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Realityshow

Homophobie für die Quote: Unterirdische Attacken bei "Promis unter Palmen"

In der Auftaktfolge nannte Bordellbesitzer Marcus Eberhardt alias Prinz Marcus Katy Bähms Homosexualität "eklig" und "scheiße" – Sat.1 sendete die aufgezeichneten Entgleisungen und distanzierte sich.


Marcus Prinz von Anhalt und die anderen elf Kandidat*innen wurden für die Aufzeichnung der Show nach Phuket geflogen (Bild: Sat.1)

Die am Montag gezeigte erste Folge der zweiten Staffel der Sat.1-Show "Promis unter Palmen" begann mit homophoben Entgleisungen. Der Bordellbesitzer Marcus Eberhardt alias Marcus Prinz von Anhalt beleidigte minutenlang die Dragqueen Katy Bähm, die ebenfalls zu den zwölf Kandidat*innen gehört, und nannte ihre Homosexualität u.a. "scheiße". Völlig betrunken meinte der 54-Jährige: "Du bist doch 'ne Schwuchtel. Es ist eklig, wenn zwei Männer sich küssen. Fakt, das ist so, basta."

Nach einem Shitstorm in sozialen Netzwerken reagierte Sat.1 am Abend auf Twitter und schrieb in einem Post: "Wir möchten klarstellen, dass wir die homophoben Aussagen von Prinz Marcus von Anhalt nicht teilen. Für uns gilt: Alle Menschen sind gleich."

Twitter / sat1
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Auf die Frage vieler Zuschauer*innen, warum die aufgezeichneten Entgleisungen überhaupt gesendet wurden, meinte der Sender in einem weiteren Post: "Wir verstehen eure Entrüstung. Wir haben das lange diskutiert, aber es ist auch ein wichtiges Thema, das nicht verschwiegen werden darf – wie Katy selbst sagt."

Katy Bähm reagierte gelassen

In der Show hatte die Dragqueen gelassen auf die homophoben Beleidigungen reagiert. "Wir brauchen diese Aufklärung auf dieser Welt", meinte die 28-Jährige. "Deswegen ist es auch real, was hier passiert ist. Das ist das, was die Community Tag für Tag erlebt. Wenn es dafür sorgt, dass draußen ein klein bisschen eine bessere Welt herrscht, bin ich happy." Bähm hatte zuvor direkte Unterstützung von den beiden Mitkandidat*innen Willi Herren und Kate Merlan bekommen.


Katy Bähm wurde als Teilnehmerin von "Queen of Drags" und der letztjährigen Staffel von "Promi Big Brother" auch außerhalb der Dragszene bekannt (Bild: Sat.1)

In einem Kommentar auf n-tv.de warf Verena Maria Dittrich Sat.1 "Hohn und Heuchelei" vor. "Dieses Format ist nicht live, dieses Format wurde vor Monaten abgedreht", schrieb die Fernsehkritikerin. "Man hätte sich entscheiden können, einzuschreiten. Man hätte sagen können: So nicht! Wir dulden keine homophoben, menschenverachtenden Äußerungen. Man hätte auch entscheiden können, diese verletzenden Szenen nicht zu senden und den Typen achtkantig aus dem Format zu pfeffern. Das wäre ein deutliches Zeichen gewesen! Man hat aber nichts dergleichen getan. Was wir – die Zuschauer – hier sehen und hören, ist nichts anderes als Homophobie für die Quote."

Prinz Marcus: "Ich bin, wie ich bin"

In der Sendung selbst versuchte sich der mittlerweile nüchterne Prinz am nächsten Morgen an einer Entschuldigung. "Sorry für mein Benehmen gestern", meinte er zu Katy Bähm. "Aber ich bin, wie ich bin, ich kann mich nicht ändern. Das ist mein Charakter, und wenn ich betrunken bin, multipliziert sich das mit der Unendlichkeit. Und wenn man dann meint, man muss mir eine Meinung eintrichtern, die ich nicht habe, dann werde ich aggressiv."

Die Dragqueen ging auf die dumme Argumentation nicht näher ein. "Ich kann deine Einstellung nicht ändern", meinte sie. "Aber ich werde nicht akzeptieren, dass du sagst, wir sind keine normalen Menschen, weil du bist nicht jemand, der entscheiden kann, was normal ist und was nicht."

Am Ende der ersten Folge von "Promis unter Palmen" musste Prinz Marcus übrigens die Show verlassen – die ausschlaggebende Stimme kam von Katy Bähm. (cw)



#1 Alice aus WunderlandAnonym
  • 13.04.2021, 08:37h
  • Das ist doch in der Gesamtheit "OK" wie es gelaufen ist. Ein Arschloch hat sich demaskiert und ist dafür aus der Sendung geflogen. Die Dragqueen ist cool und souverän geblieben. Da kann sich jetzt jeder ein Bild machen.
    Ich denke, die Realität verändern wir nicht, wenn wir Arschlöcher ausblenden. In der Regel haben die Vernünftigen die besseren Argumente. Ich steige jederzeit ohne Angst gegen Homophobe oder sonstige Arschlöcher in den Ring, gerne auch öffentlich. Die können nur verlieren.
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#2 swimniAnonym
  • 13.04.2021, 09:19h
  • so ein rülps kommt in meinem leben nicht vor....sat1 was ist das eine neue automarke?
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#3 nix daAnonym
  • 13.04.2021, 09:21h
  • Antwort auf #1 von Alice aus Wunderland
  • die wertung, ob sich so ein proll "demaskiert" oder ob er die beleidigungen "ja wohl doch mal sagen darf", liegt bei den zuschauer*innen. - und was das betrifft, habe ich den eindruck, dass bei diesem sender und bei dieser sendung eher das letztere der fall ist. unterste schublade trifft unterste schublade, und diese schublade bietet platz für viele.

