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Bundestagswahl

Sahra Wagenknecht Spitzenkandidatin der Linken in NRW

Trotz ihrer Attacken auf "skurrile Minderheiten", "Lifestyle-Linke" und ihre eigene Partei wählte der Landesparteitag der Linken in Nordrhein-Westfalen Sahra Wagenknecht auf Listenplatz eins.


Sahra Wagenknecht ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags (Bild: DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / flickr)

DIe Linke in Nordrhein-Westfalen will offensichtlich keine queeren Stimmen: Sahra Wagenknecht wurde am Samstag trotz ihrer diskriminierenden Aussagen in ihrem Buch "Die Selbstgerechten" als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im September aufgestellt. 127 von 208 Delegierten stimmten bei einem virtuellen Parteitag für die 51-Jährige. Das entspricht einem Anteil von 61,1 Prozent. Nach den Abstimmungen über alle Plätze muss die gesamte Liste von den Delegierten noch bestätigt werden.

Wagenknecht hatte zwei Gegenkandidatinnen. Die in Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aktive, von der Antikapitalistischen Linken unterstützte Kölnerin Angela Bankert, die sich bei ihrer Vorstellung gegen jede Regierungsbeteiligung aussprach, erhielt 58 Stimmen (27,9 Prozent), die aus Münster stammende Klimaaktivistin Hannah Harhues 12 Stimmen (5,8 Prozent). 11 Delegierte enthielten sich.

Die 20-jährige Harhues hatte erst kurzfristig kandidiert: "Ich stehe hier und kandidiere auf Platz 1, weil ich es nicht akzeptiere, als queere Person von Sahra Wagenknecht in ihrem Buch als Teil einer 'skurrilen Minderheit' mit 'Marotten' beleidigt zu werden", sagte sie in ihrer aus Münster gestreamten Bewerbungsrede – vor einer Regenbogenfahne. Harhues kritisierte u.a., dass der Einsatz gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie von Wagenknecht als Linksliberalismus dargestellt werde.


Hannah Harhues bei ihrer Bewerbungsrede (Bild: Screenshot)

Wagenknecht wiederum wehrte sich in ihrer Bewerbungsrede gegen die heftige Kritik und inszenierte sich dabei erneut als Opfer, das angeblich falsch zitiert worden sei (queer.de berichtete). "Mein Buch rechnet nicht mit der Linken ab", sagte sie, es sei ein Vorschlag für eine stärkere Linke. Einige Angriffe hätten sie schwer verletzt: "Mein Vater kommt aus dem Iran. Ich habe erlebt was es bedeutet, wegen dunkleren Hautfarbe gehänselt zu werden. Mir muss niemand erzählen, was Rassismus ist." Von ihren Parteifreund*innen forderte Wagenknecht bessere Umgangsformen, ihre eigene Wortwahl bedauerte sie nicht.

Wagenknecht lobte polnische Regierungspartei

Wagenknechts Buch, das ursprünglich erst in der kommenden Woche auf den Markt kommen sollte, hatte im Vorfeld des Parteitags hohe Wellen geschlagen. In vorab veröffentlichten Auszügen beklagt die ehemalige Oppositionsführerin im Bundestag u.a., dass die politische Aufmerksamkeit auf "immer skurrilere Minderheiten" gelenkt werde, "die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein." Als Beispiel für solche "Marotten" nennt sie sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Ethnie (queer.de berichtete).

Das Buch enthält etliche weitere Stellen, die kritisiert werden: So lässt die Politikerin kein gutes Haar an ihrer eigenen Partei, lobt aber die "couragierte Sozialpolitik" der queerfeindlichen polnischen Regierungspartei PiS. Außerdem macht sich Wagenknecht über Teilnehmer*innen von CSD-, "Fridays for Future"- oder "Black Lives Matter"-Demos lustig: Es sei "nicht erstaunlich, dass Lifestyle-Linke fast immer unter sich bleiben, wenn sie auf die Straße gehen. Und zwar ganz gleich, ob sie für das Klima, für LGBTQ+ oder gegen Rassismus demonstrieren". Bei Demos der Corona-Leugner*innen, bei denen schon mal Regenbogenfahnen zerrissen werden, sieht Wagenknecht hingegen eine große Zahl "unzufriedener Normalbürger".

