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Katholische Kirche

Chef der Deutschen Bischofskonferenz fordert Weiterentwicklung von Sexuallehre

Georg Bätzing wünscht sich, dass Partnerschaften außerhalb der heterosexuellen Ehe neu eingeschätzt werden.


Bischof Georg Bätzing im Februar in einem TV-Interview (Bild: Screenshot ZDF)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, hat innerhalb der katholischen Kirche eine ehrliche Auseinandersetzung über den Wunsch homosexueller Paare nach kirchlicher Segnung ihrer Partnerschaften gefordert. "Die Menschen in homosexuellen Partnerschaften wollen den Segen der Kirche, und zwar nicht im Verborgenen", sagte Bätzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Vorabmeldung vom Freitag. "Sie wollen, dass die Kirche ihr Leben für so wertvoll hält, dass man ihm den Segen Gottes gibt und nicht vorenthält."

Bätzing betonte, die katholische Kirche müsse sich diesem Wunsch stellen. "Dafür brauchen wir eine intensive Auseinandersetzung. Wir können diese Fragen nicht mehr einfach mit Ja oder Nein beantworten." Der Limburger Bischof forderte von der katholischen Kirche, Homosexualität und gelebte Partnerschaften außerhalb der (heterosexuellen) Ehe anders einzuschätzen.

"Wir können nicht mehr weiter allein vom Naturrecht ausgehen, sondern müssen viel stärker in Kategorien von Fürsorge und personaler Verantwortung füreinander denken", sagte Bätzing. Er wünsche sich "in dieser Hinsicht eine Weiterentwicklung der katholischen Sexuallehre".

Der Vatikan hatte jüngst in Deutschland für viel Kritik gesorgt, weil er in einer Stellungnahme vom März die Segnung homosexueller Paare ablehnte (queer.de berichtete). "Ich verstehe die ablehnende Stellungnahme der Glaubenskongregation, sie gibt den Stand der kirchlichen Lehre wieder", sagte Bätzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Aber das hilft nichts, weil es längst eine pastorale Entwicklung gibt, die darüber hinausgeht – und das bedeutet: Es steht Veränderung an."

Bätzing gilt innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland als relativ liberal. Er hatte sich bereits vergangenes Jahr für die Segnung homosexueller Paare ausgesprochen (queer.de berichtete). Gleichgeschlechtlicher Sex soll seinen Vorstellungen zufolge in der katholischen Lehre künftig keine Sünde mehr sein (queer.de berichtete). (AFP/dk)



#1 PetterAnonym
  • 16.04.2021, 15:44h
  • Mir ist ziemlich egal, ob die Kirche mich akzeptiert oder nicht. Und ob sie meine Liebe anerkennt oder nicht.

    Denn erstens brauche ich nicht das OK anderer Menschen für meine Existenz, meine Persönlichkeit, meine Gefühle und meine Liebe.

    Und zweitens brauche ich das als aller-aller-letztes von einer Organisation, die so viel Dreck am Stecken hat und das meiste davon immer noch zu vertuschen versucht.

    Mir würde es schon reichen, wenn einfach mal aufhören würden, sich ständig in Politik einzumischen und ihre Schäfchen gegen LGBTI und andere Gruppen, die sich nicht unterwerfen, aufzuhetzen.
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#2 AlexAnonym
  • 16.04.2021, 16:19h
  • Auch Herr Bätzing will aber weiter diskriminieren. Denn er will uns ja weiterhin mit einer "Segnung" abspeisen, so wie die auch Fahrzeuge, Spielzeug, Gebäude, Tiere und sogar Waffen segnen, aber uns die volle Gleichstellung, also die Ehe, verwehren.

    Und alles, was nicht 100% Gleichstellung ist, ist eben per Definition Diskriminierung.

    Wer will sich denn von der Kirche als Mensch 2. Klasse behandeln lassen, nur damit die sich als angeblich fortschrittlich präsentieren können?!
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#3 LarsAnonym
  • 16.04.2021, 17:47h
  • Antwort auf #2 von Alex
  • "Und alles, was nicht 100% Gleichstellung ist, ist eben per Definition Diskriminierung."

    Das kann man zwar so sagen, allerdings bedeutet Gleichstellung dann auch, das ganze Gefüge menschlicher Beziehungen anzusehen und nicht nur kinderlose Zweierbeziehungen anzusehen. Da ist Gleichstellung leicht zu erreichen.

    Beispiel: Ein schwules Paar, dass mit Hilfe einer Eispenderin und einer Leihmutter ein Kind aufzieht. Hier werden Verantwortlichkeiten (und dazugehörige Rechte), auf vier statt auf zwei Personen verteilt. Jede dieser Beziehungen ist wichtig uns segnenswert, aber trotzdem werden nicht alle Beteiligten die gleichen Rechte und Pflichten haben.

    Schon in der Bibel finden sich viele Beispiele für die organisatorischen Fragen in Patchworkfamilien früher Jahrhunderte.
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#4 SaftlAnonym
  • 16.04.2021, 20:18h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Es ist selbstverständlich vollkommen Wurst, was wir im Märchenbuch der Christen finden oder nicht. Maßgeblich sind Recht und Gesetz der Bundesrepublik Deutschland. Wer dagegen verstößt, muss verurteilt werden.
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#5 IrrelevantAnonym
  • 16.04.2021, 20:52h
  • Was dieser Altherren-Club lediger Fantasy-Fans vielleicht mal in Zukunft macht oder auch nicht und ob es irgendwann ein bisschen weniger Diskriminierung gibt oder nicht, ist schlichtweg unerheblich.

