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Bundestagswahl

Queerpolitikerin ist Spitzenkandidatin der Bremer Linken

Während Die Linke NRW mit ihrer Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht queere Wähler*innen eher vergrault, setzt die Partei in Bremen mit Doris Achelwilm auf eine Streiterin für LGBTI-Rechte.


Doris Achelwilm, hier bei einer Rede auf dem Kölner CSD 2018, ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestags (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Die Linke in Bremen hat die Bundestagsabgeordnete und queerpolitische Sprecherin Doris Achelwilm am Sonntag auf den ersten Platz der Landesliste zur Bundestagswahl gewählt. Sie erhielt 89 Prozent der Stimmen. Die 44-Jährige wurde außerdem als Direktkandidatin im Wahlkreis 55 (Bremen II/Bremerhaven) aufgestellt.

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Doris Achelwilm habe sich als "engagierte Kämpferin für die Interessen unserer Communities einen Namen gemacht, etwa mit ihrem Einsatz für einen umfangreichen queeren Rettungsschirm in der Corona-Pandemie oder für die Entschädigung von trans und inter Personen, die in Deutschland unter Menschenrechtsverletzungen zu leiden hatten", freute sich Die Linke.queer in einer Pressemitteilung.

Achelwilms Politik sei "im besten Sinne sozialistisch, indem Kritik an Armut, Ausbeutung, Krieg und den kapitalistischen Verhältnissen die Grundlage für ihre politischen Überlegungen bildet", so die LGBTI-Organisation der Linkspartei. "Sie verfolgt dabei einen verbindenden Politikansatz, der die Kämpfe verschiedener Communities zusammenführt und beispielhaft für die Überzeugungen der überwältigenden Mehrheit innerhalb der Linken steht."

Die Linke.queer kritisiert NRW-Spitzenkandidatin Wagenknecht

Weniger glücklich war Die Linke.queer über die Wahl von Sahra Wagenknecht zur Spitzenkandidatin der Linken in NRW am Tag zuvor. "Die Entscheidung ist einer linken Partei zutiefst unwürdig", zitierte die "taz" den Bundessprecher Frank Laubenburg. Nach ihrer Attacke auf "skurrile Minderheiten", bei der sie u.a. die sexuelle Orientierung als "Marotte" bezeichnete, und "Lifestyle-Linke" erhielt die Ehefrau von Oskar Lafontaine allerdings nur magere 61,1 Prozent (queer.de berichtete).

Queerpolitiker*innen auch bei Grünen und FDP erfolgreich

Ebenfalls am Wochenende konnten sich die beiden queerpolitischen Sprecher*innen der Grünen aussichtsreiche Listenplätze auf der Landesliste der Grünen NRW sichern: Sven Lehmann kandidiert auf Platz 4, Ulle Schauws auf Platz 9 (queer.de berichtete). Auf Platz 8 der Landesliste der FDP Baden-Württemberg darf sich auch ihr liberaler Kollege Jens Brandenburg Hoffnung auf einen Wiedereinzug ins Parlament machen.

Karl-Heinz Brunner, der SPD-Fraktionssprecher für die Belange von Lesben und Schwulen, wurde dagegen Ende Februar von seiner Partei nur für einen aussichtslosen Listenplatz nominiert (queer.de berichtete). (cw)



#1 Ralph
#2 so issesAnonym
#3 OutAndProud
  • 12.04.2021, 11:07h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • In Bremen ist Die Linke an der Regierung beteiligt, in NRW noch nicht mal im Landtag.

    Der NRW Landesverband der Linken war schon immer schwierig, das merken auch auch die WählerInnen. So kommt die Die Linke bei Bundestagswahlen in NRW immer weit über 5% und bei Landtagswahlen eben nicht.

