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Wahlkampf 2021

Linke.queer-Forderung: Wagenknecht soll Bucheinnahmen spenden

Wagenknecht machte sich in "Die Selbstgerechten" über "immer skurrilere Minderheiten" lustig. Die queere Minderheit in der eigenen Partei findet, die Linken-Politikerin solle nicht finanziell von ihrer Rhetorik profitieren.


Sahra Wagenknecht kann sich gerade über sprudelnde Einnahmen durch Buchverkäufe freuen (Bild: Deutscher Bundestag / photothek / Thomas Köhler)

Die Arbeitsgemeinschaft Die Linke.queer fordert die umstrittene Parteifreundin Sahra Wagenknecht auf, die Einnahmen aus ihrem Buch "Die Selbstgerechten" zu spenden. Wagenknecht habe ihr Buch "als politisches Programm vermarktet und steht in NRW zur Wahl", so Luca Renner und Daniel Bache, die Bundessprecher*innen von Die Linke.queer. Sie riefen laut einer Mitteilung vom Dienstag den Linke-Landesverband in Nordrhein-Westfalen auf, ihrer Spitzenkandidatin "deutlich nahezulegen, ihre Buchhonorare an gemeinnützige Initiativen zu spenden".

Wagenknecht habe schon in den letzten Jahren mindestens 150.000 Euro vom Campus-Verlag erhalten, zusätzlich zu ihren Bundestags-Diäten, so Renner und Bache. "Als Abgeordnete an der politischen Willensbildung der Bevölkerung mitzuwirken, ist eine Kernaufgabe, kein Nebenjob. Damit hunderttausende Euro einzustreichen, während tausende Genoss*innen ehrenamtlich für die Ziele der Linken arbeiten, ist weder vermittel- noch vertretbar." Die Linke.queer schlägt in dem Schreiben konkrete Projekte aus mehreren Bereichen vor, darunter auch queere Initiativen.

Das Buch war innerhalb der Linken auf teils heftige Kritik gestoßen. Im Buch beklagt die ehemalige Fraktionschefin unter anderem, dass die politische Aufmerksamkeit auf "immer skurrilere Minderheiten" gelenkt werde, "die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein". Als Beispiel für solche "Marotten" nennt sie sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Ethnie (queer.de berichtete). Wagenknecht behauptete in den letzten Tagen in Interviews, sie wolle mit ihrer Kritik nicht die Rechte von Minderheiten einschränken, sondern lediglich "Identitätspolitik" und "Lifestyle-Linke", etwa Aktivist*innen der "Fridays for Future"-Bewegung, kritisieren.

Linke Homophobie nur ein NRW-Problem?

In dem nur in Auszügen veröffentlichten Schreiben kritisiert Die Linke.queer auch, dass die Auslassungen Wagenknechts dem Wahlprogrammentwurf der Linken in wesentlichen Punkten widersprechen würden: "Als Landessprecher*innen der Linken NRW seid Ihr in der Pflicht, deutlich zu machen, dass Die Linke.NRW Migration nicht für die Ursache von Lohndumping hält, internationale Solidarität ein Markenkern linker Politik ist und verbale Ausfälle gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten in der Linken.NRW keinen Platz haben", so die Bundessprecher*innen an ihre Parteifreund*innen aus dem Westen. In der Bundespartei sei dies laut Renner und Bache alles längst geklärt.

Der Wahlprogrammentwurf ist tatsächlich äußerst LGBTI-freundlich. Dort wird nicht vor "skurrilen Minderheiten" gewarnt, sondern behauptet: "Die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) sind für uns nicht verhandelbar." (dk)



#1 TuckDavisProfil
  • 21.04.2021, 17:22hBad Kreuznach
  • Sehe nur ich das als merkwürdigen Versuch etwas zu Retten was schon tod ist?

    >>Wagenknecht habe ihr Buch "als politisches Programm vermarktet und steht in NRW zur Wahl", so Luca Renner und Daniel Bache, die Bundessprecher*innen von Die Linke.queer<<
    [...]
    >>Der Wahlprogrammentwurf ist tatsächlich äußerst LGBTI-freundlich. Dort wird nicht vor "skurrilen Minderheiten" gewarnt, sondern behauptet: "Die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) sind für uns nicht verhandelbar."<<

    Entweder ist es politisches Programm der Linken, nur anders zusammengefasst, dann hätte er hier _fast_ ein Argument, oder aber nicht.

    >>"Als Abgeordnete an der politischen Willensbildung der Bevölkerung mitzuwirken, ist eine Kernaufgabe, kein Nebenjob. Damit hunderttausende Euro einzustreichen, während tausende Genoss*innen ehrenamtlich für die Ziele der Linken arbeiten, ist weder vermittel- noch vertretbar."<<

    Ich bin mit einigem was Frau Wagenknecht sagt einverstanden und bei anderem stellen sich mir die Haare auf. Vor einiger Zeit hatte ich allerdings eine begleitende Dokumentation mit ihr gesehen über ihren Alltag in der politischen Arbeit.

    Will er ernsthaft sagen ihr 18 Stunden Arbeitstag den sie häufig leistet ist Standard für alle Abgeordneten der Linken und wenn sie nebenbei ein Buch schreibt ist das vergleichbar mit Ehrenamt in der Freizeit?

    Inhaltliche Kritik finde ich ja in Ordnung aber einer Abgeordneten, die tatsächlich ein enorm hohes Arbeitspensum hat durch die Blume zu sagen das Schreiben in der knappen Freizeit sei nicht genug Leistung für extra Geld... Da muss man wirtschaftspolitisch sehr links sein nehme ich an. ^^
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#2 Ralph
  • 21.04.2021, 17:41h
  • Ins Parteiprogramm schreiben, dass man Vampire bekämpfen will, dann aber den Grafen Dracula zum Spitzenkandidaten wählen - das passt doch nicht zusammen.
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#3 Grete WurmAnonym
  • 21.04.2021, 21:41h
  • Naja, beim eigenen Geldbüggelchen hört der Spaß nun wirklich für DIE Linke auf.
    Alte Vorsitzende fuhren ja auch gerne mal Porsche und Co, die Verteufelung des Kapitals wird solange propagiert, wie Kameras und Mikros an sind. Im Anschluss gehts dann mit dem fetten Schlitten schnell nach Hause ins Edelviertel, weit weg vom Mopp.
    Selten so etwas Verlogenes wie diese Partei erlebt. Dazu noch die Vergötterung Putins. Unwählbar.
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#4 OutAndProud
#5 Gemeiner_HaiProfil
  • 22.04.2021, 21:40hSchweinfurt
  • Nähme man sie beim Wort, müsste sie eigentlich dafür sein - das wäre schließlich Umverteilung nach unten, und zumindest in Worten begrüßt sie die ja ...
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