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New York

US-Kommunalpolitiker träumt von Ausrottung der Homosexuellen binnen 40 Jahren

Im Bibelcamp ließ es George Langdon krachen: Homosexuelle sollten auf einer Insel gebracht werden, fantasierte das Kreisratsmitglied der Republikaner. Nach 40 Jahren seien dann alle tot. Die Äußerung führte schließlich zum Rücktritt des Homo-Hassers.


George Langdon ist nicht mehr Mitglied im Kreisrat von Albany (Bild: Albany County Legislature)

George Langdon IV., ein Kreisratsmitglied aus Albany im US-Bundesstaat New York, hat am Montag sein Mandat nach Protesten gegen eine homosexuellenfeindliche Rede niedergelegt. Langdon hatte in einer in den letzten Tagen viel im Internet zirkulierten Rede vom 27. März erklärt, dass man Homosexuelle auf eine Insel verbannen könne, wo sie in den nächsten 40 Jahren aussterben würden.

Bei der Veranstaltung von Rechtsaußen-Aktivist*innen sagte Langdon wörtlich: "Alles, was Gott macht, ist nachhaltig." Homosexualität sei aber nicht nachhaltig: "Sorry, wenn man homosexuelle Beziehungen hat, ist das nicht für ewig. Gebt ihnen eine Insel, sie werden in 40 Jahren weg sein. Weil Gott uns auf diese Art gemacht hat."

Die Veranstaltung war von William Tryon mitorganisiert worden, der sich am Putschversuch auf das US-Kapitol am Dreikönigstag beteiligt hatte und deswegen jetzt vor Gericht steht. Sie fand in einem 20 Kilometer von der New Yorker Hauptstadt Albany entfernten Bibelcamp statt.

Nachdem die Rede letzte Woche publik wurde, forderten Kreisratsmitglieder der Demokratischen Fraktion den Rücktritt Langdons. Auch aus seiner eigenen Fraktion erntete er Kritik, aber keine Rücktrittsforderung. Bereits am Donnerstag entschuldigte sich der Politiker: "Ich war nie homophob und denke auch nicht, dass Personen auf eine Insel gebracht werden sollten. Ich bedaure meinen törichten und spontanen Kommentar, der so viel Leid verursacht hat", so Langdon in einer Pressemitteilung. "Ich verspreche, besser zu sein und Vielfalt zu respektieren."


George Langdon IV. bei seiner Hass-Rede

Über das Osterwochenende wurde der Druck aber wohl zu groß: Am Ostermontag, in den USA traditionell ein Arbeitstag, gab er schließlich seinen Rücktritt bekannt und erklärte nochmals sein Bedauern über die Äußerungen. "Ich möchte nochmals alle, die durch meine unbesonnenen und gedankenlosen Aussagen verletzt worden sind, um Verzeihung bitten." (dk)



#1 PetterAnonym
  • 06.04.2021, 17:00h
  • Mal ganz abgesehen von dieser menschenverachtenden Gesinnung zeugt das auch noch von großer Dummheit.

    Denn diese Idee impliziert ja, dass Heteros keine schwulen und lesbischen Kinder bekommen, sondern Schwule und Lesben nur von anderen Schwulen und Lesben gezeugt würden. Und was ist mit Bisexuellen?

    Offenbar geht Menschenverachtung in der Regel mit Dummheit einher.
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#2 GodzillaAnonym
  • 06.04.2021, 17:36h
  • Immer wieder interessant, dass Menschen zurückrudern, wenn sie nur genug Kritik bekommen.
    Die Entschuldigung kann er sich also getrost sparen. Niemand der bei Verstand ist kauft ihm diese ab.
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#3 dellbronx51069Anonym
  • 06.04.2021, 18:57h
  • Bringt ihn in eine psychiatrische Fachklinik, da gehört er hin! In spätestens 40 Jahren kommt für ihn sowieso die biologische Lösung.
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#4 LunaAnonym
  • 06.04.2021, 21:39h
  • Welche heterosexuellen-Beziehungen sind denn für die Ewigkeit? Der überwiegende Teil davon sind Zweckgemeinschaften, wegen den Kindern, bei denen fast immer eine von beiden Personen unglücklich ist.
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#5 Vater2Anonym
  • 06.04.2021, 22:08h
  • George Langdon?

    Ist der Typ eventuell verwandt mit Michael Langdon aus der American Horror Story? Bei dem handelt es sich nämlich um den Antichristen. Vom Verhalten ließe sich schon eine gewisse Verwandtschaft ableiten...
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 07.04.2021, 02:17h
  • Aus irgend einem Zusammenhang ist mir der Name vertraut. Kann sein, der hatte sich früher schon mal homophob ausgelassen.

    Er ist ja der beste Beweis für die Korrelation zwischen Gottes-Wahn und Dummheit, und wo Beides zusammenkommt, sprie0t dann ausgesuchte Menschenverachtung.

    Religiöse denken ja tatsächlich häufig in der Art, Homosexuelle seien alle vom Dämon besessene, vom Teufel verführte "Sünder", die ansonsten als zuvor Heterosexuelle hergestellt worden seien (Backe backe Kuchen-Prinzip)
    Dass nach der Idee alle Menschen nicht verwandt sein können, übersehen sie geflissentlich.

