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"Hähnch*Innen-Filet"

Merz: Mit Attacke auf "#Gender-Leute" zurück ins Parlament

Auf Twitter polemisierte Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz gegen gendergerechte Sprache – und erntete dafür reichlich Kritik. Die CDU im Sauerland wählte ihn zum Direktkandidaten.


Friedrich Merz war von 2000 bis 2002 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 2009 schied er aus dem Parlament aus. Seit drei Jahren versucht er sich an einem Comeback und kandidierte zweimal erfolglos für den CDU-Vorsitz (Bild: Olaf Kosinsky / wikipedia)

Der ehemalige Unions-Fraktionschef Friedrich Merz hat sich über gendergerechte Sprache lustig gemacht – und dafür im Netz reichlich Kritik bekommen. Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte sein Team am Samstag spöttische Aussagen des CDU-Politikers über Gendersternchen und Co.: "Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland? Hähnch*Innen-Filet? Spielplätze für Kinder und Kinderinnen? Wer gibt diesen #Gender-Leuten eigentlich das Recht, einseitig unsere Sprache zu verändern?"

Twitter / _FriedrichMerz
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Grünen-Politikerin: "Es schMERZt"

Hämische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. In unzähligen Kommentaren unter dem Tweet wurde Merz aufs Schärfste kritisiert. Die Autorin Sophie Passmann etwa schrieb: "Der Witz war 2008 ganz lustig und damit sind Sie sich selbst im Vergleich zu Ihrem restlichen Weltbild weit voraus." Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) erklärte: "Es schMERZt".

Zuvor hatte Merz sich auf dem Nominierungsparteitag im Hochsauerlandkreis ähnlich geäußert. Laut vorab verbreiteten Redemanuskript sagte er außerdem: "Wir werden niemandem erlauben, Meinungsfreiheit an Schulen und Universitäten einzuschränken, und wir sagen auch klar, dass wir in dieser Zeit andere Herausforderungen sehen, als uns damit zu beschäftigen, die Mohrenstraße umzutaufen oder Universitätsarbeiten schlechter zu bewerten, weil die oder der 'Zuprüfende' die 'Gender***' nicht richtig gesetzt hat." Der CDU-Kreisverband wählte den 65-jährigen Merz in einer Kampfabstimmung zum Direktkandidaten. Den Wahlkreis hatte die CDU bislang stets haushoch gewonnen.

