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"Bunte"-Interview

Schauspielerin Ulrike Folkerts: Coming-out war "für mich befreiend"

Vor 22 Jahren outete sich die Schauspielerin, die inzwischen als dienstälteste "Tatort"-Kommissarin ermittelt.


Kriminalhauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) sorgt bereits seit 1989 dafür, dass Ludwigshafen sicher ist

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts hat ihr Coming-out als lesbisch vor mehr als zwei Jahrzehnten als große Erleichterung empfunden. "Wenn man so ein tiefgreifendes Geheimnis schützen möchte, ist das emotional belastend", sagte die Darstellerin der "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal der Zeitschrift "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Das Coming-out 1999 sei "nur aus diesem Grund für mich befreiend" gewesen.

Beleidigende oder enttäuschte Fanpost habe sie nach ihrem Coming-out nie bekommen. "Aber mir schrieben junge Frauen, die mich um Rat und Hilfe baten. Sie lebten nicht in einer Großstadt und wussten nicht, wie und ob sie ihren Eltern und Bekannten von ihrer Homosexualität erzählen sollten."

Folkerts: Homosexuelle Schauspieler*innen haben Angst

Viele schwule Schauspieler und lesbische Schauspielerinnen hätten "Angst, ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können", sagte die 59-Jährige. Sie fürchteten, "nicht mehr für Heterorollen angefragt zu werden". "Viele Menschen verstehen nicht, dass viele Schauspieler und Schauspielerinnen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung jede Rolle spielen können."

Folkerts hatte bereits vor wenigen Tagen in der "Süddeutschen Zeitung" erklärt, dass sie sich nach ihrem Coming-out einen Vorschlag des Südwestrundfunks abgelehnt habe, ihre "Tatort"-Figur Lena Odenthal ebenfalls lesbisch darzustellen, weil es noch keine homosexuelle Kommissarin in der ARD-Fernsehserie gebe. "Da habe ich gesagt: Lieb gemeint, aber der Zug ist so was von abgefahren. Das kann jetzt wirklich wer anders machen", so Folkerts (queer.de berichtete).

Ulrike Folkerts spielt seit 1989 Kommissarin Lena Odenthal. In dieser Rolle wirkte sie inzwischen in 74 spielfilmlangen "Tatorten" mit, zuletzt am Sonntag in der Folge "Der böse König". Nur einmal im Jahr 2001 durfte sie in einer Episode eine andere Frau küssen, sonst hat sie nur Beziehungen mit Männern.

Die Schauspielerin hatte sich 1999 auf Druck der Boulevardmedien geoutet. Nach ihrem Coming-out engagierte sie sich zunächst bei zahlreichen Community-Events: So nahm die Hobbysportlerin 2002 bei den Gay Games im australischen Sydney teil und holte mit der Schwimmstaffel des schwul-lesbischen Berliner Vereins "Vorspiel" eine Silber- und eine Bronzemedaille. Im Juli 2004 erschwamm sie eine Bronzemedaille bei den Eurogames in München. 2008 kündigte Folkerts jedoch im Magazin "Stern" an, den Kampf für LGBTI-Rechte lieber anderen zu überlassen. "Ich habe keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben. Das sollen jetzt mal Jüngere machen."

Am Montag erschien Folkerts Autobiografie "Ich muss raus" im Brandstätter Verlag. (AFP/cw)



#1 KumpelAnonym
  • 14.04.2021, 11:29h
  • Ein Interview reiht das nächste. Nun isses die Bunte. Ich habe sie mal bei Inas Nacht reden gehört u.gesehen. Das reicht vollkommen. Manch deutsche Schauspieler*innen spielen sich nur selbst. Beispiel Vorabendprogramme im TV.
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