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USA

Homophobe Uni verklagt Ex-Chef nach Sex-Skandal auf 30 Millionen Dollar

Offenbar genoss es Jerry Falwell, seiner Frau beim Sex mit einem hübschen Poolboy zuzuschauen. Dass er Chef von Amerikas homophobster Uni war und selbst immer wieder gegen Homosexuelle polemisierte, störte ihn damals wohl nicht.


"Akzeptanz eines lockeren Lebensstils": Jerry Falwell Jr. und Ex-Poolboy Giancarlo Granda (Bild: Screenshot ABC / Facebook)

Die in Lynchburg ansässige private christliche Liberty University hat vergangenen Donnerstag ihren früheren Universitätskanzler Jerry Falwell Jr. verklagt, weil er seine Pflichten mit "unzüchtigem" Verhalten gebrochen habe. Laut Reuters verlangt die Hochschule in ihrer 74 Seiten langen Klageschrift, die bereits bei einem Gericht in Lynchburg eingegangen ist, von ihrem Ex-Chef 30 Millionen Dollar (25 Millionen Euro). Liberty teilte mit, dass Falwell gewusst habe, dass "Untreue, Unanständigkeit und die Akzeptanz eines lockeren Lebensstils nicht mit den Verhaltensweisen in Einklang zu bringen sind, die von einem Liberty-Anführer erwartet werden".

Hintergrund ist eine angebliche Affäre von Falwells Frau Becki mit dem ehemaligen Poolboy Giancarlo Granda. Der inzwischen 30-Jährige hatte letztes Jahr gegenüber der Presse zugegeben, zwischen 2012 und 2018 eine sexuelle Beziehung mit Becki gehabt zu haben. Außerdem sagte er: "Jerry hat es genossen, uns aus der Ecke des Zimmers zuzuschauen" (queer.de berichtete). Nach Bekanntwerden der Affäre trat Falwell zurück – und sicherte sich eine Abfindung in Höhe von 10,5 Millionen Dollar (queer.de berichtete).

Falwell weist Vorwürfe zurück

Am Freitag wies Falwell in einer Erklärung alle Vorwürfe zurück. Die Klage sei nur "ein Versuch, mich und meine Leistungen zu diskreditieren", so der 58-Jährige. Er habe "immer alle Regeln eingehalten, die für Mitarbeiter der Universität gegolten haben".

Die Liberty University war 1971 von Falwells Vater Jerry Falwell Sr. als Bildungsstätte für konservative Christinnen und Christen gegründet worden. In ihrem "Honor Code", also einem verpflichtenden Verhaltenskodex, verbietet die Hochschule homosexuellen Studierenden sexuelle Aktivitäten selbst außerhalb des Campus. Nichteinhalten der Regeln kann zur Exmatrikulation führen.

Falwell Sr. war ein fundamentalistische Pfarrer und mischte Glauben und Politik wie kaum ein anderer religiöser US-Eiferer vor ihm. Immer wieder sorgte er mit homophoben Äußerungen für Schlagzeilen. Legendär war etwa sein Outing der Teletubby-Figur Tinky Winky 1999 als schwul (queer.de berichtete). Falwell Sr. führte die Uni bis zu seinem Tod 2007 an, danach übernahm sein Sohn. Dieser führte die Politik seines Vaters fort. So galt er 2016 als einer von Donald Trumps Unterstützern der ersten Stunde und machte den damals von vielen Konservativen als Witzkandidaten angesehenen New Yorker Reality-Moderator zu einem ernstzunehmenden Anwärter.

