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Kommentare zu:
Namibia: Schwuler Vater darf seine Töchter nicht nach Hause bringen


#1 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 20.04.2021, 17:27h
  • Mit Leihmutterschaft im Ausland kann man sich schnell strafbar machen, auch in Deutschland. Hier gilt nämlich die Gebärende als Mutter auch wenn sie genetisch nicht verwandt sind. Da gab es auch mal einen interessanten Film mit einem hetero Paar, wo die Frau mit dem Kind in Indien bleiben musste. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob es reine Homophobie hier ist oder ob auch Heteros verbergen müssten, dass sie eine Leihmutter aufgesucht haben, so wie deutsche "Kunden". Aber es ist natürlich leichter schwule Paare zu kriminalisieren, daher wird Homophobie wohl auch eine Rolle spielen.
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#2 _hh_Anonym
  • 20.04.2021, 18:08h
  • Sicherlich spielt in diesem Fall Homophobie eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig würde ich mir aber in Medien wie queer.de eine weniger unkritische Haltung gegenüber Praktiken wie Leihmutterschaft wünschen. In aller Regel verkaufen dabei arme Frauen in armen Ländern ihre Körper, um Kinderwünsche reicher Menschen in reichen Ländern zu erfüllen. Das ist eine ethisch sehr fragwürdige Konstellation. (Auch der schwule Namibier scheint als Hochschullehrer einer gehobenen Gesellschaftsschicht anzugehören.) Warum erfüllen sich Schwule und Lesben ihre Kinderwünsche nicht z. B. durch Adoption oder Pflegekinder? In sehr vielen reichen Ländern - z. B. in Deutschland - ist das inzwischen kein Problem mehr, und es ist sehr viel weniger fragwürdig. Warum auch manche queere Menschen so viel Wert auf die Fortpflanzung ihrer eigenen Gene legen, habe ich nie verstanden - im Grunde laufen sie damit einer patriarchalen, heteronormativen Ideologie hinterher.
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#3 PiakAnonym
  • 20.04.2021, 19:10h
  • Schön, hier auch mal was zu Namibia zu lesen. Eine leicht korrigierende Ergänzung: Es gibt in Namibia zwar kein Antidiskriminierungsgesetz, wohl aber einen Antidiskriminierungsartikel in der Verfassung (Art. 10 Abs. 2: No persons may be discriminated against on the grounds of sex, race, colour, ethnic origin, religion, creed or social or economic status.). In dem Punkt weiter als unser Grundgesetz.
    Die Absurdität, dass sich der gleiche Gesetzgeber weigert, die kolonialrechtlichen Verbote aufzuheben, steht dann natürlich auf einem anderen Blatt ...
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#4 TuckDavisProfil
  • 20.04.2021, 19:45hBad Kreuznach
  • Antwort auf #2 von _hh_
  • Ohne mal auf die ethischen Fragen von Leihmutterschaft einzugehen, die ich auch für schwierig halte, kann ich dir sagen, dass ein erheblicher Unterschied zwischen "Kinder bekommen" und "Pflegekinder aufnehmen" besteht.

    Pflegekinder haben eher häufig als selten eine Vergangenheit, die nicht leicht zu bewältigen ist - was den Kindern und den Pflegeeltern viel abverlangt.
    Die zukünftigen Eltern verpassen natürlich auch einiges aus dem Leben des Kindes, da es ja schon ein gewisses Alter hat.
    Es ist ein Eingriff in die Privatsphäre der Familie, da das Amt jederzeit Zugang zu dem/den Pflegekindern hat.
    Unter Umständen können die Eltern in Probleme laufen, wenn sie arbeitsbedingt oder aus anderen Gründen umziehen wollen.

    Das sind jetzt mal nur die Sachen, die mir auf die Schnelle eingefallen sind.

    Es ist für Pflegekinder wichtig in einer sie liebenden Familie aufgenommen zu werden - da bin ich mit dir sicher einer Meinung. Diese Entscheidung sollte man aber mit offenen Augen treffen.
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#5 GurkenhobelAnonym
  • 21.04.2021, 08:38h
  • Antwort auf #2 von _hh_
  • Ich habe zu Leihmutterschaft kein klares Verhältnis. Auf der einen Seite stimme ich dir zu, dass Frauen eventuell einfach zu Gebärmaschinen degradiert werden. Auf der anderen Seite sollte eine erwachsene Frau selbst über ihren Körper entscheiden können und für viele ist das der einzige Weg, Geld verdienen zu können. Ein schwieriges Thema, auf das mir persönlich nach wie vor eine Antwort fehlt.

    Aber in Deutschland ein Adoptivkind zu bekommen, ist alles andere als einfach, selbst für heterosexuelle Paare. Auf ein Kind kommen mittlerweile 8 Paare, was bedeutet, dass 7 der Wunsch nicht erfüllt wird. Auslandsadoption ist noch schwieriger, zumal man dafür die Inlandsadoption als Möglichkeit aufgeben muss.
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#6 Taemin
#7 MartiAnonym
#8 PiakAnonym

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