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Live-on-Tape-Performance

Australische ESC-Sängerin kommt nicht nach Rotterdam

Wegen der Corona-Pandemie wird die bisexuelle australische ESC-Teilnehmerin Montaigne nicht nach Europa reisen. Am Musikwettbewerb teilnehmen darf sie trotzdem.


Montaigne ist die erste Bewerberin, die coronabedingt nicht zum ESC anreisen darf (Bild: SBS)

  • 20. April 2021, 14:26h, noch kein Kommentar

Australien steht als erstes Land fest, das aufgrund der Corona-Pandemie den eigenen ESC-Beitrag nicht auf der Showbühne von Rotterdam vorstellen kann. Eine entsprechende Entscheidung des australischen Senders SBS gab die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Dienstag bekannt. Dennoch darf Sängerin Montaigne am Wettbewerb teilnehmen: Eine vorher eingereichte "Live-on-Tape-Performance" ihres Songs "Technicolour" soll während der Live-Show abgespielt werden. Dieses Jahr mussten alle Teilnehmenden zur Sicherheit ein derartiges unter vergleichbaren Bedingungen aufgenommenes Video einreichen, damit schnell auf mögliche Einreisesperren bei hoher Inzidenzzahl reagiert werden kann.

Direktlink | Mit diesem Lied wird Montaigne beim ESC 2021 antreten. Das Musikvideo zeigt sie beim Sydney Mardi Gras
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Die Ausreise der australischen Delegation nach Europa wäre schwierig gewesen, da dazu eine Sondergenehmigung notwendig gewesen wäre. Zudem müsste die Delegation bei der Wiedereinreise – selbst nach negativem Corona-Test – nach augenblicklichen Regeln 14 Tage lang in Quarantäne.

Montaigne äußerte sich traurig darüber, nicht nach Europa reisen zu dürfen. "Aber ich bin glücklich, dass ich noch mitmachen darf", schrieb die 25-Jährige auf Twitter.

Twitter / actualmontaigne
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"Technicolour" wird im ersten Halbfinale am 18. Mai teilnehmen. Bei dieser Show dürfen auch Zuschauer*innen aus Deutschland für ihr Lieblingslied anrufen. Sollte Montaigne in dieser Show unter die besten zehn der 16 Teilnehmenden gewählt werden, wird sie im Finale am 22. Mai unter anderem auf den deutschen Beitrag "I Don't Feel Hate" von Jendrik Sigwart treffen. Wettbüros räumen beiden Songs kaum Chancen auf den Sieg ein: Bei einem Einsatz von zehn Euro auf Montaigne würde man 1.500 Euro zurückerhalten – bei einer Wette auf Jendrik sind es sogar 2.000 Euro. Favoriten sind demnach Malta, Frankreich und die Schweiz.

Montaigne ist seit 2014 im australischen Musikgeschäft aktiv, außerhalb des Landes aber bislang kaum bekannt. Während ihrer gesamten Karriere ging sie offen mit ihrer Bisexualität um. Sie setzte sich auch 2017 für ein "Ja" beim Volksentscheid zur Aufhebung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben ein (queer.de berichtete). Damals sagte sie: "Ich habe viele Freunde, die queer sind und sich nicht engagieren würden, weil sie entweder um ihre Sicherheit fürchten oder Angst davor haben, verbal attackiert zu werden. Ich kann das verstehen. Ich denke aber, dass ich genug Selbstvertrauen habe, um damit umzugehen. Ich trage die Last gerne, weil es ja jemand tun muss." (cw)