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Grünen-Politikerinnen

Josefine Paul und Katja Meier für offenen Umgang mit eigener Homosexualität

Paul und Meier leben ihre Beziehung offen – die beiden Grünen-Politikerinnen versuchen damit, anderen ein Vorbild zu sein.


Fraktionschefin Josefine Paul (li.) und Ministerin Katja Meier gehen offen mit ihrer Partnerschaft um (Bild: Grüne NRW / Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

Die Grünen-Politikerinnen Katja Meier und Josefine Paul haben lesbische Kolleginnen und schwule Kollegen ermuntert, offen mit ihrer sexuellen Orientierung umzugehen. Die 41-jährige Meier, Landesjustizministerin in Sachsen, und die 39-jährige Paul, Fraktionsvorsitzende im Landtag von Nordrhein-Westfalen, sind ein Paar. "Ich finde, man sollte nichts verstecken", sagte Paul im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag) und "Zeit online". Jeder Mensch entscheide selbst, wie viel er von seinem Privatleben preisgibt: "Aber es sollte nicht davon abhängen, ob man in einer heterosexuellen oder homosexuellen Partnerschaft lebt. Wir haben uns entschieden, offen damit umzugehen. Das kann auch ein Türöffner sein."

"Vielleicht hilft das anderen, wenn sie sehen, ah, die sind wie wir. Vielleicht motiviert es sie sogar, bei einer Partei mitzumachen, für ein Amt zu kandidieren", betonte Meier. Sie antwortete auch auf die Frage, ob Coming-out-Kampagnen etwas bringen: "Es geht ja nicht nur darum, zu sagen: Hey, wir outen uns. Sondern es geht darum, dass Menschen erzählen, mit welchen Vorurteilen und Befürchtungen sie in ihren Jobs konfrontiert sind." Dank solcher Kampagnen werde das sichtbar, viele würden sich dann solidarisieren: "Es braucht ja auch immer Vorbilder, die von sich erzählen."

Grüne Politikerinnen: Frauen haben es in der Politik schwerer als Männer

Aus Sicht der Politikerinnen haben es Frauen in der Politik noch heute schwerer als Männer. "Man wird schnell als zickig dargestellt, was bei Männern als durchsetzungsstark kommentiert wird", so Paul. "Und es gibt noch mal mehr Vorurteile gegenüber lesbischen Frauen." Ihnen würden "Mannweiber-Klischees" zugeschrieben. Paul erklärte auch, dass "Sichtbarkeit und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, von LGBTIQ-Menschen" zur grünen Parteikultur gehörten.

Allerdings gibt es auch bei der Ökopartei Widerstände gegen den Einsatz für LGBTI-Rechte, wie viele Äußerungen des bekanntesten grünen Oberbürgermeisters der Republik beweisen: Der Tübinger OB Boris Palmer hatte wiederholt LGBTI-Aktivist*innen für ihr Engagement kritisiert (queer.de berichtete). Erst vor wenigen Tagen wurde ein von Palmer und mehr als 30 anderen grünen Promis unterzeichneter Offener Brief publik, in dem ein Ende der "linken Identitätspolitik" gefordert wird (queer.de berichtete). "Linke Identitätspolitik" ist in den letzten Monaten zu einem beliebten Schlagwort geworden, um die Forderungen von Bürgerrechtsorganisationen, insbesondere von LGBTI-Aktivist*innen, pauschal zurückzuweisen. (dpa/AFP/cw)



#1 KaiJAnonym
  • 07.04.2021, 17:28h
  • Blosse Coming-outs reichen überhaupt nicht, wenn andere, und hier aus der eigenen Partei, dagegen agitieren.
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#2 PetterAnonym
  • 08.04.2021, 10:49h
  • Sichtbarkeit ist immens wichtig und insofern sind alle, die offen schwul, lesbisch, etc. sind, ein Gewinn für Vielfalt und tragen zu schnellerem Fortschritt bei.

    Danke dafür.
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