    Entscheidend sind für mich die Programme der Parteien und da sind Wagenknecht und Palmer weder entscheidend noch die Zukunft.
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#4 HexeAnonym
  • 12.04.2021, 11:33h
  • Ich wohne in Bremen und kann nur sagen das ich Doris vor Corona oft auf queeren Veranstaltungen getroffen habe. Sie ist ein toller Mensch, hatte da noch nicht lange mein Coming-out und sie interessiert sich für die Menschen, ist basisnah und überhaupt nicht so eine gekünstelte "Bürgernahe" Politikerin. Im Gegenteil, sie tut das was sie tut mit vollem Herzen. Und dabei sieht man ihr auch an das sie viel Einsatz zeigt. Wer mitten in der Nacht noch auf die CSD Aftershow Party kommt um sich einzubringen, trotz Bundestagandat usw, oder auch sonst ständig queere Veranstaltungen organisiert, mit uns und nicht über uns spricht, hat einfach mal Respekt verdient.
    Auch in ihren Bundestagsreden bezieht sie immer klar Stellung für queere Menschen, Migranten, Frauen usw.. Intersektionalität ist für sie kein Fremdwort.
    In Bremen läuft viel schlecht, wir sind ein kleines, stark verschuldetes Bundesland, aber bei der Frau schlägt mein lokalpatriotisches und politikmüdes Serotoninteilchen, dass den Lockdown überlebt hat, noch einmal aus.
    Bei all den Thierses, Wagenknechts, Palmers und Nazis ist es schön zu sehen das ein winziger Teil PolitikerInnen ihren Job noch aus Idealen heraus tun und nicht des Geldes wegen.
    Welchen Impact das ganze hat das ein "unbedeutendes" Bundesland eine Doris ins Rennen schickt?

    Mindestens Hoffnung?

    Eine Stimme im Bundestag?
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#5 LorenProfil
  • 12.04.2021, 13:03hGreifswald
  • Die Bremerin Achelwilm erscheint mir als ein angenehmer Kontrast zur NRW-Wagenknecht. Mal schauen, welche Person über die Landespolitk hinaus (beide sind ja bereits MdB) zukünftig maßgeblichen Einfluss hat oder ob es beim (nicht nur in dieser Partei) gar nicht mal so unüblichen Nebeneinander i.S. eines "Burgfriedens" bleibt.
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#6 Ralph
  • 12.04.2021, 14:28h
  • Antwort auf #3 von OutAndProud
  • Programme müssen von Menschen durchgesetzt werden. Angesichts ihrer Distanzierung von queeren Themen, ja ihrem öffentlich zelebrierten Abscheu davor, glaube ich kaum, dass Wagenknecht sich dabei hervortun wird - und ihr Einfluss als Spitzenkandidatin der NRW-Linken (die, wie Du sagst, stets in den Bundestag kommen) wird da kaum geringer sein als der ihrer Kollegin aus Bremen, sondern umgekehrt. Heute spottet Wagenknecht auf t-online über die Grünen, die sich Klimaschutz und Rechte sexueller Minderheiten auf die Fahnen geschrieben haben. Diese Themen greift sie an, sie unterstützt sie nicht.
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#7 clesAnonym
  • 12.04.2021, 17:13h
  • Schön, dass die Linke auch Kontrastprogramm zu den Wagenknechts in der Partei hat. Mal abgesehen davon ist diese Partei aber gänzlich unwählbar. Da helfen auch sympathische Kandidat:innen nicht.
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#8 OutAndProud
  • 12.04.2021, 18:30h
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • Ich bin auch kein Fan von Wagenknecht.

    Es wundert mich aber nicht das sie in NRW antritt obwohl sie hier nicht wohnt.

    Ich bin da aber gelassen, zumal Wagenknecht nicht die Zukunft der Linken verkörpert.

    Ich habe den Eindruck das sowohl die meisten "Fans" von Wagenknecht als auch die "Basher" die Linke sowieso nicht wählen.

    Es geht eher in die Richtung "Wenn schon bei den Linken eine Wagenknecht gegen Minderheiten ist kann ich auch weiter CDU wählen"
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#9 OutAndProud
  • 12.04.2021, 18:38h
  • Antwort auf #7 von cles
  • Wenn du denkst das Minderheitenschutz ohne sozialen Frieden und Gerechtigkeit funktioniert hast du ja eine breite Auswahl an Parteien.

    Die USA lernen gerade schmerzhaft was das bedeutet und haben mit der letzten Wahl mit Ach und Krach ihre Demokratie gerettet, zumindest vorläufig.
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#10 Ralph
  • 13.04.2021, 09:26h
  • Antwort auf #8 von OutAndProud
  • Deine Vermutung trifft auf mich nicht zu. Ich habe 2017 die Linke gewählt und werde es dank Wagenknecht nicht wieder tun. Und was Deinen Schluss angeht "wenn die Linke die Wagenknecht aufstellt, dann kann man auch gleich CDU wählen" - das gilt zwar nicht für mich, aber derart LSBTI-feindliche Positionen wie von Wagenknecht sind in meinem Wahlkreis vom CDU-Kandidaten nicht zu hören oder zu lesen. Er stimmte 2017 übrigens wie alle pfälzischen Abgeordneten jedweder Partei außer einem einzigen für die Eheöffnung.
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