    Der Typ muss Dämonen und Teufeln eine ganz schöne Hochkonjunktur im Verführen abneiden.
    Er könnte sich für seine Gesinnungsgenossen eine Insel suchen, dann hat die Umgebung von Albany Ruhe vor ihm.
    *Franz Josef-Land ist noch relativ frei. Vielleicht vergeben ihm die Eisbären für schlechten Geschmack.
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#7 Gnurfel42Anonym
  • 07.04.2021, 04:10h
  • Schön zu sehen, wie dumm manche Homophobe auch strategisch sind und sich damit selbst disqualifizieren. Die Entschuldigung kaufe ich nicht ab. In was für einem Kontext soll das NICHT homofeindlich gemeint worden sein? Ganz faule Ausrede!

    Ich bin davon überzeugt, wenn die US-Republikaner alles machen könnten, was sie wollten, würden sie früher oder später unironisch den Faschismus gutheißen.
    Ich meine das ernst: Wie oft hissen so manche gerne die Flagge der Konföderation unironisch? Angst schüren vor den Ausländern. Trump distanzierte sich nicht von den Proud Boys, von den Republikanern bekam er jedenfalls null bis kaum Gegenwind für diese Aktion. Der Sturm aufs Kapitol. Gesetze speziell gegen Minderheiten. Taktische Wahlkreismanipulation, die »zufällig« Dunkelhäutige trifft. Dann ist YouTube durchseucht von konservativen Demagogen, die in den USA sehr großen Einfluss und Reichweite haben und die Stimmung weiter aufheizen.

    Wie viele Zeichen soll es noch geben?
    Wenn man ständig diese Extremisten in seinen eigenen Reihen duldet, übernehmen sie irgendwann die Partei, und später das ganze Land.

    Heißt natürlich nicht, dass die US-Demokraten die Lösung seien, sie sind weniger schlecht, aber trotzdem schlecht. Eine starke Opposition sind die US-Demokraten nicht, viel zu schwach sind sie darin, die Vorhaben der US-Republikaner zu vereiteln. Aber jetzt sind sie ja nicht mal Opposition, denn die Demokraten haben JETZT alle drei Branches, kriegen aber trotzdem nichts auf die Kette. Wären die Demokraten schlau, würden sie jetzt alles daran setzen, die Demokratie aufzubauen, d.h. Wahlrecht ausbauen, die systematische Benachteiligung Dunkelhäutiger in der Wahl abschaffen, Anerkennung von Territorien wie Puerto Rico als US-Staaten, Abschaffung des Gerrymanderings, Abschaffung aller Wahlmaschinen, automatische Wählerregistrierung, Abschaffung der dubiosen Electors, usw. (die Liste ist lang). NICHTS davon habe ich bisher sehen können. Ein fataler Fehler.

    Man glaubt es als Deutscher nicht, wie krass ausgehöhlt die Demokratie in den USA mittlerweile ist, zum großen Vorteil der US-Republikaner. Und die US-Demokraten tun nichts dagegen, obwohl sie könnten.

    Ich sage voraus, dass die US-Demokraten in dieser Amtszeit eine große Enttäuschung für das Volk sein werden, und sie werden die nächste Wahl verlieren, es sei denn, sie machen einen massiven Kurswechsel. Die politische Lage in USA ist absolut beschissen. Ich habe Mitleid mit allen Menschen da drüben, die das aushalten müssen.
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#8 KatsukiAnonym
  • 07.04.2021, 05:55h
  • Gut das sich dieser Dr Mabuse von der Bibel Apotheken-Umschau mal traut hier die Wahrheit zu sagen! Es gibt ja keine Homosexualität... Das ist alles nur eine Erfindung der Bums Industrie. Wir wissen doch alle, dass Hetero Paare automatisch nur Hetero Kinder bekommen.
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#9 Taemin
  • 07.04.2021, 11:28h
  • Man stößt immer wieder auf originär antisemitische Gedanken, die heute auf Schwule und Lesben angewandt werden. So war die Verbannung auf eine Insel in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts eine beliebte Idee zur "Lösung" der "Judenfrage". Am bekanntesten dürfte der sog. Madagaskar-Plan sein.
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#10 Indigo73Anonym
  • 07.04.2021, 13:11h
  • Ich frage mich ja, wie groß diese Insel sein soll, um sämtliche queere Personen dieses Planeten aufnehmen zu können. ^^
    Meiner Schätzung nach wären das wenigstens 40 % der Weltbevölkerung. Denn wir sind keine Minderheit! (Jedenfalls dann nicht, wenn man alles zusammenrechnet, was nicht cis und/oder hetero ist.) Das sieht bloß so aus, weil es Jahrtausende gedauert hat, bis wir uns aus dem Schrank trauen konnten, ohne gefoltert oder umgebracht zu werden - was in einigen Ländern noch immer so ist! Und da das so ist, und wir selbst in scheinbar fortschrittlichen Ländern zumindest gemobbt werden, sieht es immer noch so aus, als wären wir eine Minderheit.
    Gäbe es aber wie in einem Fantasy- oder SciFi-Roman etwas, was die wahre sexuelle Orientierung offenlegen könnte, würden sich all die (vermeintlichen) ach so aufrechten Heteros wie dieser Herr sehr wundern. Und all diese Leute passen niemals auf eine einzige Insel.

    Übrigens - was passiert, wenn sich auf dieser Insel beispielsweise Lesben und Schwule zusammentun und Kinder zeugen - und diese Kinder hetero sind? Dürfen die dann an Land?
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