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Köln

Queere Community spendet 44.684 Euro für das anyway

Die finanzielle Corona-Lücke des queeren Jugendzentrums in Köln ist nach einer von Promis unterstützten Spendenaktion vorerst überbrückt. Aber strukturelle Probleme bleiben.


Der Kölner Komiker und TV-Moderator Lutz van der Horst unterstützte die Spendenaktion des anyway (Bild: Instagram / lutz.vanderhorst)

Als "großen Erfolg" bezeichnet das queere Jugendzentrum anyway in Köln eine letzte Woche zu Ende gegangene Spendenaktion. Das erforderliche Spendenziel von 31.500 Euro sei sogar übertroffen worden: Insgesamt spendeten die LGBTI-Community und deren Verbündete 44.684 Euro.

"Der Zuspruch, den wir aus der Community erhalten haben, war sehr groß. Das zeigt uns, welchen Stellenwert das anyway als wichtiger und notwendiger Ort fürs Coming-out hat", erklärte Thomas Haas, Fundraiser und Caféleiter vom anyway. Über 500 Personen hätten von wenigen Euro bis hin zu vierstelligen Spenden geholfen. Zudem hätten sich mehr als 150 Personen als Fürsprecher*innen für das anyway fotografieren lassen und im privaten Umfeld sowie in den sozialen Medien für Spenden geworben.

Die über das Spendenziel hinaus eingenommenen Mittel würden genutzt, um den immer weiter verlängerten Lockdown abzufedern und in die Zukunft zu planen. "Wir gehen aktuell davon aus, dass uns Corona noch weitere Wochen in Atem halten wird. Wir setzen deshalb jetzt lange aufgeschobene Renovierungsarbeiten im Café um, für die uns bisher die Mittel gefehlt haben. Damit können wir zur Wiedereröffnung mit einem noch besseren Ort für Jugendliche da sein", so Haas.

Aktivist*innen beklagen strukturelle Probleme

Trotz der Freude über die Spenden und den hohen Zuspruch der Community blieben die strukturellen Probleme erhalten, so das anyway. Sie würden nun durch die Corona-Pandemie sichtbarer. So sei allein das anyway jedes Jahr auf mehrere zehntausend Euro angewiesen, um die notwendigen Eigenmittel für Förderungen seiner Projekte und Stellen aufzubringen. Hinzu kämen die in den letzten Jahren neu entstandenen Arbeitsfelder wie die Trans*- und Geflüchtetenarbeit, die das anyway und damit auch den Leitungs- und Verwaltungsaufwand haben wachsen lassen. Dies habe auch dazu geführt, dass der Aufwand für die Koordinierung, Vertretung und Steuerung der immer mehr ausdifferenzierten Angebote weiter zunimmt und zu Lasten der pädagogischen Arbeit gehe.

"Deshalb brauchen wir – wie alle etablierten Träger der Sozialen Arbeit – dringend eine kommunal finanzierte Geschäftsführungsstelle, damit die Kontinuität und die Qualität der projektbezogenen Arbeit sichergestellt und weiter ausgebaut werden kann", so Jürgen Piger, pädagogischer Leiter im anyway. Ebenso müssten die erfolgreichen und etablierten Projekte wie das Schulaufklärungsprojekt "WiR* – Wissen ist Respekt" und die Jugendberatungsstelle in die Strukturförderung übergehen, so dass die Förderung gesichert und die Arbeit verstetigt werden könne. (pm/cw)