Wie das Magazin "Der Spiegel" am Freitag unter Berufung auf Mitglieder des Parteivorstands berichtet hatte, forderten mehrere Linken-Politiker Wagenknecht unmittelbar vor der NRW-Aufstellungsversammlung zum Verzicht auf ihre Bundestagskandidatur auf. Auch der ehemalige Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger hatte ihr Buch vor dem Parteitag scharf kritisiert. "Wenn man für eine Partei kandidiert, dann muss es selbstverständlich sein, dass man die Grundpositionen dieser Partei vertritt und sie stärkt", sagte Riexinger dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Das sei in dem Buch nicht gegeben.

De Bericht wurde mehrfach aktualisiert.



#1 LorenProfil
  • 10.04.2021, 13:03hGreifswald
  • Im von dieser Politikerin spalterisch aufgeworfenen Gegensatz von "unzufriedenen Normalbürgern" und "immer skurrileren Minderheiten" haben sich diejenigen, die dort abstimmten, mehrheitlich mit 61% für die Spalterin und ihren primären Fokus auf die "unzufriedenen Normalbürger" (Wagenknecht) entschieden. Diejenigen, die in NRW an der Bundestagswahl teilnehmen können, haben die Möglichkeit, dort diese Entscheidung zu bewerten.
    Ich bin mal gespannt, was dabei rauskommt.
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#2 Knete SturmAnonym
  • 10.04.2021, 13:06h
  • Die Tante ist mit ihren bewusst um Aufmerksamkeit kreischenden, schrillen Thesen wirklich unerträglich.
    Ihre Träume von Umverteilung stehen über allem, sie kann sie doch mit Uropa Lafo mal in China und Russland umsetzen. Nichts hält dich auf, Madame. Wählen wird dich hier wohl hoffentlich keiner mehr.
    Guten Flug, der Besen steht vor der Tür.
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#3 RobbyTippsProfil
  • 10.04.2021, 13:12hBerlin
  • Solidarität mit Frank Laubenburg. #GegenRechts #QuerfrontZerschlagen #NRwarnt
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 10.04.2021, 13:19h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Gerade weil ich als Antifaschist in der Tradition der Aufklärung mit pseudo-linker 'Rassenkunde' nichts anfangen kann, hoffe ich sehr, dass die Querfront-Ideologin Wagenknecht gerade in NRW scheitern wird.

    Ihre (irgendwie wohl germanische) 'Mehrheitsgesellschaft' existiert in den Ballungszentren von NRW, wo die Mehrheit junger Leute einen Migrationshintergrund hat, nämlich gar nicht mehr.

    Vielleicht kann sie mit ihrem Putinismus ja einige russischstämmige Wähler*innen anlocken, sie wird damit aber mehr Leute aus verschiedendsten Milieus abstoßen. Das weiß jeder, der sich in NRW auch nur ein wenig umhört.

    Die Linke scheint hier eine Polit-Sekte zu sein wie AfD.
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#5 swimniAnonym
  • 10.04.2021, 13:20h
  • ich kann mir den eindruck nicht erwehren, dass ihr burnout in wirklichkeit eher ein eigenes entsetzen über ihre vielen politschen fehler ("aufstehen" etc.) war und dass sie daher ne auszeit brauchte, um alles vergessen zu machen. nun macht sie da weiter, wo sie zuvor gescheitert aufgehört hat. und das prominentengeile fussvolk beugt sich erneut.
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#6 BrechreizendAnonym
  • 10.04.2021, 13:24h
  • Im katholischen NRW hat die Putinistin mit ihrem Schwulenhass vermutlich gute Chancen.
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#7 euqumanAnonym
  • 10.04.2021, 13:25h
  • Bessere Umgangsformen ? Sie sind genauso wie die AfD Frau Wagenknecht ! Andere heftig kritisieren und austeilen ,aber keine Kritik an sich selbst ertragen können.Nach dem Motto :"Man wird doch wohl noch sagen dürfen!"

