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"Homosexuelle Raubtiere"

Katholische Fachzeitschrift bezeichnet Schwule als "verdorben und degeneriert"

"Theologisches" beklagt erneut, dass Homosexuelle krank und kriminell seien. Sie stellten daher ein "Krebsgeschwür" innerhalb der katholischen Kirche dar.


In "Theologisches" verbreiten katholische Dogmatiker Hass auf Homosexuelle (Bild: Twitter / Wolfgang F. Rothe)

Die Fachzeitschrift "Theologisches" hat in ihrer März/April-Ausgabe erneut einen homophoben Artikel des polnischen Priesters und Publizisten Dariusz Oko veröffentlicht. "Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen (Zweiter Teil)" schließt direkt an einem in der vorherigen Ausgabe veröffentlichten Text an, in dem homosexuelle Priester als Gefahr für die Kirche bezeichnet und schwule Männer pauschal als minderwertig dargestellt werden (queer.de berichtete).

Im neuen Artikel wiederholt Oko einige der Vorwürfe an schwule Männer aus dem ersten Teil. Erneut werden homosexuelle Priester als "Krebsgeschwür" und als "Homomafia" verunglimpft. Zudem wird Schwulen erneut attestiert, wegen ihrer sexuellen Orientierung eher Kinder zu missbrauchen oder sexuelle Gewalt anzuwenden. So spricht Oko wörtlich von "homosexuellen Raubtieren". Homosexualität wird außerdem als "Krankheit" bezeichnet.

Oko macht deutlich, dass Schwule in der Kirche generell als Feinde anzusehen seien. So heißt es wörtlich im Text: "Man sollte nicht versuchen, solche Menschen zu bekehren, dafür sind sie schon zu verdorben und degeneriert, man sollte nur für sie beten und überlegen und planen, wie man Jungen, junge Geistliche, sich selbst und die ganze Kirche vor ihnen schützen kann."

Strafanzeige gestellt

Angesichts des neuen Textes hat der liberale Münchner Priester und Theologe Wolfgang F. Rothe seine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen den Autoren des Textes und "Theologisches"-Chefredakteur Johannes Stöhr, die er bereits nach dem ersten Artikel gestellt hatte, "ergänzt und bekräftigt", wie er auf Twitter mitteilte. Er kritisiert unter anderem, dass sich Oko mit Worten wie "degeneriert" an nationalsozialistischen Sprachgebrauch anlehne.

Twitter / WolfgangFRothe
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"Theologisches" ist ein seit 51 Jahren erscheinendes Magazin von katholischen Dogmatikern mit Sitz in Köln, das zwischen 2003 und 2010 von David Berger herausgeben worden war. Der Theologe fiel in Ungnade, als er sich als schwul outete (queer.de berichtete). Später wurde er Chefredakteur des schwulen Magazins "Männer". Inzwischen verkehrt Berger aber fast ausschließlich in Rechtsaußen-Zirkeln – er war etwa gut ein Jahr lang Kuratoriumsmitglied der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung und betreibt bis heute einen rechtspopulistischen Blog. (dk)



#1 VernebeltAnonym
  • 16.04.2021, 13:26h
  • ""verdorben und degeneriert""

    Sagt der Verein, der immer noch so viel von seinem massenhaften Kindesmissbrauch vertuscht, wie nur möglich.

    Wenn hier jemand verdorben und degeneriert ist, dann ja wohl die Katholen.
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#2 QueermanEhemaliges Profil
#3 JadugharProfil
  • 16.04.2021, 13:36hHamburg
  • Die Katholiken projizieren ihre eigenen Unarten auf Homosexuelle. Alles was sie den Homosexuellen in die Schuhe schieben trifft auf sie besonders zu! Neigt der Klerus doch besonders stark, pädophil zu sein und vertuscht es sogar.
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#4 thorium222Profil
  • 16.04.2021, 13:42hMr
  • Wieder einmal vollkommonen offensichtliche Volksverhetzung in der schlimmsten Ausprägung. Und wieder einmal werden die Gerichte die Homosexuellen nicht vor der Kirche schützen, wie es eigentlich ihre Aufgabe wäre.
    Volksverhetzung ist leider noch salonfähig, solange es sich "nur" gegen LGBT+ richtet. Das macht mich so wütend.
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#5 LSVersagerDAnonym
  • 16.04.2021, 14:01h
  • Wo ist die Anzeige vom LSVD?
    Wo ist die Anzeige der Hirschfeld-Stiftung?