    Weil dieser Verein sich selbst überflüssig gemacht hat. Mit ihrer Hetze haben sie zu lange zu viel Schaden angerichtet, als dass wir das denen jemals verzeihen könnten.

    Und was sie über Jahrzehnte oder vielleicht sogar Jahrhunderte unschuldigen Kindern angetan haben und dass sie immer noch nur gerade so viel davon zugeben, wie sich eh nicht mehr vertuschen lässt, wird niemals vergessen oder vergeben werden können. Verfehlungen mag es überall geben, aber die wurden ständig von allen anderen (bis ganz nach oben) gedeckt und vertuscht. Und man weigert sich nach wie vor, schonungslose Aufklärung zu betreiben und die Konsequenzen daraus zu ziehen.

    Von all den anderen Verbrechen (dubiose Immobilien- und Finanzdeals, Exorzismen, Gehirnwäsche, Kollaborationen mit Diktatoren, etc.) und historischen Taten (Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Inquisition, etc.) mal ganz zu schweigen.

    Nein, dieser Konzern ist moralisch am Ende.

    Was die vielleicht irgendwann ändern wollen oder nicht, ist unerheblich und irrelevant.
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#6 LarsAnonym
  • 16.04.2021, 21:30h
  • Antwort auf #4 von Saftl
  • Das ist richtig, aber die religiöse Ehe (egal mit wem oder wie vielen und in welcher religiösen Gemeinschaft) hat rechtlich ja keine Relevanz und das ist ja auch gut und richtig so.

    Der Sinn dabei ist ja auch, das Menschen außerhalb der monogamen Zweierehe, die das Gesetz vorsieht, nach Gutdünken oder nach religiöser Überzeugung ihre Beziehungen divers gestalten können und diesen in Zeremonien Ausdruck verleihen. Es ist doch nicht verkehrt, wenn sich der Staat da nicht einmischt.
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#7 LorenProfil
  • 17.04.2021, 01:46hGreifswald
  • Antwort auf #6 von Lars
  • Der Staat hat sich bitte da einzumischen, wo Menschen entgegen des Grundgesetzes diskriminiert werden. Er ist nach meinem zivilisatorischem Verständnis in einer pluralen Demokratie jeglicher Religion übergeordnet. Ich halte es nicht mir dem Mörder von Dresden, der das Irdische dem Religiösen unterordnet. M.E. hat sich die Religion hierzulande dem Grundgesetz und den in ihm verbrieften Rechten unterzuordnenund hat keinen Freifahrtschein für Verstö0e gegen Art. 1 und 3 des Grundgesstzes. Das mag für manche Religiöse schmerzlich sein. Denen kann ich nur empfehlen, ihre religiösen Überzeugungen ausschließlich auf ihre ureigene Lebensführung hin anzuwenden und andere davon unbehelliigt zu lassen. Mir ist klar, dass man hierzulande und anderswo davon meilenweit entfernt ist, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass Politiker*innen
    und Jurist*innen selbst bisweilen keine souveräne, dem Grundgesetz entsprechende religiöse Haltung entwickelt haben. Wer es wie in religiösen Fragen hält, ist solange nicht von Interesse, solange nicht Dritte davon beeinträchtigt werden. Ist das im negativen Fall zu konzedieren, wünsche ich mir einen Staat, der dies rigoros unterbindet.
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#8 Homonklin_NZAnonym
  • 17.04.2021, 22:35h
  • ""Der Limburger Bischof forderte von der katholischen Kirche, Homosexualität und gelebte Partnerschaften außerhalb der (heterosexuellen) Ehe anders einzuschätzen.""

    Hättet ihr die Güte, zu ergänzen/zu korrigieren, dass da die christlich-kirchliche Ehe angesprochen wird?

    Es gibt nämlich genug Heterosexuelle, die nicht kirchlich heiraten, keine Kinder haben oder diese nicht haben können. Auch deren Ehe ist nach dem christlich-kirchlichen Verständnis keine Ehe, wo die Kinderzeugung der Zweck schlechthin sei, diese zu rechtfertigen.
    Etwa führt so das Ehepaar von Storch keine christkonforme Ehe.

    In früheren Zeiten wurden Ehen gar annulliert, wenn das Paar dieser Pflicht,in jener Ehe Kinder zu zeugen, nicht nachkam, oder beispielsweise eine Josefsehe führte (kein Sex)
    Nun ja, zu jener Zeit galten auch außerehelich gezeugte Kinder als seelenlose Geschöpfe aus gottesfremder Handlung...

    Was die Christen als Ehe bezeichnen, ist etwas anderes als das, was glaubensfreie und Nichtreligiöse oder dazu neutral Stehende leben, wenn sie eine Ehe eingehen.

    In der BRD sollte selbstverständlich das "weltliche" Gesetz Geltung haben. Das "kirchliche" Gesetz mag für Anhänger dieser Konfessionen gelten, für freie Menschen ist es etwa gleichbedeutend mit dem Gesetz des Federplusterns unter Pelikanen,oder das Gesetz des Einen Rings. Den hat Gollum mit zum Lavabad genommen, well...
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