    Und Ihre Krtik an Black Lives Matters zeigt wie wenig Ahnung sie haben. In den USA -so wieso schon immer ihr Erzfeind -außer Trump natürlich der Putin freundlich war. Hat Hillary Clinton 2016 in Minnesota 1 % vor Donal Trump gelegen bei den US-Wahlen 2016. Nachdem George Floyd in Minnesota von einem Polizisten ermordet wurde und nach BlackLivesMatters hat bei den US -Wahlen 2020 Joe Biden 7 % Vor Donald Trump gelegen(Ein Plus von 6% haben die US-Demokraten unter Joe Biden aufgeholt in dem Bundesstaat) . Die US-Demokraten haben also deutlich zugelegt. Das waren nicht nur Lifestyle Linke die da gewählt haben . Arizona ging an die US-Demokraten , das erste mal seit 24 Jahren haben die US-Demokraten in Arizona die US-Wahl gewonnen und die US-Republikaner in Arizona das erste mal seit 24 Jahren die US-Wahl verloren.Dasselbe gilt für Georgia wo die US-Demokraten das erste Mal seit 28 Jahren in Georgia die US-Wahlen gewonnen haben und die US-Republikaner das erste Mal seit 28 Jahren in Georgia die US-Wahl verloren haben.Mit US-Wahl meine ich die US-Präsidentschaftswahl. Auch gab es andere wichtige Ergebnisse bei der US-Wahl 2020.Donald Trump(US-Republikaner) hat in Wisconsin , Pennsylvania und Michigan verloren bei der US-Wahl, obwohl er erst 2016 Wisconsin,Pennsylvania und Michigan bei der US-Wahl gewonnen hat. Der Konflikt um George Floyd und Polizeigewalt und Rassismus und BlackLivesMatters hat zudem Menschen mobilisiert die früher nie gedacht hätten , dass sie irgnedwann mal für Afroamerikaner demonstrieren werden/müssten und gegen Polizeigewalt an Afroamerikanern demonstrieren tun.

    Aber Sie Frau Wagenknecht und Schwan und Thierse und palmer ...die neuen Anti-Linken und rechtspopulisten wie Trump sind wirklich Selbstgerecht!
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 10.04.2021, 13:35h
  • Antwort auf #6 von Brechreizend
  • Hm, das ist ja ein faktenfreies Weltbild.

    NRW liegt auch geistig im Westen und ist nicht an Putin, sondern an Frankreich und den Benelux-Ländern orientiert. Putin ist übrigens auch kein Katholik.

    Im heutigen NRW war der Wahlkreis mit den geringsten NSDAP-Stimmen.

    Da hat eine finstere Gestalt wie Wagenknecht, die mit westlicher Freiheit nichts anfangen kann, nicht die allerbesten Chancen.

    Also: Bitte den Brechreiz zügeln!
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#9 KaiJAnonym
  • 10.04.2021, 13:36h
  • Es hätte ein noch wesentlich "schwächeres" Abstimmungsergebnis für Wagenknecht sein müssen. So spiegelt es mit fast 2/3 Zustimmung u.a. eine Queerfeindlichkeit tragende und forcierende Politik der Partei wider. Wagenknecht ist auch deshalb zur Spitzenkandidatin gewählt worden.
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#10 HarrySachsAnonym
  • 10.04.2021, 13:59h
  • Man sollte realistisch bleiben, auch wenns schwer fällt und man kocht. Wagenknecht hat eine riesengroße Anhängerschaft. Das wäre alles weggebrochen zur BT- Wahl. Saskia Esken von der "irgendwieirgendwas" SPD will doch, nach der Wahl, so etwas Ähnliches wie Sozialismus einführen. Aber nur wenn Scholz Kanzler wird. Habe ich auf Twitter gelesen, aus einem aktuellen Interview. Habs so verstanden, zwischen den Zeilen. Zumindest braucht man keine Angst vor der Linken zu haben, wird Sie zitiert. Und genau dazu braucht Ihr die Wagenknecht-Stimmen. Meinen Segen gibts dazu, verständlicherweise, nicht. Die Sozialismus-Nummer habe ich schon einmal durch.
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