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Argentinien

Junger trans Mann seit über einem Monat vermisst

Die argentinische trans Community sucht lautstark nach Tehuel und fordert den Staat auf endlich zu handeln. Der junge trans Mann ist vor über einem Monat spurlos verschwunden.


Demo in Buenos Aires: "Wo ist Tehuel?" (Bild: Asamblea TTNB)

Tehuel de la Torre ist auf dem Weg zu einem Jobinterview spurlos verschwunden

Bereits über einen Monat ist vergangen, seit der junge trans Mann Tehuel de la Torre in San Vicente, einem Vorort von Buenos Aires, spurlos verschwand. Der 20-Jährige war auf dem Weg zu einem Jobinterview für eine Anstellung als Kellner.

Zwei verdächtige Männer – einer von ihnen soll ihm die Arbeit angeboten haben – sind in Untersuchungshaft. Sie streiten ab, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben. Beide Männer sind laut argentinischen Medienberichten vorbestraft wegen Drogenhandel und sexueller Gewalt.

Trotz fortschrittlicher trans Rechte ist die Realität für viele trans Menschen in Argentinien nach wie vor schwierig. Zwar ist seit 2020 eine Transquote in Kraft (öffentliche Stellen sind zu einem Anteil von einem Prozent für trans Personen reserviert), doch die realen Anstellungsbedingungen sind für viele nach wie vor prekär. Rund 80 Prozent der trans, inter und nonbinären Menschen haben nach Angaben des queeren Verbands Asamblea TTNB keine formale Anstellung. Sie würden sich mit Sexarbeit oder anderen prekarisierten Arbeiten über Wasser halten.

Hohe Belohnung ausgesetzt


Auch im Internet entlädt sich der kreative Unmut der argentinischen trans Community

Mittlerweile hat das Sicherheitsministerium der Provinz Buenos Aires eine Belohnung in der Höhe von zwei Millionen argentinischen Pesos (rund 18.000 Euro) für Hinweise ausgesetzt.

Die trans Community gibt unterdessen nicht auf. Lautstark fordern Aktivist*innen bei regelmäßigen Aktionen vor dem Kongress in Buenos Aires, in anderen Städten sowie online unter dem Hashtag #DondeEstaTehuel ("Wo ist Tehuel?") die Behörden auf, weiter zu suchen und bei Transfeindlichkeit nicht wegzuschauen. Die Community kritisiert, dass Staat und Gesellschaft beim Verschwinden von cis Menschen viel mehr Betroffenheit und Solidarität zeigten. Der mediale Umgang mit dem Verschwinden Tehuels sorgt ebenfalls für Kritik: Viele Medien hätten den 22-Jährigen misgendert und dadurch gewaltfördernde Stimmungen mitbefeuert.

"Wir werden weiterkämpfen, um Tehuel lebend zu finden. Nichts kann uns bremsen oder zum Schweigen bringen. Tehuel fehlt uns", schreibt Asamblea TTNB in einer Stellungnahme.

Ein Video zeigt verschiedene Protestaktionen in Argentinien
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