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"Queer durch Tübingen"

Tübingen forscht zu queeren Menschen in Stadtgeschichte

Die schwäbische Universitätsstadt will das Leben queerer Menschen in den letzten 1.000 Jahren erforschen.


Der Tübinger Marktplatz mit dem ab 1435 erbauten Rathaus (Bild: Roman Eisele / wikipedia)

Das Stadtarchiv Tübingen will die Geschichte von queeren Menschen in der Neckarstadt untersuchen. Das Forschungsprojekt "Queer durch Tübingen" sei das erste dieser Art in Baden-Württemberg und soll das Leben von queeren Menschen vom Mittelalter bis zur Gegenwart aufzeigen, wie ein Sprecher der Stadt am Dienstag mitteilte.

Man werde das Stadtarchiv nach Quellen und Geschichten von schwulen Männern, lesbischen Frauen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen und Queers seit der ersten schriftlichen Erwähnung von Tübingen im Jahre 1078 durchsuchen, heißt es auf der Tübinger Homepage.

Auch private Hinweise gesucht

Für diese Arbeit setzt die Stadt auch auf private Hinweise. "Ohne Unterlagen aus privaten Beständen erfahren wir nur wenig über die Lebenswege von Personen, die den Behörden nicht auffielen oder die den Behörden eben nicht auffallen wollten", teilte Stadtarchivar Udo Rauch mit. Er betreut das Projekt gemeinsam mit dem Historiker Karl-Heinz Steinle. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen ab September im Stadtmuseum zu sehen sein.

Tübingen sorgte in den letzten Jahren wegen seines umtriebigen Oberbürgermeisters Boris Palmer (Grüne) für Aufsehen. Palmer, der die Geschicke der Stadt seit 2007 lenkt, stand wiederholt wegen gegen LGBTI gerichteter Äußerungen in der Kritik, die auch innerparteilich auf Widerstand stoßen. 2011 sorgte seine Ablehnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare für Wirbel (queer.de berichtete). Seit 2016 beschimpft er regelmäßig LGBTI-Aktivist*innen (queer.de berichtete). Erst vor wenigen Tagen unterzeichnete er einen Offenen Brief, in dem sich grüne Politiker*innen gegen sogenannte "Identitätspolitik" wehrten (queer.de berichtete). Identitätspolitik ist zuletzt zu einem beliebten Schlagwort geworden, um die Forderungen von Bürgerrechtsorganisationen zurückzuweisen. (dpa/cw)