    also ist wieder ein damm gebrochen, der lgbtiq angriffen aussetzt und auch körperliche angriffe wieder ein stück weit im alltag möglicher macht, denn vom maulhelden zum fausthelden ist es bei solchen leuten nicht weit.

    möglicherweise wird in einer der nächsten sendungen der proll sich winden, entschuldigen und alles auf seine besoffenheit schieben wollen. aber der schaden ist mit der kalkulierten ausstrahlung angerichtet, der sender freut sich: mehr tabubrüche sind gleich mehr einnahmen auf kosten der sicherheit von lgbtiq.

    wenn hier die medienkontrollorgane nicht eingreifen, ist klar, dass lgbtiq keine gutgen zeiten bevorstehen in doitschland. nicht wegen dieses einzelnen vorfalls, sondern aufgrund des gesamtbildes, das sich mit diesem mosaikteilchen ergibt (thierse, schwan, palmer, afd usw.).
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#4 zundermxeAnonym
  • 13.04.2021, 09:23h
  • Der gekaufte Schummel-Prinz hat zumindest die selbe Auffassung von normal wie Herr Thierse.
    Ob er erwägt Mitglied der spD zu werden?
    Oder war es einfach nur eine gezielte Spitze gegen seinen Adels-Vater Frédéric von hinten?
    Um das aktuelle Niveau der Begrifflichkeit und Typen zu wählen.
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#5 wiedehopfAnonym
  • 13.04.2021, 09:30h
  • Jaja, es wurde sich senderseits von der krassen Homophobie distanziert und einige Mit-Realitydarsteller haben sich dagegen positioniert.
    Was mich stört, ist, dass - wie bei ähnlichen Anlässen in solchen Krawall-Formaten - wieder alle Beteiligten aus allen Wolken zu fallen scheinen: Solche Typen werden absichtlich für diese Formate gecastet, weil man sich von ihnen verspricht, dass sie "polarisieren", was wenig anderes heißt, als dass sie extrem aggressiv und auf charakterlich unterster Schiene auftreten.
    In diesem konkreten Fall handelt es sich um einen (laut wikipedia) verurteilten Menschenhändler, der schon in den ersten Minuten der Sendung mit transphoben und misogynen Äußerungen nicht hinter dem Berg hielt. Das allein verbietet eigentlich schon, dieser Person so eine Plattform zu bieten.
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#6 Ralph
  • 13.04.2021, 09:37h
  • Von dem Mann heißt es, er sei wegen Erpressung, Gewalttätigkeit und Zuhälterei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Selbst wenn man berücksichtigt, dass SAT.1 ein Sender ist, dessen Geschäftskonzept im Geldverdienen mit Müll besteht, müssen die Verantwortlichen sich fragen lassen, weshalb sie einem solchen Typen eine Bühne bieten. Antwort: weil er den Pöbel begeistert, den der Sender zu seiner Hauptkundschaft zählt. Solches Publikum will sich an einem besoffenen Proleten mit ekligen Verhaltensauffälligkeiten aufgeilen. Das sind keine Leute, die den Fernseher anschalten, um einen guten Spielfilm, einen spannenden Krimi, eine interessante Doku oder eine Spielshow zu sehen - die wollen ihre eigenen niederen Instinkte bestätigt bekommen. Und sie werden von SAT.1 bedient. Das ist nun mal eine der Segnungen des Privatfernsehens, ähnlich wie Bohlen.
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#7 GodzillaAnonym
  • 13.04.2021, 09:44h
  • Ich schaue mir so einen Schund aus Prinzip nicht an. Als ich in dem anderen Artikel über Kathy lass, dass in dieser Sendung dieser homophobe Nullspanner ebenfalls Kandidat ist, war mir klar, dass da Mist bei rumkommt und das war mir sofort klar, weil da stand wer der Typ ist. Wenn ich einen homophoben AfD-Anhänger einlade, liegt doch auf der Hand was bei rumkommt, vorallem wenn ein homosexueller Kandidat dabei ist.

    Und ich Stimme dem Kommentar auf n-tv komplett zu, dass war für die Quote, man wurde also verheizt und Kathy hat sich dafür auch noch zur Verfügung gestellt. Wer sich für Kohle und (Pseudo-)Berühmtheit dafür quasi noch bereitstellt, hat in meinen Augen keine Prinzipien. Und dieser Marcus hätte gar nicht erst eingeladen werden dürfen, zu behaupten er sagt nur seine Meinung ist doch blanker Hohn.
    Es scheint auch Mal wieder keiner bedacht zu haben, dass das Öl ins Feuer der bereits homophoben Menschen gießt, die fühlen sich doch bestätigt, selbst wenn damit souverän umgegangen worden ist.

    Solange genug Menschen diesen Dreck schauen, wird sich da aber auch nichts ändern, denn die Quote bestätigt den Sendern doch ihren Kurs.
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#9 So issesAnonym
#10 KumpelAnonym