    Ach ja, fast vergessen, die sind ja mit den Religionsführern selbst verbandelt und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    www.kirchenaustritt.de
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#6 AtreusProfil
#7 StaffelbergblickAnonym
  • 16.04.2021, 15:00h
  • "Theologisches" .. noch nie gehört .. machte mich neugierig auf mehr: Für alle die hier Kirchaustritt rufen ... hier sind wichtigere Kampfmittel angesagt. Der aktuelle Herausgeber Prof. Dr. Johannes Stöhr hat eine interessante Karriere hinter sich. Am Canisius Kolleg in Berlin Abitur, nach Promotion und Habilitation Professor für dogmatische Theologie!! Gut Wissenschaft ist frei. Und dann "Opus-Dei-geführten Päpstlichen Universität ..." (waren das nicht die mit Kindermisshandlungen in Chile ???). Mir scheint hier wird eine ganz besondere "hardcore" Demagogie betrieben. Es wäre deshalb interessant, inwieweit in diesen Publikationen generell juristisch gesicherte Grundlagen vorhanden sind, um diese Publikation dem Grunde nach als Volksverhetzung zu belangen .. sprich einzustellen.
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#8 TabaerAnonym
  • 16.04.2021, 15:27h
  • Die Katholen beschweren sich über ein Problem, das sie selbst erschaffen haben. Indem sie alle Welt in die Heterosexualität (oder laut Katechismus in die Enthaltsamkeit) zwingen, blieb früher Männern, die sich ein Leben mit einer Frau nicht einmal zum Schein vorstellen konnten, aber nicht als Sonderling abgestraft werden wollten, fast nur der Weg in den Klerus. Da sollten sie zwar keusch leben, aber zumindest wird der Schein nach aussen hin gewahrt, und keiner stellte Fragen, warum man(n) nicht verheiratet ist.

    So perfide es klingt, ich könnte mir vorstellen, dass man früher ein Kind bzw. Teenager eher übertölpeln oer einlullen konnte als einen Erwachsenen. Es ist quasi "einfacher". Dass das moralisch natürlich inakzepatbel und so schwer wie jede andere Vergewaltigung wiegt, braucht man nicht weiter zu diskutieren. Heute sind die Karten hoffentlich besser und zu Gunsten der Opfer gemischt.

    Auch sei festgehalten, dass weder alle schwulen Kleriker (oder gar alle Schwulen) pädophil sind. Allerdings sind es die meisten Pädophilen in der Kirche, wenn man Wikipedia Glauben schenken darf. Das ist so ähnlich wie "Die wenigsten Karpfen auf der Welt sind Koi-Karpfen und relativ wenige Karpfen werden in Teichen gehalten, aber wenn es ein Koi-Karpfen ist, wird er meist in Teichen gehalten".

    Ich bin der Überzeugung, dass Pädophilie kaum eine größere Rolle in diesen ganzen überholten Religionsvereinen spielen würde wie im Rest der Gesellschaft (und da ist es schon schlimm genug), wenn die Kleriker den Sex etwas entspannter sähen. Ich finde keine verlässlichen Zahlen - habt Ihr die? - aber ich habe den Eindruck, als ob sexueller Missbrauch bei Minderjährigen bei den Evangelen weniger oft vorkommt als bei den religiös Konservativen. Was bei den Juden, Muslimen und Buddhisten passiert, habe ich auch nicht finden können.

    Eine andere Sache ist: wie gehen wir als Community mit schwulen Priestern jedweder Couleur um, und wie mit schwulen pädophilen Priestern? Ist der eine, der andere, oder sind beide Teil der Community?
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#9 PetterAnonym
  • 16.04.2021, 15:48h
  • Wer andere Menschen als "verdorben und degeneriert", als "Krebsgeschwür", etc. bezeichnet, zeigt damit nur die eigene menschenverachtende Geisteshaltung.

    Diese Terminologie ist sehr nah am NS-Jargon und wir alle wissen, welche ideologische Haltung hinter solchen Aussagen steckt und was mit solcher Herabwürdigung von Menschenleben erzielt werden soll.

    Ziel ist eine Entmenschlichung, die dann eine Vernichtung ermöglichen soll.

    Wer da noch Mitglied ist, sollte endlich austreten. Denn dieser unmenschliche und übrigens auch unchristliche Verein hat ganz andere Interessen...
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#10 Girlygirl
  • 16.04.2021, 16:10h
  • Antwort auf #8 von Tabaer
  • Tatsächlich sind nur eine Minderheit von Kinder Vergewaltigern pädophil. Und umgekehrt sind Pädophile auch nicht automatisch Kinder Vergewaltiger. Die Wahl des Opfers hängt nicht unbedingt mit der sexuellen Orientierung zusammen. Ich finde es unklug, pauschal zu sagen, dass Priester häufiger schwul oder pädophil sind, nicht nur weil es Homosexualität in eine dunkle Ecke stellt, sondern auch weil es keine genauen Angaben gibt. Dass eigentliche Problem sind toxische Machtstrukturen und Abhängigkeitsverhältnisse, die schwer zu durchschauen sind. Und Autoritäten, die wenig angezweifelt werden
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