Zum Dank soll Trump Falwell nach seinem Wahlsieg sogar das Bundesbildungsministerium angeboten haben. Falwell erklärte jedoch, er habe abgelehnt, weil er nicht mit seiner Familie nach Washington D.C. umziehen wollte. Unklar ist, ob der Poolboy bei der Entscheidung eine Rolle gespielt hat. Immerhin: Falwell ermöglichte es Granda, Donald Trump persönlich bei einer Veranstaltung zu treffen. Ein Bild, bei dem der Poolboy auf dem Unigelände die Hand des späteren Präsidenten schüttelt, machte nach Bekanntwerden des Skandals in sozialen Netzwerken die Runde. (dk)

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#1 qwertzuiopüAnonym
  • 19.04.2021, 18:36h
  • die USA mal wieder, kann man sich nicht ausdenken.
    ich finde "Sex-Skandal" im Titel allerdings bisschen unglücklich. Ich bin der Meinung, wir sollten uns nicht die Methoden und Framing der Menschen mit prüder Sexualmoral zueigen machen, ganz egal zu welchem Zweck.
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#2 Ralph-EliAnonym
  • 19.04.2021, 18:48h
  • Geschied ihm doch Recht. Es ist widerlich mal wieder einer der ' hoch christlichen ' der sich als der Keusche schlecht hin gibt, dass der den Poolboy mit seiner Frau schlafen lässt und zu schaut. Einfach ekelhaft. Ich verstehe nicht warum es immer wieder Menschen gibt die einem ein prüdes Sexualverhalten vorwerfen. Aber ist ja klar wenn man selbst so eine Dreck... ist dann sollte man mal dringend zu einem Sexualtherapheuten gehen.
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#3 marcocharlottenburgAnonym
#4 DramaQueen24Profil
  • 20.04.2021, 01:47hBerlin
  • Erinnere mich an einen Skandal, der vor vielen Jahren an der Brigham Young Universität (Mormonenuni in Utah) geschah.
    Es kam heraus, dass bis in die Achtziger hinein, an besagter Uni Aversionstherapien an Erwachsenen und Jugendlichen, teilweise OHNE Zustimmung der Erziehungsberechtigten, vorgenommen wurden. Niemand wurde angeklagt, niemand verurteilt, niemand musste Geld zahlen. Im Gegenteil!
    Die Gruppe schwuler Männer, die alles aufgedeckt hatten, weil sie selbst "Teil des Programms" waren, wurden exkommuniziert. Viele dieser Männer leiden heute noch an den Folgen, manche begingen Selbstmord.
    Diese Uni verklagt Falwell doch nur, weil es öffentlich wurde, und die den "guten Ruf" der Uni schützen wollen.
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#5 MarkKerzmanProfil
  • 20.04.2021, 03:57hPrinceton
  • Antwort auf #3 von marcocharlottenburg
  • >>> Ekelhaft, weil er seiner Frau beim Sex zugeschaut hat... ach komm, echt jetzt? <<<

    Ekelhaft, weil dieser Hypokrit schon morgens vor dem Zähneputzen von >unreinem Lebenswandel<, >homosexueller Übergriffigkeit<, >Konversions-Notwendigkeiten< et al. fabuliert und später bis zum Zubettgehen gegen alle und jeden hetzt, der/die seinem Lebensbild eines christlichen Superpuritaners nicht zu 100% entspricht, und zwischendurch Millionen Dollar der von seinem Vater gegründeten faux >Universität< abpreßt, davon ein Minibetrag per Vorkasse an den poolboy, quasi eine retroaktive Prostitutionszahlung, geknüpft an das beiderseitige Versprechen, die Klappe zu halten, um kurz darauf wieder zu tönen, >sexuelle Ausschweifungen<, besonders natürlich der community, seien das >Sprungbrett ins gesellschaftliche Chaos, wenn nicht gar in den Niedergang jedweder Zivilisation< (im Englischen klingts noch dreister). Ekelhaft ist da ziemlich milde ausgedrückt.
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#6 Korinthen KKAnonym
  • 20.04.2021, 10:25h
  • Nächste Meldung:
    "Angestellter der Uni Vater geworden - Uni verklagt ihn, weil er Sex hatte."
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#7 Korinthen KKAnonym