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Mordprozess gegen Abdullah A.

Dresden: Überlebender spricht über Angriff

Am Freitag ist vor dem Oberlandesgericht ein schwuler Mann als Zeuge im Mordprozess gegen Abdullah A. aufgetreten, der vom Angeklagten lebensgefährlich verletzt worden war.


Bei der Attacke kam im Oktober 2020 ein Mann ums Leben, sein Lebenspartner überlebte schwerverletzt (Bild: Dresden.Respekt – Place to be! / twitter)

Der Überlebende der Messerattacke auf ein schwules Paar aus Nordrhein-Westfalen in Dresden hat keine vollständige Erinnerung mehr an den Angriff am Abend des 4. Oktober 2020. "Wir sind in die Gasse gebogen und plötzlich kam ein Schlag, völlig überraschend, in den Rücken", erzählte der Kölner Oliver L. am Freitag bei einer Videovernehmung im Mordprozess gegen den jungen mutmaßlichen Islamisten Abdullah A. aus Syrien am Oberlandesgericht Dresden.

Im ersten Moment hätten er und sein Lebenspartner gedacht, dass jemand sie erkannt und ihnen freundschaftlich "wie auf die Schulter" geklopft hätte. Sie hätten sich zeitgleich umgedreht, angeschaut und dann um Hilfe gerufen. "Und es war klar, dass es eine starke Bedrohung ist."

Der Staatsschutzsenat ersparte dem 54-Jährigen, dessen Freund getötet worden war, eine Aussage vor Gericht in Anwesenheit des Angeklagten. Der Lohnbuchhalter war lebensgefährlich verletzt worden. "Danach kann ich mich an nichts erinnern und bin, ehrlich gesagt, auch froh darüber." Er wisse noch, dass er um Hilfe gerufen habe, am Boden lag und eine Frau seine Hand hielt. "Ich bekam so schlecht Luft, zu wenig Luft – irgendwann tat der Rücken weh."

Überlebender leidet unter Folgen des Verbrechens

Die beiden Männer, die die Stadt als Touristen besuchten, waren seit mehr als sieben Jahren zusammen. Der 54-Jährige leidet noch immer unter den Folgen des Verbrechens. Die körperlichen Wunden seien verheilt, die Stellen, wo die Schnitte in Rücken und Bein waren, aber noch taub. Bei der Frage nach seinem seelischen Zustand stockte er zum wiederholten Mal und kämpfte wieder mit den Tränen: "Es fällt mir schwer, die Trauerbewältigung", sagte er. "Wenn ich abgelenkt bin, dann geht's, aber ansonsten … "

Beim Prozess wurden am Freitag auch mehrere Augenzeug*innen der Tat befragt. Eine Zeugin beschrieb etwa, wie einer der beiden Männer am Boden lag und sich der andere am Bauzaum festhielt. Eine andere berichtete, wie jemand vor Schmerz "fürchterlich geschrien" habe.

Der Prozess gegen A. war am Montag gestartet (queer.de berichtete). Der 21-jährige Angeklagte soll sich seine Opfer ausgesucht haben, weil er Homosexuelle als "Feinde Gottes" betrachtet. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. (dpa/cw)



#1 PetterAnonym
  • 16.04.2021, 15:57h
  • Schlimm. Es fällt schwer, das zu lesen.

    Ich kann nur hoffen, dass die Narben noch heilen und dass vor allem auch die seelischen Narben noch heilen und er irgendwann doch wieder ein halbwegs normales und halbwegs glückliches Leben führen kann.

    Aber dieser Tod darf nicht umsonst gewesen sein. Das muss jetzt Folgen haben.

    Zunächst mal sollte dieser durchgeknallte Psychopath natürlich nie wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden. Der hatte ja schon mal die Chance zur Rehabilitierung, hat aber stattdessen gemordet. Dieser Mörder darf nie wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden.

    Aber auch in ähnlichen Fällen muss man viel härter vorgehen. Wenn man weiß, dass Menschen radikalisiert sind, die freiheitlich-demokratische Grundordnung abschaffen wollen und zu schwerten Straftaten bereit sind, muss man die auch abschieben.

    Gerade auch zum Wohl der Mehrheit der friedlichen und integrationsbereiten Migranten.

    Mir ist jeder willkommen. Aber dann muss man sich auch an gewisse Regeln halten. Und wer hier Hass und Gewalt verbreitet, sucht keinen Schutz, sondern will eben nur Hass und Gewalt verbreiten. Und so jemand kann hier eben nicht leben. Ist deren eigene Entscheidung, dann müssen die auch mit den Konsequenzen leben.
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#2 queergayProfil
  • 16.04.2021, 16:37hNürnberg
  • Im vorliegenden Fall muß man schon auch die religiöse Verortung sehen, in die der Attentäter verstrickt war. Und das Gerichtsverfahren klärt hoffentlich darüber auf, wo hier letztlich wirklich die Gründe und Motivationen für eine solche Angriffs- und Mordtat liegen. Nur so lassen sich mögliche Nachahmer-Angriffe besser verhindern oder schon im Vorfeld erkennen.
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#3 MarioAnonym
  • 16.04.2021, 17:32h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Ich kann mich hier nur anschließen
    Traurig den Bericht zu lesen hoffe ich dass hier wirklich harte Strafen vollzogen werde.n.

    Wer mit unserer Einstellung und Grundsätzen sowie Freiheiten Probleme hat kann gerne dahin zurück wo er her kommt ...

