. "Ich verstehe gar nicht, wie Europa moralisch so tief sinken konnte, wie jetzt. [...] Europa ist ein christlicher Kontinent, ich sehe den moralischen Niedergang nicht gerne, der den Kontinent niederfegt", sagte der 54-Jährige: "Die Liberalen blasen die Gegenmeinungen auf: Wenn du die Migration nicht gut findest, denn schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen – dann werfen sie dir sofort vor, dass du ein Rassist bist."

In den sozialen Medien gab es am Ostermontag viel Kritik für die Aussagen Petrys. Fans forderten auch Hertha und Sportdirektor Arne Friedrich zu einer Reaktion auf das Interview auf. Diese gab es aber nicht direkt. Hertha werde das Thema "zunächst einmal intern zeitnah mit Zsolt Petry besprechen", hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Hertha BSC Berlin gilt als queerfreundliches Team – der Verein besitzt mit den Hertha-Junxx einen eigenen queeren Fanclub und unterstützt dessen CSD-Teilnahme. Bereits seit Jahren engagiert sich der Hauptstadtclub gegen Homophobie: So zeigte er 2014 vor einem Heimspiel einen entsprechenden Aufklärungsspot (queer.de berichtete). 2013 trat er dem Berliner Toleranzbündnis bei (queer.de berichtete) und gehörte zu den Erstunterzeichnern der Berliner Erklärung "gegen Homophobie und für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport".

"Wir sind zutiefst erschüttert und sprachlos", schrieben die Hertha-Junxx am Nachmittag in einer ersten Reaktion in sozialen Netzwerken. "@HerthaBSC hat sich selbst Werte auferlegt und mit Absichtserklärungen klar gegen Homofeindlichkeiten und für Vielfalt verschrieben. Klärt es schonungslos auf und zieht ggf. daraus Konsequenzen." (cw/dpa)

ergänzt um Reaktion der Hertha-Junxx



#1 FraBouAnonym
  • 05.04.2021, 17:15h
  • Bei dieser "Einstellung" sollte Herr Petry sich doch vielleicht lieber Arbeit in Ungarn unter Herr Orban mit den dort üblichen Bezügen suchen?
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#2 zundermxeAnonym
  • 05.04.2021, 17:45h
  • Antwort auf #1 von FraBou
  • War auch mein erster Gedanke.

    Traurig, dass einige Menschen nicht differenzieren können oder wollen.
    Wobei ich bei diesen Zitaten den Rassismus in der Qualität noch klarer von ihm geäußert sehe.
    Egal, wie wer zur Migration steht, ist die überbetonte und vorbehaltlose Verknüpfung von Migration und Kriminalität immer Rassismus und Populisten-Narrativ ähnlich wie die von Homosexuellen und Kindesmissbrauch.
    Niemand will ernsthaft bestreiten, dass es nicht auch unter Migranten und Homos Täter gäbe. Doch das ist weder charakteristisches Merkmal noch anders als bei allen anderen, die beiden Gruppen nicht zugehören.
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#3 MesonightAnonym
  • 05.04.2021, 20:43h
  • ...wenn Hertha so queerfreundluch ist, dann Frage ich mich, warum kein offizielles Statement abgegeben wurde, man hätte ihn rausschmeißen müssen, da gibt's doch nichts zu überlegen, oder?
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#4 Dont_talk_aboutProfil
  • 05.04.2021, 20:52hFrankfurt
  • Das Gespräch kann nur die sofortige Entlassung zur Folge haben. Mögliche Abfindungen müssen vor dem Arbeitsgericht geklärt werden. Alles andere wäre das Ende eines toleranten Vereins.
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#5 RealitätAnonym
#6 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 06.04.2021, 00:40h
  • "Er verstehe nicht, was seinen Landsmann Gulacsi dazu bewogen habe, "sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen", sagte Petry."

    Junge, Du brauchst es nicht verstehen, aber akzeptieren, dass nicht alle Ungarn so verblendet wie Du sind, das solltest Du akzeptieren.
    Übrigens, ich wollte in diesem Jahr an den Plattensee. Hab es mir anders überlegt. Bei Faschos will ich keinen Urlaub machen. Fahr stattdessen, wenn es die Regeln erlauben (geh im Sommer in Rente), nach Kuba.
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#7 Dont_talk_aboutProfil
  • 06.04.2021, 03:24hFrankfurt
  • Antwort auf #5 von Realität
  • Ich ERWARTE von Hertha, dass der Mann ab sofort kein Torwarttrainer mehr ist.

    Das Arbeitsgericht kann nur klären, was das für finanzielle Konsequenzen hat. Kann schon sein, dass dem Herrn dann eine Abfindung zusteht, aber die muss Hertha dann eben zahlen und die kann kein Grund sein, von einer sofortigen Freistellung abzusehen.
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#8 RealitätAnonym
  • 06.04.2021, 05:41h
  • Antwort auf #7 von Dont_talk_about
  • Klar, weil du das erwartest, muss die Hertha jetzt aber springen, einen (erfolgreichen) Towarttrrainer rausschmeißen (und damit den Teamerfolg gefährden) und weitreichende Entschädigungsforderungen in Kauf nehmen? Gibt es jenseits deiner Erwartungshaltung auch noch sachliche Entlassungsgründe? Man wird mit dem Mann das Gespräch suchen und ihm schon mitteilen, dass es sich künftig in der Öffentlichkeit zurückzuhalten hat. Mit anderen Worten: Man wird die Angelegenheit regeln, wie sie im Geschäftsleben üblich ist.
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#9 TuckDavisProfil
#10 WindheimerAnonym