Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38626

Katholische Kirche

Chef der Deutschen Bischofskonferenz fordert Weiterentwicklung von Sexuallehre

Georg Bätzing wünscht sich, dass Partnerschaften außerhalb der heterosexuellen Ehe neu eingeschätzt werden.


Bischof Georg Bätzing im Februar in einem TV-Interview (Bild: Screenshot ZDF)

  • 16. April 2021, 12:38h 8 2 Min.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, hat innerhalb der katholischen Kirche eine ehrliche Auseinandersetzung über den Wunsch homosexueller Paare nach kirchlicher Segnung ihrer Partnerschaften gefordert. "Die Menschen in homosexuellen Partnerschaften wollen den Segen der Kirche, und zwar nicht im Verborgenen", sagte Bätzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Vorabmeldung vom Freitag. "Sie wollen, dass die Kirche ihr Leben für so wertvoll hält, dass man ihm den Segen Gottes gibt und nicht vorenthält."

Bätzing betonte, die katholische Kirche müsse sich diesem Wunsch stellen. "Dafür brauchen wir eine intensive Auseinandersetzung. Wir können diese Fragen nicht mehr einfach mit Ja oder Nein beantworten." Der Limburger Bischof forderte von der katholischen Kirche, Homosexualität und gelebte Partnerschaften außerhalb der (heterosexuellen) Ehe anders einzuschätzen.

"Wir können nicht mehr weiter allein vom Naturrecht ausgehen, sondern müssen viel stärker in Kategorien von Fürsorge und personaler Verantwortung füreinander denken", sagte Bätzing. Er wünsche sich "in dieser Hinsicht eine Weiterentwicklung der katholischen Sexuallehre".

Der Vatikan hatte jüngst in Deutschland für viel Kritik gesorgt, weil er in einer Stellungnahme vom März die Segnung homosexueller Paare ablehnte (queer.de berichtete). "Ich verstehe die ablehnende Stellungnahme der Glaubenskongregation, sie gibt den Stand der kirchlichen Lehre wieder", sagte Bätzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Aber das hilft nichts, weil es längst eine pastorale Entwicklung gibt, die darüber hinausgeht – und das bedeutet: Es steht Veränderung an."

Bätzing gilt innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland als relativ liberal. Er hatte sich bereits vergangenes Jahr für die Segnung homosexueller Paare ausgesprochen (queer.de berichtete). Gleichgeschlechtlicher Sex soll seinen Vorstellungen zufolge in der katholischen Lehre künftig keine Sünde mehr sein (queer.de berichtete). (AFP/dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 16.04.2021, 15:44h
  • Mir ist ziemlich egal, ob die Kirche mich akzeptiert oder nicht. Und ob sie meine Liebe anerkennt oder nicht.

    Denn erstens brauche ich nicht das OK anderer Menschen für meine Existenz, meine Persönlichkeit, meine Gefühle und meine Liebe.

    Und zweitens brauche ich das als aller-aller-letztes von einer Organisation, die so viel Dreck am Stecken hat und das meiste davon immer noch zu vertuschen versucht.

    Mir würde es schon reichen, wenn einfach mal aufhören würden, sich ständig in Politik einzumischen und ihre Schäfchen gegen LGBTI und andere Gruppen, die sich nicht unterwerfen, aufzuhetzen.
  • Direktlink »
#2 AlexAnonym
  • 16.04.2021, 16:19h
  • Auch Herr Bätzing will aber weiter diskriminieren. Denn er will uns ja weiterhin mit einer "Segnung" abspeisen, so wie die auch Fahrzeuge, Spielzeug, Gebäude, Tiere und sogar Waffen segnen, aber uns die volle Gleichstellung, also die Ehe, verwehren.

    Und alles, was nicht 100% Gleichstellung ist, ist eben per Definition Diskriminierung.

    Wer will sich denn von der Kirche als Mensch 2. Klasse behandeln lassen, nur damit die sich als angeblich fortschrittlich präsentieren können?!
  • Direktlink »
#3 LarsAnonym
  • 16.04.2021, 17:47h
  • Antwort auf #2 von Alex
  • "Und alles, was nicht 100% Gleichstellung ist, ist eben per Definition Diskriminierung."

    Das kann man zwar so sagen, allerdings bedeutet Gleichstellung dann auch, das ganze Gefüge menschlicher Beziehungen anzusehen und nicht nur kinderlose Zweierbeziehungen anzusehen. Da ist Gleichstellung leicht zu erreichen.

    Beispiel: Ein schwules Paar, dass mit Hilfe einer Eispenderin und einer Leihmutter ein Kind aufzieht. Hier werden Verantwortlichkeiten (und dazugehörige Rechte), auf vier statt auf zwei Personen verteilt. Jede dieser Beziehungen ist wichtig uns segnenswert, aber trotzdem werden nicht alle Beteiligten die gleichen Rechte und Pflichten haben.

    Schon in der Bibel finden sich viele Beispiele für die organisatorischen Fragen in Patchworkfamilien früher Jahrhunderte.
  • Direktlink »