    Dem Witwer wünsche ich viel Kraft und alles gute
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#4 Eberhard WüstlingerAnonym
  • 16.04.2021, 18:06h
  • Auch ich kann leider nicht mehr tun, als dem Hinterbliebenen mein aufrichtiges Beileid auszusprechen. Was ihm angetan wurde, ist schlimm, und ich hoffe sehr, dass er irgendwann wieder ein im Ansatz "normales" Leben führen kann. Bis dahin wünsche ich ihm Kraft und Heilung.

    Zum Täter - er war vor der Tat zum Gebet in der Moschee...wie konnte er unbemerkt diesen Anschlag vorbereiten? Ist denn niemandem etwas aufgefallen? Vielleicht hätte man diesen Anschlag verhindern können?! Es macht mich traurig und wütend zugleich.
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#5 Homonklin_NZAnonym
  • 16.04.2021, 19:34h
  • Antwort auf #4 von Eberhard Wüstlinger
  • Soweit dazu etwas rätselhafte Presseberichte rausgingen,verstehe ich nicht, dass der Täter wohl so lange unter Observation war, dass man mitschnittm, wie er in einen Laden ging, wo man solche Messer erwerben kann, unddann kein Eingreifen oder eine Befragung erfolgte, was der denn mit diesem Messer will.
    Da wurde dazwischen geschoben, dass die Observer wohl eine _Zeitlang seine Spur verloren,oder so etwas. Insofern man richtig mit gelesen hat, soll das nicht an verschiedenen Tagen gewesen sein (?) - habs nicht mehr exakt im Kopf gerade-, der Täter blieb nach dem Messerkauf jedoch unbehelligt.

    Observation kann zwar sehr zeitaufwendig und stellenweise schwierig gelingen, doch der Ablauf hat schon kritische Gedanken verursacht.
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 16.04.2021, 19:48h
  • Mir kommen da immer noch die Tränen, weil es furchtbar sein muss, wenn einem der Liebste, den man hat, auf diese Weise genommen wird, wegen Vorstellungen aus einem fanatisch bewegten Fantasmus, also eigentlich, wegen und für nichts

    Weil der eine meint, seinem Gott würde das nicht passen, dass die Beiden ein Paar sind.

    Für den Mann des Ermordeten muss das ganze Hinterher ein wiederholter Alptraum sein.
    Wenn sich eine derartige Wunde noch verschließen kann, dann muss das Zeit dauern dürfen. Diese Zeit und viel Kraft wünsche ich dem auch innerlich schwer Verletzten.

    Und dass der Täter eigentlich abgeschoben werden sollte, wenigstens nach Vetbüßung seiner "lebenslänglichen" Haftstrafe, so er die denn überhaupt erhält. Denn es gibt genug Leute, die meinen, der religiöse Motivgrund hätte sowas wie mildernde Umstände herzugeben.
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#7 axonAnonym
  • 16.04.2021, 20:04h
  • Mein Exfreund wurde wg. einer Schachtel Kipper ermordet. darüber wurde hier auch mal berichtet.

    Obwohl wir nur gut befreundet waren nach 20 Jahren, es tut immer wieder mal weh.

    Der Täter kommt wahrscheinlich in 2 Jahren frei.

    Zu dem Fall oben und meine Beziehung die ich heute habe... Ich glaube ich würde sterben wollen. Es tut mir so unsagbar leid.

    (politisch will ich mich gar nicht dazu äußern, aber ich denke man hätte vieles verhindern können, so wie man heute versucht alles zu verhindern!)
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#8 Larifari-StaatAnonym
  • 16.04.2021, 20:45h
  • Antwort auf #4 von Eberhard Wüstlinger
  • "Ist denn niemandem etwas aufgefallen? Vielleicht hätte man diesen Anschlag verhindern können?!"

    Naja, nachdem er aus dem Knast frei gekommen ist, wurde er ja überwacht, weil man schon wusste, dass von ihm weiterhin eine Gefahr ausgeht.

    Offenbar war die Überwachung nicht gut genug...

    Wobei das ja eh ein Armutszeugnis für unseren Staat ist, der meint, sich immer in die ach so armen Täter hineinversetzen zu müssen. Wenn jemand eine Gefahr für die Gesellschaft ist und man Terrorakte fürchtet, dann gehört er entweder in den Knast oder in die Psychiatrie oder abgeschoben. Aber nicht in die Freiheit - auch nicht mit Überwachung, die uns alle viel Geld kostet und offenbar auch nicht funktioniert.
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#9 SilviaausBOProfil
  • 17.04.2021, 07:05hBochum
  • Antwort auf #6 von Homonklin_NZ
  • Die lebenslange Haftstrafe wird der Täter erhalten, denn die ist bei Mord zwingend vorgeschrieben, und die besondere Schwere der Schuld schließt eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren weitestgehend aus.
    Dem hinterbliebenen Lebenspartner ist natürlich alles erdenklich Gute zu wünschen!!!
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#10 Rosa BrilleAnonym
  • 17.04.2021, 15:12h
  • Antwort auf #9 von SilviaausBO
  • Es sei denn, er wird weil er zum Tatzeitpunkt noch nicht 21 war, nach Jugendrecht bestraft (siehe Artikel), weil es ihm ja ach so schlimm ergangen ist und darf dann bald wieder mordend durch Deutschlands Straßen ziehen und Jagd auf Schwule machen.
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