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Rheinland-Pfalz

Mainzer Landesregierung setzt Zielvereinbarung mit Ditib fort

Trotz eines Homophobie-Skandals setzt Rheinland-Pfalz weiter auf eine Zusammenarbeit mit Ditib.


Kulturminister Konrad Wolf erklärte, die Ditib habe Konsequenzen gezogen (Bild: Olaf Kosinsky / wikipedia)

Die rheinland-pflälzische Landesregierung setzt die Zielvereinbarung mit der Islamischen Religionsgemeinschaft Ditib fort – trotz der Einladung des antisemitischen und homophoben türkischen Historikers Ahmet Simsirgil (queer.de berichtete).

"Der Ditib-Landesverband hat Verantwortung übernommen und einschneidende Konsequenzen gezogen", begründete dies Kulturminister Konrad Wolf (SPD) am Freitag in Mainz. Dazu gehöre der Rücktritt des langjährigen Landesvorsitzenden Yilmaz Yildiz, eine Compliance-Richtlinie mit einem Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung und den Werten sowie eine auf der Homepage des Moscheevereins veröffentlichte Distanzierung.

Yildiz hatte nach massiver Kritik an der Einladung seinen Rücktritt erklärt. Als Landesvorsitzender trage er die volle Verantwortung für die Einladung "einer Person wie Ahmet Simsirgil, der in seinen Texten und Äußerungen offene Hetze" betrieben habe.

Auf der Homepage weist der Ditib-Landesverband "die bekanntgewordenen und hochproblematischen Positionen des besagten Gastreferenten, welche von verschwörungstheoretischen Erzählungen, antisemitischen Narrativen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Homophobie) durchdrungen sind, entschieden zurück". Ferner heißt es in dem Text: "Als eine Religionsgemeinschaft der Mitte fühlen wir uns dem göttlichen und gesellschaftlichen Frieden sowie der gesamten Schöpfung, mithin aller Menschen samt ihrer gottgewollten Unterschiedlichkeit und Vielfalt verpflichtet."

Die Ditib untersteht de facto der staatlich-türkischen Religionsbehörde Diyanet, die sich unter Präsident Recep Tayyip Erdogan radikalisiert hat. Diyanet-Präsident Ali Erbas sorgte letztes Jahr mit einer homophoben Tirade für Entsetzen. Er hatte unter anderem gesagt, dass der Islam Homosexualität verurteile und diese sexuelle Orientierung Generationen "verrotte" (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 SchleicheRAnonym
  • 16.04.2021, 14:35h
  • Ditib ist eindeutig subversiv und wirkt in dieser Zusammenarbeit nur einseitig. Ich bezweifele ganz stark, dass Teile unserer Kultur Einzug in die Ditib halten oder gar in die Türkei hineinwirken.
    Die Ditib würde ich sogar als ausländischen Geheimdienst bezeichnen.
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#2 AtreusProfil
  • 16.04.2021, 14:39hSÜW
  • Da schämt man sich in Rheinland-Pfalz zu leben. Dass man der Ditib überhaupt ein "Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung" abringen muss, sollte doch Beweis genug sein, dass der Verein nicht eingebunden, sondern geschlossen gehört.
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#3 PetterAnonym
  • 16.04.2021, 16:00h
  • Ich finde es skandalös, dass die Politik noch mit so einem Verein kooperiert, der immer wieder negativ auffällt, dann Besserung gelobt und sobald "Gras drüber gewachsen" ist, doch weiter macht wie gewohnt.

    Manche Politiker müssen echt eine sehr stark rose eingefärbte Brille tragen, um sich immer und immer wieder so verarschen und vorführen zu lassen.
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#4 TechnikerAnonym
  • 16.04.2021, 16:25h
  • Der Skandal ist nicht, daß die rheinland-pfälzische Landesregierung nix an homophoben Umtrieben des Ladens findet. Der Skandal ist, daß der Sultan-Götzendienstverein in Deutschland noch nicht verboten ist und muslimische Schüler unbehelligt und mit deutschen Steuergeldern gemästet indoktrinieren darf...

    Die huldigen nicht Allah, die huldigen Erdolf!
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#5 zundermxeAnonym
  • 16.04.2021, 18:54h
  • Schließe den Kreis...

    Deutsche Politiker*innen diverser Parteien machen quer durch (fast) alle politischen Lager fast deckungsgleiche Aussagen zu Queers, warum sie nerven und wie sich bitte schön zu verhalten hätten, wenn sie etwas zu sagen hätten (woraufhin die afd frohlockt und gleich mal die eigene Hetze weiter verschärft).

    Christliche Geistliche jeder Konfession in und außerhalb Deutschlands dürfen wie gehabt weiter munter hetzen ohne tatsächliche Konsequenzen fürchten zu müssen.

    An deutschen Unis das gleiche Spiel im Namen der Freiheit von Wissenschaft und Lehre.

    Ein türkischer Verband darf mit Unterstützung deutscher Politik und Steuergelderner Erdogans abergläubisches Gift verbreiten.

    Gewalttaten gegen Queers nehmen auch in Deutschland zu.

    Wer dies anspricht, Änderungen und Akzeptanz verlangt, ist ein egoistischer Störenfried, der die Allgemeinheit stört und das Wohl der Gesellschaft gefährdet.
    Und nun bitte oben weiter lesen...
    schließe den Kreis.

    Ditib in Deutschland zuzulassen und sogar noch zu fördern, ist die praktische Aufforderung an Erdogan weiter so. Es ist aber auch die Missachtung von Queers, unpolitischen Muslimen und aller Menschen, die inner- und außerhalb der Türkei verfolgt werden.

    Wie kommt es nur zu dieser Demokratie-Verdrossenheit...
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#6 UnbelehrbarAnonym
  • 16.04.2021, 20:55h
  • Fehler darf man machen. Und man darf auch mal auf Leute reinfallen.

    Aber dieselben Fehler immer und immer wieder zu machen ohne daraus zu lernen und ständig auf dieselben Leute reinzufallen, ist Dummheit.

    Das hat nichts mehr mit Versehen oder so zu tun, sondern ist vorsätzliches Wegsehen und Kriechen vor solchen Leuten.
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#7 LorenProfil
  • 17.04.2021, 01:29hGreifswald
  • Diese Kumpanei mit den "Glaubenskriegern" Erdogans widert mich nicht nur an (mein persönliches Problem), sondern es stellt sich mir auch die Frage, wie sie mit den Werten der Landesverfassung und des übergeordneten Grundgesetzes in Einklang zu bringen ist. Die Ditib ist schon lange ein Fall für den Verfassungsschutz und nicht für irgendwelche staatliche Kooperationen. Wie dumm kann man nur sein? Das Konzept der "wehrhaften Demokratie" (Karl Popper) ist wohl immer noch nicht angekommen.
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#8 dellbronx51069Anonym
#9 Fünfte KolonneAnonym
  • 17.04.2021, 15:08h
  • Ditib ist Erdogans fünfte Kolonne in Deutschland, die die Deutschtürken auf Erdogans Linie einschwören soll und Erdogans Einfluss auf Deutschland stärken soll.

    Es ist mir unbegreiflich, wie man so einen Verein auch noch finanziell fördern kann und mit ihm zusammenarbeiten kann. Wieso kuscht Deutschland dermaßen vor Erdogan?
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