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Menschenrechtsbericht

Amnesty zunehmend besorgt über Lage von LGBTI in Corona-Krise

Diskriminierung und Repression erlebten 2020 ein Comeback: Im Zuge der Corona-Pandemie kommen laut einem neuen Bericht die Menschenrechte weltweit unter die Räder – auch die Situation queerer Menschen habe sich in vielen Regionen verschlechtert.


Der Regenbogen ist in vielen Teilen der Welt unter Beschuss (Bild: gildas_f / flickr)

Amnesty International beklagt eine deutliche Verschlechterung der Menschenrechtslage für Millionen Menschen weltweit im Zuge der Corona-Krise. In vielen Regionen habe die Pandemie Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung verstärkt, erklärte die Organisation anlässlich der Veröffentlichung ihres Jahresberichts am Mittwoch (PDF). Die Krise sei von zahlreichen Staaten missbraucht worden, um Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit weiter einzuschränken.

Der Bericht konstatiert auch eine Verschlechterung der Lage von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten, die oft zu Sündenböcken gemacht würden: "In einigen Ländern gab die politische oder religiöse Führungsriege benachteiligten Gruppen die Schuld und warf ihnen vor, das Virus zu verbreiten. In manchen südasiatischen Ländern trafen die Vorwürfe Muslime, in einigen afrikanischen und europäischen Ländern zählten Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche (LGBTI) zu den Beschuldigten", heißt es im Bericht.

Auch häusliche Gewalt sei ein Problem: "Viele Frauen sowie Mitglieder der LGBTI-Community mussten während des Lockdowns mit Menschen unter einem Dach leben, die sie misshandelten". An die Regierungen richtete die Menschenrechtsorganisation deshalb die Forderung, dass die "Rückschritte bezüglich der Rechte von Frauen und LGBTI dringend mit einer konzertierten Aktion" gestoppt werden müssten.

Im Europa-Teil kritisiert der Bericht in Bezug auf die Lage von LGBTI unter anderem die EU-Länder Polen, Ungarn und Rumänien für queerfeindliche Initiativen. Außerdem attestiert der Bericht, dass in Russland sexuelle und geschlechtliche Minderheiten "Diskriminierung und Verfolgung" ausgesetzt seien.

Auch Kritik an reichen Ländern wegen Impfstoffverteilung

Des weiteren ist Amnesty vor allem über das Agieren der reichen Länder im Kampf gegen das Corona-Virus empört: "Die Pandemie hat auch die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt", schreibt Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard im Vorwort zu dem Bericht.

Das Papier prangert vor allem die Benachteiligung ärmerer Länder bei der Verteilung vom Impfstoff an. Die für eine gerechte Versorgung gegründete Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation sei von Russland, den USA und anderen Ländern unterminiert worden. Auch hätten mehr als 90 Länder Exportbeschränkungen für medizinisches Gerät, Schutzausrüstung, Arznei- und Nahrungsmittel verhängt. "Die Pandemie hat die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass die Welt derzeit unfähig ist, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten", bilanziert Callamard den bisherigen weltweiten Kampf gegen die Pandemie.

Auch der mangelnde Schutz von Beschäftigten im Gesundheitswesen, die sich verschlechternde Lage von Geflüchteten und Migrant*innen sowie die Zunahme von Repressionen gegen politisch Andersdenkende würden in vielen Ländern beobachtet, beklagt der Bericht. Im Kapitel zu Deutschland werden unter anderem rechte Aktivitäten bei der Polizei und anderen Sicherheitskräften kritisiert. (dpa/dk)



#1 YannickAnonym
  • 07.04.2021, 11:09h
  • Es ist leider wahr, dass gerade LGBTI-Hasser die Corona-Pandemie gezielt ausnutzen, um gegen LGBTI Stimmung zu machen und das Rad wieder zurück zu drehen.

    Umso wichtiger ist es nicht nur, verstärkt für unsere weitere Gleichstellung zu kämpfen, sondern auch die Pandemie mit aller Kraft zu bekämpfen.
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