Homophobe Aussagen von Merz im vergangenen Jahr

Im vergangenen September hatte Merz in einem Interview einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und sexuellem Missbrauch von Kindern hergestellt. Darauf angesprochen, ob ein Schwuler Kanzler werden kann, sagte Merz damals gegenüber "Bild Live": "Die Frage der sexuellen Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht -, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion" (queer.de berichtete). Nach Kritik an diesem Vergleich auch aus seiner eigenen Partei stilisierte sich Merz zum Opfer einer Verschwörung und behauptete, dass er von zwielichtigen "Akteuren" bewusst falsch interpretiert worden sei (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 SickoAnonym
#2 MaikeProfil
  • 18.04.2021, 08:35hStuttgart
  • Vintagepolitik für den ewig-gestrigen rechten Bodensatz der Gesellschaft. Mehr kann er nicht
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#3 Ralph
  • 18.04.2021, 09:17h
  • Bisher war Merz einfach nur ein bedeutungsloser Schwätzer. Durch seine Rückkehr in die aktive Politik tritt er ein in die Reihe einflussreicher rechter LSBTI-Agitatoren wie Thierse, Gauland, Wagenknecht, Schwan, von Storch und Ähnliche.
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#4 AusgemerztAnonym
  • 18.04.2021, 09:40h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Nur, dass er, wenn auch verhalten, von seinen Parteikollegen, wie z.B. Spahn, kritisiert wurde.
    Das traut man sich bei der SPD und ihrem Zottel nicht.
    Dort hat man so viel Angst davor, schon bald gleiche Zustimmungswerte wie FDP, Linke und AfD zu bekommen, dass man lieber noch jedes rechte Strohhälmchen nutzt.
    Vielleicht braucht die sauertöpfische SPD ja noch nen Merzmantel.
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#5 GodzillaAnonym
  • 18.04.2021, 10:08h
  • Jedes Mal wenn ich seine Visage aufploppen sehe weiß ich instant was da wieder für verachtender Dreck bei rumkommt. Offensichtlicher kann man nicht nach rechts abdriften.
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#6 MichaelTh
#7 TorstenmchAnonym
  • 18.04.2021, 13:27h
  • Wenn man traurigerweise nichts Besseres im schwarzen Sauerland findet, muss man eben diesen Ewiggestrigen nehmen. Der braune Bodensatz der CDU ist eben noch nicht ganz raus und ins Gauland abgewandert.
    Außerdem liegen noch genug Mumien aus der untergegangenen Bonner Republik rum. Die will die Finanzmarkt-Nutte Merz erwecken.
    Er hat noch nicht begriffen, dass seine Zeit vorbei ist, lässt aber nichts unversucht.
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#8 Girlygirl
  • 18.04.2021, 14:24h
  • Wie fragil muss die eigene Männlichkeit/Weiblichkeit sein, dass einen gendergerechte Sprache so aufregt? Bis jetzt habe ich nur gesehen, dass Leute sich über Gendern aufregen, aber nicht, dass Leute sich übers nicht gendern aufregen. Der Shitstorm kommt immer von den Gegnern, wie z.B. bei Anne Will oder Ruth Moschner, die fürs Sternchen kritisiert wurde. Und als Studentin kann ich sagen, dass sowohl an meiner alten wie auch jetzigen Uni (beide links geprägt) das Gendern freiwillig war, es sollte halt konsequent sein. Ich weiß nicht wie es an anderen Unis ist, aber das Gendern ist nicht unser Hauptproblem!
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#9 Ralph
  • 18.04.2021, 14:39h
  • Antwort auf #8 von Girlygirl
  • Merzens Beispiele sind ja auch alle falsch.

    der Grüne => die Grünen
    die Grüne => die Grünen

    Eine Wortbildung "Grüninnen kann es also nicjht geben.

    "Mannomann" ist ein umgangssprachlicher Ausruf, der erstens in der Hochsprache fehl am Platz ist und zweitens nicht ein Geschlecht anzeigt, sondern die Verwunderung oder Empörung des dieses Wort aussprechenden Menschen.

    Die Begriffe Vaterland und Mutterland haben ganz unterschiedliche Bedeutungen. Vaterland ist ein patriotischer Ausdruck für das Land, dem man sich zuordnet; Mutterland bezeichnet die Kolonialmacht im Verhältnis zur Kolonie oder das Herkunftsland eines bestimmten Phänomens (z.B. "Mutterland der Demokratie").

    Das Hähnchen ist naturgegeben immer männlich.

    Da das Kind sprachlich als Neutrum gilt, kann es keine weibliche Pluralform geben.

    Merz denkt sich bewusst idiotische, real gar nicht vorkommende Auswüchse des Genderns aus. Ein Politiker, der glaubt, etwas, das ihm nicht passt, durch Lügen diskreditieren zu können, ist ein Populist. Damit wird er aber nur diejenigen ködern können, die mindestens so dummdreist sind wie er selbst ist.
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#10 ArchivAnonym
  • 18.04.2021, 14:52h
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • "Merz denkt sich bewusst idiotische, real gar nicht vorkommende Auswüchse des Genderns aus."

    Es ist noch nicht so lange her, dass ein gewisser User hier im Forum über real gar nicht vorkommende Formen wie "Besserwisser*_Innen", real gar nicht vorkommende "Glucks- und Würgelaute" oder real gar nicht vorkommende Aussprachen wie "Busfahrersterncheninnen" spottete und sich vor Häme gar nicht mehr einkriegte.

    Ich sage mal nicht, wer das wohl war.
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