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Fußball
Queerfeindliche Aussagen: Zsolt Petry beklagt falsche Übersetzung
Eine Woche nach seiner Freistellung wirft der ehemalige Torwarttrainer von Hertha BSC der ungarischen Zeitung "Magyar Nemzet" vor, sein Interview nach der Autorisierung unzulässig gekürzt zu haben.

Herthas Ex-Torwarttrainer Zsolt Petry: Alles nur ein Missverständnis? (Bild: Hertha BSC)
- 12. April 2021, 04:22h 3 Min.
Neue Wende im Streit um Zsolt Petry: Der ehemalige Torwarttrainer von Hertha BSC bestreitet eine Woche nach seiner Freistellung, in einem Interview queerfeindliche Äußerungen getätigt zu haben. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Petry am Montag, die ungarische Zeitung "Magyar Nemzet" habe das Interview nach der Autorisierung noch unzulässig gekürzt.
Dort war der Ungar Petry mit der Aussage zitiert worden, dass er nicht verstehe, was seinen Landsmann Peter Gulacsi von RB Leipzig dazu bewogen habe, [… Anm. d. Red.: Zitat aufgrund einer einstweiligen Verfügung gegen die dpa nachträglich entfernt]. Darüber hinaus äußerte er sich diffamierend über Geflüchtete (queer.de berichtete).
Petry: War alles ganz anders gemeint
"Ich habe mich bemüht klarzustellen, dass jeder, so wie Peter, seine Meinung frei äußern darf. Ich gab jedoch zu bedenken, dass junge Spieler mit Äußerungen zu politischen Themen häufig Anfeindungen ausgesetzt sind, die ihre Karriere schädigen oder beenden können", sagte Petry der FAZ. "Deshalb habe ich gesagt, ich weiß nicht, wie er das machen konnte. Nicht etwa, ich verstehe das nicht. Das war nicht korrekt übersetzt." Zudem sei der Satz, dass er sich "sehr gut vorstellen kann, dass ein Kind in einer homosexuellen Familie sehr glücklich aufwachsen kann", aus dem Interview gestrichen worden.
Nur 24 Stunden nach Bekanntwerden des veröffentlichten Interviews war Petry mit sofortiger Wirkung vom Club freigestellt worden (queer.de berichtete). Die Äußerungen des langjährigen Coaches würden "insgesamt nicht den Werten von Hertha BSC entsprechen", erklärte Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Verein setze sich "aktiv für Werte wie Vielfalt und Toleranz ein, weil uns diese Werte wichtig sind", hieß es in einer Mitteilung: "Dies findet sich in den Äußerungen von Zsolt Petry, die er als unser Mitarbeiter öffentlich getätigt hat, nicht wieder."
Petry entschuldigte sich für Aussagen über Geflüchtete
Petry selbst hatte vor einer Woche parallel ein Statement veröffentlicht, in dem er erklärte, "weder homophob noch fremdenfeindlich" zu sein. "Meine Aussage zur Einwanderungspolitik bedaure ich sehr und möchte all die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die ich damit beleidigt habe, um Entschuldigung bitten", hieß es darin. Ein Bedauern über die queerfeindlichen Äußerungen war in der Mitteilung nicht enthalten, aber auch kein Hinweis auf eine angeblich falsche Übersetzung.
Wegen der Freistellung Petrys hatte die ungarische Regierung den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Budapest einbestellt (queer.de berichtete). Kanzleramtsminister Gergely Gulyas bezeichnete den Rauswurf des Torwarttrainers als "empörend" und "Verletzung der Meinungsfreiheit". Der Schritt erinnere ihn an das "totalitäre Regime" in Deutschland während der Nazi-Zeit. (cw/dpa)














