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Reality-TV

USA: Bachelor outet sich als schwul

In der amerikanischen "Bachelor"-Staffel bezirzte der jungfräuliche Christ Colton Underwood vor zwei Jahren 30 Frauen.


Colton Underwood in einem PR-Bild für die Show "Bachelor in Paradise" (Bild: ABC)

Der 29-jährige frühere Footballspieler und Realitystar Colton Underwood hat sich am Mittwoch im US-Frühstücksfernsehen als schwul geoutet. Underwood war 2019 der "Bachelor" in der 23. Staffel der gleichnamigen ABC-Realityshow, bei der er sich aus 30 Kandidatinnen seine Favoritin aussuchen durfte. Der Pfarrersohn war damals als gläubiger Christ vorgestellt worden, der noch Jungfrau sei, weil er erst "die Richtige" finden wolle. Bereits zuvor hatte Underwood als Kandidat bei "The Bachelorette" und bei "Bachelor in Paradise" teilgenommen.

"Dieses Jahr war echt viel für viele Menschen und wahrscheinlich hat es auch eine Menge Leute dazu gebracht, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und herauszufinden, wer sie wirklich sind", so Underwood im Interview mit der offen lesbischen "Good Morning America"-Moderatorin Robin Roberts. "Ich habe mich eine lange Zeit lang selbst gehasst. Ich bin schwul. Und ich habe mich Anfang des Jahres damit abgefunden und habe es verarbeitet. Der nächste Schritt für mich war, anderen Bescheid zu sagen." Er sei nun glücklicher und gesünder als je zuvor in seinem Leben.


Der Bachelor und seine 30 Gespielinnen (Bild: ABC)

Zuvor habe er seine sexuelle Orientierung nicht wahrhaben wollen: "Ich wäre lieber gestorben als offen zu sagen, dass ich schwul bin." Er habe auch Suizidgedanken gehabt. Als er eines Tages aufgewacht sei und nicht mehr leben wollte, habe er sich entschieden, die "Kontrolle zurückzugewinnen".

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Underwood versuchte sich vor seinem Ausflug ins Reality-TV als professioneller Footballspieler. Er trat bei mehreren NFL-Teams zum Training an, konnte sich aber nirgends durchsetzen. Seine Sportkarriere beendete er im Jahr 2016.

Der Gaydar des Billy Eichner

Bereits während der "Bachelor"-Show gab es Spekulationen über die sexuelle Orientierung Underwoods. So war der offen schwule Komiker Billy Eichner in Episode zwei zu Gast und sprach mit dem Bachelor über seine Jungfräulichkeit. Eichner witzelte damals: "Ich bin schwul – ich weiß, das ist ein Schock. Vielleicht solltest du das mal prüfen. Vielleicht bist du ja der erste schwule Bachelor und wir wissen es noch nicht." Daraufhin lachte Underwood verlegen.

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Nach dem Ende der Show ging Underwood ein Jahr lang mit Siegerin Cassie Randolph aus. Die beiden trennten sich medienwirksam im Jahr 2020. Randolph warf ihrem Ex anschließend Belästigung und Stalking vor und erwirkte vor Gericht ein Kontaktverbot. Ein paar Monate später gaben die beiden an, sich gütlich geeinigt zu haben.

Laut US-Medienberichten dreht Underwood bereits mit dem Streamingportal Netflix seit Wochen eine Realityserie über sein Coming-out. In der Show soll auch Ex-Olympionike und Schauspieler Gus Kenworthy als Underwoods "Gay Guide" mit von der Partie sein. Netflix hat die Berichte bislang weder bestätigt noch dementiert.


Gus Kenworthy outete sich 2015 als schwul

Im deutschen "Bachelor"-Franchise hatte es bereits vor knapp zwei Jahren ein Coming-out gegeben: Rafi Rachek outete sich in der Sendung "Bachelor in Paradise" (queer.de berichtete). Inzwischen ist er mit "Prince Charming"-Kandidat Sam Dylan liiert (queer.de berichtete). (dk)

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBTI-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben.


#1 qwertzuiopüAnonym
  • 15.04.2021, 12:38h
  • Anfang des Jahres hat er sich damit abgefunden, schwul zu sein und dreht bereits mit Netflix eine Serie darüber. Das nenne ich gutes Zeitmanagement...

    Haben wir halt noch eine Serie über ein weißes, maskulines Muskelmodel, das endlich zu sich selbst
    stehen kann, was für ein Glück.
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#2 RawmanticAnonym
  • 15.04.2021, 13:13h
  • Puh! Und wieder ein Selbstdarsteller, der um jeden Preis die öffentliche Aufmerksamkeit sucht (und offenbar findet)
    Die Reality-Z-Stars interessieren mich null komma null gähn
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#3 AtreusProfil
  • 15.04.2021, 13:14hSÜW
  • Antwort auf #1 von qwertzuiopü
  • Darüber bin ich auch erst gestolpert, sehe es aber auch als Chance, als Pfarrerssohn über Netflix ein breites Publikum über den Menschenfeind und Selbstmordförderverein Kirche aufzuklären zu können.
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#4 SpockAnonym
  • 15.04.2021, 13:41h
  • Antwort auf #2 von Rawmantic
  • Was viele Menschen gar nicht wissen: Wenn einen etwas zu 0,0 Prozent interessiert, ist man nicht gesetzlich verpflichtet, es zu lesen und auch noch zu kommentieren. Das muss man laut Bullshitversorgungssicherstellungsgesetz (BVSG) erst ab 1,5 Prozent.
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#5 Sabelmann
#6 OutAndProud
#7 TechnikerAnonym
#8 elistosAnonym
  • 15.04.2021, 15:55h
  • Was hier am meisten schockiert, ist doch, dass er mit (damals wohl 27/28) noch Jungfrau ist/war!
    Mein Gott, welche Frau fand das geil, hahah! :'D
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#9 WanndererAnonym
  • 15.04.2021, 16:39h
  • Antwort auf #8 von elistos
  • In einem bestimmten Milieu gilt das noch als cool. Zumindest, wenn es nur vordergründig ist und man unter der Hand schon ein paar Erfahrungen gemacht hat. Wird auch hier so gewesen sein.
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#10 AlexAnonym