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Katholische Kirche

Bischof Oster fordert Respekt für vatikanische Homophobie

Der Passauer Bischof schnauzt seine Kollegen in anderen Bistümern an, weil sie sich mit ihrer Forderung nach der Segnung von Homosexuellen respektlos gegenüber der Kirchenführung verhielten.


Bischof Stefan Oster will unbedingt verhindern, dass Homosexuelle in der katholischen Kirche wie alle anderen behandelt werden (Bild: pbp / wikipedia)
  • 20. April 2021, 10:02h 16 3 Min.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat am Montag in einer Stellungnahme wütend auf weniger homo­sexuellenfeindliche Kräfte in seiner Kirche reagiert. Mit Blick auf das umstrittene Segnungsverbot für gleich­geschlechtliche Paare forderte der 55-Jährige in einer auf seiner Homepage veröffentlichten Stellungnahme Respekt vor der Entscheidung des Vatikans.

Das "Insistieren der liberaleren Kräfte auf 'Weiterentwicklung'" schlage immer häufiger "in eine eigentliche Respektlosigkeit vor dem Lehramt" um, so Oster. In dem Text nannte er eine Stellungnahme der Glaubenskongregation vom 15. März, in der das Verbot der Segnung festgeschrieben wurde: "Die jüngste Äußerung des römischen Lehramtes als klärendes Responsum auf eine wichtige Frage wurde von weiten Teilen der Kirche in unserem Land schlichtweg abgekanzelt – in der Regel mit dem Hinweis, [das] sei weder theologisch noch humanwissenschaftlich auf der Höhe und damit unterkomplex und eigentlich gar nicht wert, sich näher damit zu befassen." Die Kirche habe aber schon seit fast zwei Jahrtausenden "lehramtlich auf Konzilien oder durch päpstliche Entscheidungen geurteilt, was katholisch ist und was nicht – und eben dadurch die Glaubenseinheit gewahrt".

Oster warnt katholische Presse

In dem Text zeigt sich Oster auch ungehalten über eine Äußerung der Tübinger Theologin Johanna Rahner. Die Professorin hatte am Samstag bei einem Frauenforum der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärt, dass nur "Rassisten" die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche ablehnten. Oster war zudem empört darüber, dass kirchliche Medien, die von Kirchensteuern bezahlt würden, eine große Bühne für die Äußerungen böten, "auf der wir selbst (ich fühle mich zumindest gemeint) als 'Rassisten' bezeichnet werden dürfen". Bei "aller sehr gerne zugestandenen journalistischen Freiheit" müsse sich die katholischen Redaktion entscheiden, "was sie da produziert".

Stefan Oster, der seit 2014 Bischof von Passau ist, gilt als einer der homosexuellenfeindlichsten katholischen Würdenträger in Deutschland. Immer wieder machte er Stimmung gegen sexuelle Minderheiten: So sorgte er vor fünfeinhalb Jahren für Empörung, als er bezweifelte, dass Homosexualität angeboren ist (queer.de berichtete). Zuvor hatte er sich strikt gegen jedwede Anerkennung homosexueller Partnerschaften ausgesprochen. Das Argument, dass auch Lesben und Schwule Werte wie Treue und Verlässlichkeit lebten, wies er mit dem Hinweis zurück, dass dies auch "in einer Gangsterbande" der Fall sei (queer.de berichtete). Erst vor wenigen Monaten warnte er zudem vor einer queeren "Gesinnungsdiktatur" (queer.de berichtete).

In Deutschland haben in den letzten Wochen mehrere Bischöfe gefordert, das Segnungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung abzuschaffen, darunter auch Georg Bätzing, der Chef der Bischofskonferenz (queer.de berichtete). Die Bistümer reagieren derzeit unterschiedlich auf die Order aus Rom: Die Erzdiözese Freiburg gab etwa letzte Woche bekannt, keine homosexuellen Paare zu segnen (queer.de berichtete). Demgegenüber erklärte die Nachbardiözese Rottenburg-Stuttgart, man werde sich über das vatikanische Segnungsverbot hinwegsetzen (queer.de berichtete). Am offensten für das Segnungsverbot hatte sich in Deutschland der umstrittene Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ausgesprochen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 20.04.2021, 12:09h
  • Er fordert also Respekt für Respektlosigkeit.

    Das ist ein Widerspruch in sich.

    Aber mit Logik haben die es ja nicht so.
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#2 Korinthen KKAnonym
  • 20.04.2021, 12:27h
  • Eine Forderung gesegnet zu werden, ist also eine Respektlosigkeit?
    Das ist ja mal ganz tolle Werbung für den Verein! Wozu also dann noch Missionieren, um dann zu sagen, "ihr dürft nicht"?
    Eine bessere Werbung für Atheismus gibt es nicht.
    Ein Tipp:
    Einfach mal das Missionieren sein lassen, keine religiöse Beeinflussung in Kindergarten und Schule, Taufe erst freiwillig ab 21, dann braucht man sich auch nicht über die Mitglieder zu beschweren, die einem dann doch zu lästig werden und "respektlos" erscheinen. Ist das nicht ein passender Deal?
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#3 Taemin
  • 20.04.2021, 12:53h
  • Ist es nicht schön, wie diese Leute immer wieder für sich und ihren Hass den Respekt einfordern, den sie anderen Menschen und deren Grundrechten beharrlich verweigern?
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