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anyway-Umfrage

Wegen Corona: Mehr queere Jugendliche haben Suizidgedanken

67 Prozent der anyway-Besucher*innen leiden an depressiver Verstimmung. Ungeoutete und trans* Jugendliche sind besonders betroffen.


Die Corona-Krise belastet die LGBTI-Bevölkerung überproportional (Bild: freepik.com)

Queere Jugendliche und junge Erwachsene sind durch die Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen stark belastet. Das ergab eine Befragung des Jugendzentrums anyway aus Köln unter 296 lesbischen, schwulen, bi, trans*, inter und queeren Besucher*innen zwischen 14 bis 27 Jahren. Demnach gibt über die Hälfte der Jugendlichen an, dass sie stark (31 Prozent) oder sehr stark (21 Prozent) emotional belastet sind. Der Grad der Belastung steige, je vulnerabler – also verwundbarer – eine Person sei. Personen unter 18 Jahren, trans Menschen oder diejenigen, die Unsicherheiten in ihrer geschlechtlichen Identität haben, sind ebenso wie ungeoutete und nur teilweise geoutete Jugendliche laut anyway besonders betroffen.

"Die Pandemie verstärkt Probleme dort, wo sie ohnehin schon groß sind", erklärte anyway-Geschäftsführer Jürgen Piger. "Das merken wir auch bei LSBTIQ-Jugendlichen, die ohnehin in unserer Gesellschaft unter hohem Druck stehen und deren Minderheitenstress sich nun verstärkt. Das hat auch Folgen für ihre körperliche und psychische Gesundheit."

Die Umfrage zeige, dass junge queere Menschen auf auf die emotionale Belastung unterschiedlich reagierten. Mehr als zwei Drittel der Befragten leide laut der Umfrage unter einer depressiven Verstimmung (67 Prozent), Angstzuständen (36 Prozent) und selbstverletzendem Verhalten (18 Prozent). Exakt ein Viertel der queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen habe sogar mit Selbstmordgedanken zu kämpfen. Bei den unter 18-Jährigen seien es 39 Prozent der Befragten. Sieben Prozent der unter 18-Jährigen gaben sogar an, sie hätten versucht, sich während der Pandemie das Leben zu nehmen.

Auswirkungen auf Coming-out-Prozess

Ebenfalls haben die Einschränkungen des täglichen Lebens, die Schließung von Schulen und Jugendzentren sowie die Kontaktbeschränkungen zu anderen queeren Gleichaltrigen Einfluss auf das Coming-out. Mehr als Fünftel der Jugendliche (22 Prozent) gibt an, dass sich Corona und die damit verbundenen Maßnahmen auf ihr Coming-out auswirkten. Die Folgen reichten von Einschränkungen und Verzögerungen im Coming-out-Prozess bis dahin, sich nicht zu outen. Zwölf Prozent der Befragten gaben an: "Ich traue mich aktuell nicht, mich zu outen, weil ich immer Zuhause sein muss."

Weiterhin belastet die Jugendlichen, die Auswirkungen auf ihr Coming-out spüren, dass sie die eigene sexuelle Orientierung wegen fehlender Date- und Feiermöglichkeiten nicht ausprobieren (70 Prozent) oder generell keine anderen queeren Menschen treffen (69 Prozent) könnten. Trans Jugendliche leiden vor allem darunter, dass ihnen durch die Schließung der offenen Jugendarbeit Räume fehlen, in denen sie ihre geschlechtliche Identität ausleben können (39 Prozent). Der Hintergrund: Oft sind queere Treffs der Ort, an denen trans* Jugendliche ihre ersten Gehversuche in ihrer eigentlichen geschlechtlichen Identität machen, in der sie auch von der Gesellschaft akzeptiert werden wollen.

Bereits zuvor hatten Studien gezeigt, dass die queere Community besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen ist. Laut Anfang März veröffentlichten ersten Ergebnissen einer Untersuchung der Berliner Charité leiden asexuelle Menschen, trans Menschen und nicht-binäre Menschen am meisten an der Krise (queer.de berichtete). (pm/dk)

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBTI-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben.


#1 YannickAnonym
  • 16.04.2021, 13:46h
  • Leute, das Leben ist viel zu schön, um es freiwillig zu beenden.

    Es wird auch wieder besser werden.

    Vertraut mir, es wird besser werden.

    Und habt keine Scham, Euch bei solchen Gedanken professionelle Hilfe zu suchen.

    Bitte tut Euch das nicht an.
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#2 LegatProfil
  • 17.04.2021, 11:47hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • Das ist sicher gut gemeint von dir, nur tun sich diese Menschen nichts an, sie sehen nur keinen anderen Ausweg mehr und dabei einen solchen zu finden, kann Therapie auch helfen, von daher hast du natürlich nicht unrecht, die wahren Täter jedoch finden sich in deren Umfeld.
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