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USA

Arkansas verbietet Hormonbehandlungen für trans Kids

Das Parlament des US-Bundesstaats setzte sich über das Veto des republikanischen Gouverneurs Asa Hutchinson hinweg. Ärzt*innen, die trans Jugendlichen helfen wollen, drohen nun Strafen.


Die Bürgerrechtsorganisation ACLU nannte das Gesetz eine "fürchterliche und herzzerreißende Botschaft an trans Menschen" (Bild: ketchumcommunity / pexels)

Als erster US-Bundesstaat hat Arkansas Hormonbehandlungen für trans Jugendliche verboten. Das Parlament des Bundesstaats setzte sich am Dienstag über ein Veto des republikanischen Gouverneurs Asa Hutchinson hinweg, um ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Hutchinson hatte argumentiert, dass das Verbot einen zu drastischen staatlichen Eingriff in die Privatsphäre trans Jugendlicher, ihrer Eltern und Ärzt*innen darstelle.

Das Gesetz verbietet alle medizinischen und operativen Behandlungen an Jugendlichen, die zu einer Entfernung oder Veränderung von Geschlechtsmerkmalen führen. Ärzt*innen, die sich über das Verbot hinwegsetzen, drohen Strafen.

Bürgerrechtsorganisation will gegen Gesetz klagen

Hutchinson hatte am Montag sein Veto gegen das Gesetz eingelegt (queer.de berichtete). Der Gouverneur begründete dies damit, dass der Staat sich nicht anmaßen dürfe, sich "ins Zentrum jeder medizinischen, menschlichen und ethischen Angelegenheit" zu stellen. Eine Verabschiedung des Gesetzes bedeute die Schaffung "neuer Standards der gesetzgeberischen Einmischung in die Angelegenheiten von Ärzten und Eltern, während sie es mit einer der komplexesten und sensibelsten Fragen mit Blick auf junge Menschen zu tun haben", erklärte er.

Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) warnte vor "verheerenden" Folgen des Verbots. "Dieses Gesetz wird Familien, Ärzte und Unternehmen aus dem Bundesstaat vertreiben, und es sendet eine fürchterliche und herzzerreißende Botschaft an trans Menschen, die dies mit Angst beobachten", erklärte die Organisation. Sie kündigte eine Klage gegen das Gesetz an.

Jubel bei LGBTI-Gegner*innen

Als "wirklich gute Nachricht" bezeichnete dagegen der Vorsitzende der christlich-reaktionären Organisation Family Council, Jerry Cox, die Verabschiedung des Verbots. Geschlechtsanpassende Operationen könnten "dazu führen, dass Kinder unfruchtbar werden und für ihr Leben gezeichnet sind", erklärte er. Mediziner wüssten nicht, welche Langzeitfolgen solche Behandlungen für Kinder hätten. "Das ist der Grund, warum viele Menschen sie mit Kinderexperimenten gleichsetzen", erklärte Cox.

Hormonbehandlungen für Jugendliche sind in den USA äußerst selten. Der Vorsitzende der LGBTI-Verbands Human Rights Campaign, Alphonso David, warnte vor einer Ausweitung der Gesetzgebung in Arkansas auf die Bundesebene. Arkansas habe sich an die "Spitze einer Abwärtsspirale" gestellt, die "angetrieben ist von Angst und Desinformation", schrieb David im Online-Dienst Twitter. Die Human Rights Campaign verwies auf dutzende Gesetzesinitiativen in mehreren US-Bundesstaaten, deren Ziel die Einschränkung von Trans-Rechten sei. (cw/AFP)

Twitter / AlphonsoDavid
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#1 KatsukiAnonym
  • 07.04.2021, 05:32h
  • Das ist einfach abscheulich was da passiert. Menschen haben das Recht ihren Körper zu verändern bis sie sich wohl fühlen. Es ist ihr Körper & ihre freie Entscheidung... Da hat der Staat absolut nichts zu melden.

    Und dieser Kommentar von diesem Jerry Cox ist ja wohl peinlich hoch 10... Ganz ehrlich ich habe keine Ahnung ob ich über diesen religiösen Heini lachen, oder den Kopf schütteln.
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#2 PanBoy84Profil
  • 07.04.2021, 07:18hMülheim an der Ruhr
  • Eine traurige und erschreckende Entwicklung.

    Aber die Art der Begründung gegen das.Veto lässt mich etwas irritiert zurück. Wäre eine Argumentation auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht möglich gewesen?

    Denn diese Argumentation des Vetos ließe sich doch genau so gegen ein Verbot von Homo-"Therapien" anwenden?!
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#3 PanBoy84Profil
#4 Korinthen KKAnonym
#5 TrekieAnonym
  • 07.04.2021, 09:33h
  • Aber Moment mal - ein Republikaner hat versucht das durch ein beto zu vermindern? Wie jetz, ich dachte das wäre Trumps Partei? Das überrascht mich dann doch ziemlich
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#6 YannickAnonym
  • 07.04.2021, 11:06h
  • Damit zwingt Arkansas also Ärzte, ihren hippokratischen Eid zu brechen und Menschen nicht zu helfen, wenn sie medizinische Hilfe benötigen.

    Das zeugt nicht nur von abgrundtiefem Hass und Menschenverachtung dieser angeblichen "Christen", sondern es zeugt auch von einer Ablehnung demokratisch-rechtsstaatlicher Prinzipien.
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#7 TransLoveAnonym
#8 Anonyma
  • 07.04.2021, 11:50h
  • "Mediziner wüssten nicht, welche Langzeitfolgen solche Behandlungen für Kinder hätten. "Das ist der Grund, warum viele Menschen sie mit Kinderexperimenten gleichsetzen", erklärte Cox."

    Und das weitaus größere Kinderexperiment, bei dem man Kinder und Jugendliche wegen vermeintlichen "psychischen Krankheiten" mit psychotropen Substanzen "behandelt", deren Nebenwirkungen oft verheerend und deren Langzeitfolgen noch immer weitgehend unbekannt sind, läuft natürlich ungehindert weiter. Wäre ja auch irgendwie doof und unpraktisch, wenn die lieben Kleinen ihre tägliche Dosis Adderall (Amphetamin) oder Xanax (Benzodiazepin) nicht mehr bekämen. Aber Hauptsache, man hat jetzt endlich diese fürchterlich experimentelle Behandlung mit diesen schrecklichen körpereigenen Hormonen, mit denen ja auch nur die gesamte Menschheit ab der Adoleszenz jeden Tag fröhlich und problemlos herumläuft, endlich verboten... *Kopf->Tischplatte*
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#9 AtreusProfil
  • 07.04.2021, 12:21hSÜW
  • Klingt nach Kalkül. Man kann junge Queers nicht töten, also nimmt man ihnen so viel Würde, Grundrechte und ärztliche Hilfe, wie es die Verfassung gerade noch erlaubt und wartet stattdessen einfach auf den Suizid, der durch staatliche Diskriminierung, Unterdrückung und aufgezwungenes Geschlecht gefördert wird. Die Überlebenden dieser menschenverachtenden Politik werden ein Leben lang unter den psychischen Folgeschäden leiden und genau dieses Leben zweiter Klasse führen, dass die sogenannten Konservativen zuvor deklariert und ihnen zugeschrieben haben. Die Evangelikalen und Katholen werden erstmal nicht aus dem Feiern heraus kommen.
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#10 PerversAnonym
  • 07.04.2021, 12:57h
  • Ich kann nur hoffen, dass diese menschenverachtende, zynische Gesetzgebung von Gerichten gestoppt wird oder dass der Präsident das irgendwie stoppen kann.
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